Wurzelimperium (Online)
Special
Tagebuch Wurzelimperium, Teil 2: Deckung, der Salat schießt!
Drei Tage sind vorbei, seit ich mich aus einer Welt voller Geballere und Brutalität in das komplette Gegenteil gestürzt habe und zum friedlichen Pflanzenfanatiker geworden bin. Mein neues idyllisches Leben im Kleingartenverbund eines beschaulichen Kurortes genieße ich sehr. Fast schon so eine Art Urlaub. Aber blicken wir zuerst auf die letzten zwei Tage zurück... Von Mats Brandt
Nach einer verhältnismäßig kurzen Nacht beginnt der zweite Tag so, wie der erste geendet hat: Ich pflanze das, was gerade gebraucht wird. Denn über Nacht haben sich einige meiner, so wie es scheint, ebenfalls nachtaktiven Nachbarn vor meinem überschaubaren Garten eingefunden. Für einige Gemüsesorten bieten sie mir Wurzeltaler, mit denen ich zu meiner Freude Unkraut jäten kann. Und da ruft die Abwechslung! Denn statt eintönigem "Pflanzen, Gießen, Ernten" kann ich jetzt nebenbei meinen Garten von Schädlingen befreien. Fast wie bei einem Shooter.
Das SalatBlatt überbrückt die Zeit bis zum Level-Up!
Ist schon ein merklich großer Unterschied von der Gartenarbeit zum sonst alltäglichen Zocken auf'm Klappstuhl bei Mutti zu Hause - was nicht unbedingt negativ sein muss. Nach drei Stunden Arbeit am Stück bin ich völlig fertig mit der Welt und gönne mir das SalatBlatt - die Zeitschrift der Gartenfreaks. So fühle ich mich noch willkommener und kann mich mehr und mehr in die Lage der Kollegen versetzen. Viel Neues gibt es sonst nicht zu berichten, ihr merkt, schon nach wenigen Tagen pendelt sich ein richtiger Rhythmus ein.
Da ist es doch erfreulich, wenn ich als Spieler am frühen Morgen gegen acht Uhr feststelle, dass ich schon wieder ein Level aufgestiegen bin. Zwiebeltreter. So darf ich mich jetzt nennen. Das erinnert mich irgendwie an mein früheres Leben als Türsteher. Schon ist der Schmerz etwas kleiner und ich gehe mit neuem Elan in den Tag, denn ein Levelaufstieg bringt auch neues Gemüse zum Anbauen. Also sause ich per Fahrrad nach Wurzeltal und steuere den Bauernhof an. Völlig ungewohnt, aber doch irgendwie ganz sinnvoll, zur Abwechslung auch mal etwas Sport zu treiben. Dort angekommen, beglücke ich den Verkäufer mit ein paar meiner zahlreichen Wurzeltaler und bediene mich an Zwiebeln und Spinat - neues Saatgut für meinen Acker.
Levelaufstieg, neues Saatgut und längere Reifezeit
Wieder zu Hause wird die Warteschlange potenzieller Käufer immer länger. Ich komme mir sehr begehrt vor und versuche möglichst vielen Nachbarn ein gutes Bild von mir zu hinterlassen - könnte später ja nützlich sein. Da der Anbau von Zwiebeln und Spinat zwischen acht und neun Stunden dauert, mache ich mich nach dem Anbau zu einem Abendspaziergang auf den Weg in die Stadt ... und schlafe völlig erschöpft auf dem Marktplatz von Wurzeltal ein.
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