Metro 2033 (PC)
Test
Metro 2033: Stalker meets Hellgate Moskau
Ihr hört auch mysteriöse Stimmen, wenn ihr an Rohren horcht? Dann kennen wir einen guten Heizungsinstallateur. Oder soll's lieber ein Seelenklempner sein? Egal, unser Freund Hunter macht beides gerne für wenig Geld, ihr findet ihn irgendwo in Moskaus U-Bahnsystem. Aber bitte nicht schwarzfahren! Von Kevin Lunn
Langsam rollt die Eisenbahn-Draisine durch die düsteren Tunnel des U-Bahnsystems. Wenn jemand wüsste, dass ihr hier langfahrt, würde er euch vermutlich für verrückt erklären. Schließlich trauen sich nur Lebensmüde und geistig Gestörte in die gefährlichen Schächte der Metro. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass überall die Schwarzen lauern.
Moment mal! Die Schwarzen? Spielt Metro 2033 etwa in der CSU-Parteizentrale? Nein, natürlich nicht. Die Schwarzen (Fachbegriff im Spiel: Homo Novus) sind durch eine atomare Seuche entstandene Mutanten, die außerhalb der sicheren U-Bahnstationen lauern. Stellt sich die Frage, wieso wir überhaupt dort unten hausen. Dies hängt logischerweise ebenfalls mit dem Atomkrieg zusammen, der das Leben an der Oberfläche unmöglich gemacht hat.
Auf nach Polis
Soweit die Hintergrundgeschichte im Zeitraffer. In Metro 2033 übernehmt ihr die Rolle des russischen Tunnelbewohners Artyom, der von der Zeit vor der Apokalypse nur unwesentlich mehr weiß als ein Teeblatt von der Ost-Indien-Gesellschaft. Wer sich auf die Suche nach Spuren aus der Vergangenheit machen möchte, ist an der falschen Station ausgestiegen: Informationen darüber, wie es zu dem Atomkrieg kam, halten sich in Grenzen und sind für die Geschichte absolut uninteressant. Punkt.
Stattdessen hat euch der berühmt-berüchtigte Hunter damit beauftragt, den Bewohnern von Polis von den Schwarzen zu erzählen, falls er nicht von seiner nächsten Reise zurückkehren sollte. Das tut er natürlich auch nicht, und nun müsst ihr euch euren Weg durch die Tunnel bahnen - ohne dabei das Zeitliche zu segnen.
Die Metro - mittendrin statt nur dabei
Ihr bewegt euch größtenteils von einer Metro-Station zur nächsten - immer mit eurem Ziel vor Augen, Polis zu erreichen. Die Stationen sind detailliert und geben genau das wieder, was wir uns vorstellen, wenn wir an ein unfreiwilliges Leben dort unten denken würden: Die Bewohner leben Kopf an Fuß zusammen, schlafen auf simplen Matratzen und reden über Gott, die Welt und die gefährlichen Reisen an die Oberwelt.
Die Metro-Stationen sind gut bevölkert und wirken sehr lebhaft. Ihr fühlt euch sofort mittendrin und werdet zu einem Teil der Tunnelbevölkerung. Ihr könnt mit vielen Gegenständen interagieren und die Menschen bei ihren Gesprächen belauschen. Dabei ergibt sich jedoch leider das Problem, dass bei euren Gesprächen die Nebengeräusche manchmal so laut werden können, dass ihr dem eigentlichen Dialog nicht mehr folgen könnt.
Vorsicht, bissiger Hund
Von Station zu Station zu reisen hört sich zwar ganz nett an, aber fehlt es da nicht etwas an Spannung und Action? Nein, natürlich nicht, denn auf eurem Weg werdet ihr zeitig auf die sogenannten Schwarzen treffen. Das sind dunkle, hundeähnliche Mutanten, mit denen nicht gut Wodka trinken ist. Zum Glück seid ihr von Beginn an mit einem Revolver bewaffnet, mit dem ihr den Homos Novus kräftig die Meinung geigen könnt. Später kommen Schrotflinten, Maschinenpistolen und weitere nützliche Schießkolben hinzu, die eure Durchschlagskraft erhöhen.
Die Schwarzen, die unter einigen Tunnelbewohnern als nächster Schritt in der Evolution gelten, sind jedoch nicht die einzigen, die euch euren Weg erschweren. Neben dem sogenannten "Tunnelmist", einer Mutantenart, die den Schwarzen ähnlich ist, aber eher als Kanonenfutter dient, werdet ihr auch den ein oder anderen Landsmann aus dem Weg räumen müssen.
Gemeinsam seid ihr weniger allein
Die Reise durch die düsteren Tunnel ist also nicht gerade ungefährlich und so werdet ihr häufig von einem Freund begleitet. Begleiter helfen euch im Kampf, geben nützliche Tipps, kennen den Weg - können euch aber auch in gewaltige Schwierigkeiten bringen. So geratet ihr unter anderem durch den mysteriösen Bourbon in ein feindliches Banditen-Lager, wo ihr nicht gerade freundlich empfangen werdet.
Die Figuren in Metro 2033 haben alle ein einzigartiges Erscheinungsbild und wirken sehr menschlich. Charaktereigenschaften kommen gut rüber und verleihen den Nebenrollen einen gewissen Schliff, den man so selten gesehen hat. Zudem sind Bewegungen und Animationen der Tunnelbewohner sehr realistisch und flüssig.
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