Test Flower - Seite 2

Hunderte Blüten verhelfen euch, die Welt zu heilen.Hunderte Blüten verhelfen euch, die Welt zu heilen.

Kein Spiel der Welt

Es geht darum, dass wir zunächst als einzelne Blüte durch die Gegend fliegen. Aber auf unserem intensiven Flug treffen wir auf weitere Blumen, die wir erblühen lassen können - durch eine kurze Berührung unseres Blattes lassen wir sie erstrahlen und die Blume gibt uns, quasi zum Dank, eine Blüte ab. Wir fliegen weiter und sausen durch satt-grüne Wiesen und lassen alles erblühen, was wir auf dem Weg finden - und so sammeln sich irgendwann hunderte Blätter und Blüten, die wir mit einem simplen Knopfdruck, egal welchen, durch die Gegend fliegen.

Dabei ist es nicht unbedingt das Ziel, jede Blüte zu ergattern, es geht auch einfach darum, seine Seele baumeln zu lassen und mehr oder weniger ziellos durch die fantastischen Landschaften zu fliegen. Man bewundert die hervorragenden Bewegungen der Blätter und Gräser, es bewegt sich alles so unheimlich geschmeidig und realistisch - kein Spiel der Welt kann hier mithalten. Kein Crysis, kein Oblivion, nichts! Kein Spiel packt euch grafisch so sehr wie Flower. Dabei ist es nicht allein die Realitätsnähe, sondern einfach diese Schönheit an sich - es sieht einfach alles wunderschön aus. Und wer kann schon von Crysis behaupten, es sähe wirklich wunderschön aus? Es hat nicht die Atmosphäre eines Flowers. Punkt.

Unbeschreiblich schön, oder?Unbeschreiblich schön, oder?

Grauer Alltag

Flower hat aber noch viel mehr zu bieten, als willkürlich mit einer Schar an Blüten die Welt zu erkunden. Es hat ein Ziel. Einen Hintergrund. Eine Geschichte. Denn wenn ihr mal raus schaut, ist das, was ihr seht, karg, grau und seelenlos. Fahrt in die Stadt, erblickt gräuliche Gebäude und lasst euch von den dunklen Seiten der Welt hinabziehen. Doch das wird Flower verhindern: Ihr verzaubert die Welt mit euren Blüten, ihr heilt sie, ihr lasst sie erstrahlen und erblühen. Ihr sorgt dafür, dass der graue Alltag Farbe bekommt.

Dabei ist Flower stets dynamisch und abwechslungsreich. Es ist zuweilen ein unheimlich rasantes und geladenes Erlebnis, wenn wir durch enge Gebirgspassagen rasen und in verschiedenen Spuren zusätzliche Blumen erblühen lassen. Es ist der Mix aus vielen verschiedenen Spielgefühlen, die hier zutage kommen. Mal sind wir völlig außer Atem, wenn unsere bunte Gruppe aus Blüten einen kleinen Hügel als Sprungschanze nimmt, um danach fix wieder auf der Wiese die nächsten Blüten-Brüder zu finden. Mal staunen wir ehrfürchtig, wenn sich Gebirgsketten auseinander bewegen, um uns den Weg frei zu machen. Mal fürchten wir uns, wenn wir in tief-dunklen Gegenden durch gefährliche Strommasten fliegen.

Solche Kulissen machen sprachlos.Solche Kulissen machen sprachlos.

Hoffnung?

Gerade die erste Stunde von Flower ist wohl die schönste des Spiels: Auf grünen und prächtigen Wiesen lassen wir unsere hundert Blüten kreisen, ganze Areale erblühen und genießen die gleißende Sonne über uns - bis plötzlich der sehr düstere Part des Spiels übernimmt. Denn die Welt ist kaputt, dunkel und grau - Blumen sterben, Farben verschwinden. Und wir können mit unseren Blümchen die Welt heilen, in dem wir unter anderem trostlosen Schutt in Farbe tauchen können - das gelingt nur, wenn wir bestimmte Blumen in diesem Schutt oder in der Nähe erreichen und zum Blühen bringen. Doch es kann gefährlich werden: Einige Konstruktionen stehen unter Strom, sodass ihr wie vom Schlag getroffen durch die Gegend gewirbelt werdet und zahlreiche Blüten verliert.

Schon bevor Flower überhaupt richtig losgeht, zeigt uns der Start des Spiels die Tristesse der Großstadt - sechs Vasen stehen auf einer Fensterbank, im Hintergrund ein Fenster. Wir befinden uns in einem Hochhaus. Wir erblicken das Grau der Welt. Trostlos. Farblos. Zermürbend. Zerschmetternd. Und davor die sechs Vasen, in denen diese Trostlosigkeit, dieses Verlorene, dargestellt wird: Sechs noch nicht erblühte Blumen fristen ihr Dasein. Es ist dieser Gegensatz: Im Hintergrund das Düstere der Stadt, im Vordergrund die Blumen, die die Hoffnung nicht aufgeben, irgendwann doch nochmal erstrahlen zu können.

Die gleißende Sonne...Die gleißende Sonne...

Einzigartig!

Jede der sechs Blumen hat ihr eigenes Level und ihre eigene Welt - zu Beginn noch prächtig und farbenfroh, zum Schluss abgrundtief düster und gefährlich. Gerade die letzte Blume zeugt von der Dunkelheit der Welt: Wir rasen auf Autobahnen entlang, verhelfen riesigen Gebäuden zu Farbe und Glanz und geraten in ein Finale, das in seiner Faszination und Schönheit kaum zu überbieten ist. Wir sind aber nicht ernüchtert, dass nach wenigen Stunden schon alles vorbei ist. Nein, niemals. Wir sind sprachlos, sitzen da, lassen die aufregendste Reise der letzten Jahre Revue passieren, schwelgen in Erinnerungen und bewundern den Anblick der nun erblühten Welt. Herrlich. Einfach nur herrlich.

Pro:

  • innovative und kreative Spielweise
  • grandiose Musikuntermalung
  • präzise Steuerung
  • atemberaubende Landschaften
  • realistische Animationen
  • detailreiche Flora
  • wunderschöne Blüheffekte
  • verschiedene Spielgefühle

Kontra:

  • leichte Kameraprobleme

Meinung von Redaktioneller Mitarbeiter

Ich habe mich sehr schwer getan mit diesem Test. Ich habe einfach nicht die richtigen Worte gefunden, um diesem Spiel gerecht zu werden. Um diese atemberaubende Schönheit auch nur annähernd beschreiben zu können. Um dieses einmalige Spielgefühl in Worte fassen zu können. Um diese Emotionen auszudrücken, die ich beim Spielen erlebt habe. Und ich habe auch nicht gerade viele Worte gefunden. Es ist eben schlicht unbeschreiblich, was die Entwickler hier abgeliefert haben. Es hat mich derart fasziniert, die dunklen Landschaften in Farbe zu tauchen, während ich davor in bunten und farbenfrohen Kulissen die Schönheit bewundert habe. Es ist die Vielfalt, die Flower bietet, und das bei einem solch simplen Spielprinzip.

Die Grafik, die Animationen und die monumentalen Landschaften sind genial, die musikalische Untermalung sogar perfekt, aber das macht das Spiel nicht allein aus. Es sind die Emotionen, es ist die Geschichte, es ist der Draht zur Wirklichkeit - und das alles für nicht mal zehn Euro. Kauft euch weiterhin ruhig irgendwelchen Müll für überteuerte 70 Euro, spielt weiter seelenlose Shooter aus der Massenproduktion - ich kann wenigstens behaupten, eines der wunderschönsten Spiele gespielt zu haben. Für lächerliche zehn Euro - tut es doch auch.

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87 Spieletipps-Award

meint: Ein wunderschönes Meisterwerk, das tief berührt und unvergesslich ist. Kreativ, visionär, einzigartig - Flower MUSS man gespielt, nein, erlebt haben!

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