Test Alter Ego - Seite 2

Der Lord ist unbekannt verzogen.Der Lord ist unbekannt verzogen.

Kapitel zwei: Wie schaffe ich glaubhafte Charaktere?

Zwei Hauptdarsteller, die auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein könnten: Ein Kleinganove auf der Flucht vor dem Gesetz und ein Hüter desselben, so britisch wie Big Ben. Im weiteren Verlauf wird klar, dass sich ihre Wege kreuzen werden und dass sie so verschieden gar nicht sind. Der Verbrecher hat eine moralische Ader und tut alles, um das einzige Erinnerungsstück an seine Eltern zurückzubekommen; der Polizist legt das Gesetz auch schon mal etwas lockerer aus, wenn es der Überführung des Täters dient.

Das Ganze lebt von der durch ausführliche Gespräche weiter gesponnenen Gruselkrimiatmosphäre, vom schmierigen Zuhälter bis zum senilen Priester gut besetzt. Auf jeden Fall ganz wichtig: Wer sich auf das Spiel einlassen will, sollte Zeit mitbringen, denn die Dialoge sind nicht immer wichtig für die Handlung, aber spannend erzählt und alle Mal wert, ganz gehört zu werden. Also nichts für KnallBummBäng-Fetischisten mit nervöser Maustaste.

Kapitel drei: Wie halte ich den Spieler bis zum Schluss bei der Stange?

Insgesamt besinnt sich das Entwicklerteam von Future Games auf die Tugenden, die schon Black Mirror zu einem ihrer erfolgreichsten Adventures gemacht haben. Im Umfeld des britischen Adels geschehen furchtbare Verbrechen und lange Zeit bleibt völlig unklar, was dahinter steckt. Erst nachdem alle klassischen Orte der gepflegten Gänsehaut, wie Gruft mit gestohlener Leiche, besucht worden sind, kommt allmählich etwas Kerzenlicht in das schaurige Dunkel. Bis zum Schluss stellt sich die Frage nach der Schuld von Sir William und dem Verbleib seiner sterblichen Überreste. Und bis zum Finale weiß niemand, was Timothy mit der ganzen Sache zu tun hat und wann ihn der Inspector zum Kreis der Verdächtigen zählt. Doch trotz blutiger Mordopfer und düsterer Schauplätze: Schockeffekte wie beispielsweise in Fahrenheit sucht ihr vergebens.

Insgesamt hat Alter Ego viel eher Ähnlichkeit mit einem Kriminalroman, vor dem prasselnden Kamin gelesen, während der Wind ums Haus heult, als mit Computerspielen, die ja gemeinhin eher mit Action gleichgesetzt werden. Die Rätsel sind logisch bis simpel und bilden eigentlich nur den Rahmen für die erzählte Geschichte. Manchmal ist es allerdings etwas irritierend, Personen drei Mal ansprechen zu müssen, bevor die Handlung weitergehen kann.

Meinung von Andreas Hecken

Ich muss zugeben, dass es heutzutage etwas gewöhnungsbedürftig ist, minutenlangen Gesprächen zu folgen, die keinerlei Bedeutung haben, außer eine glaubhafte Atmosphäre zu schaffen. Nicht sofort alles als langweilig abzustempeln, was ruhig und bewegungsarm daherkommt. Aber als ich mich erst einmal darauf eingelassen hatte, zuzuhören, die schöne Kulisse und die erzählte Geschichte zu genießen, da war ich wirklich begeistert. Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel ist immer Ansichtssache - aber wenn ich abends ein spannendes Buch lese, darf die Handlung ja auch mal etwas seichter sein.

76

meint: Wer ohne Hektik lange Gespräche verfolgen, schöne Bilder betrachten und nebenbei noch einen interessanten Kriminalfall lösen will, der sollte zuschlagen.

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