Test Just Cause 2: Das Bumm-Bumm-Geschoss

von Redaktioneller Mitarbeiter (26. März 2010)

"Is' datt geil, boah!" Was passiert, wenn Männer das Gamepad in die Hand nehmen und in einer riesigen Spielwelt für pure Zerstörung sorgen? Sie verlieren die Funktion der Artikulation, bekommen erregte Gliedmaßen und halten sich für die Größten. Dass die lieben Männer bei Just Cause 2 nun in Ekstase sind, verwundert nicht - hier fliegt nämlich alles in die Luft, was sich bei drei nicht schon selbst zerstört hat.

Ein Spiel, das man auch so beschreiben könnte: Bumm.Ein Spiel, das man auch so beschreiben könnte: Bumm.

Irgendwie ist es schon ein bisschen seltsam, wenn Rico Rodriguez wagemutig aus einem kaputten Hubschrauber springt und diejenigen töten will, die den Hubschrauber so demoliert haben. Da springt er, mitsamt seiner ausgeprägten Männlichkeit in Form kratziger Stimme und muskelbepackter Arme, und zieht seinem toten Kameraden in der Luft das Handy aus der Tasche.

Aha. Soso. Das ist also der Einstieg von Just Cause 2. Irgendwie... nicht ganz so spektakulär, wie es eventuell klingen mag. Er springt aus dem Helikopter, hat stets seinen Fallschirm dabei und zerstört was das Zeug hält - ja, das ist ganz schön cool, klar. Aber irgendwie wirkt Rico die ersten fünf Minuten wie ein aufgesetzter Action-Held, der eher unsympathisch rüberkommt. Aber das ändert sich ganz schnell, wenn wir die erste Portion brachialer Zerstörung herauslassen können!

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Test: Just Cause 2

Hier macht es auch gleich bumm.Hier macht es auch gleich bumm.

Weint woanders!

Wie schon im Vorgänger geht es also um bombastische Explosionen, geballtes Kaputtmachen und das sehr innige Liebäugeln mit zahlreichen Waffen. Wer da eine Story sucht, sucht vergebens. Denn hier ist die Story nicht gerade - Achtung, Wortspiel! - bombig. Es ist wieder einmal nur der Mittel zum Zweck, um die zahlreichen Anwandlungen von bleihaltigen Aggressionen zu begründen. Zur Veranschaulichung: Good old Rico wird von der Agentur, besser bekannt als CIA, auf die fiktive Insel Panau geschickt, um einen Ex-Arbeitskollegen und neuerdings Staatsfeind zu erledigen. Klingt nach einer absolut durchschnittlichen Action-Story - und dem ist auch so. Eine tiefgründige Geschichte mit emotionalen Bindungen zu anderen Charakteren und die Veranschaulichung der menschlichen Gefühle in Videospielen - oh Gott, Leute, geht Heavy Rain "spielen" und weint woanders. Hier wird scharf geschossen!

Nachdem wir also wissen, dass die Story eher daneben ist, können wir uns dem wirklich wichtigen Dingen des Lebens widmen: dem Chaos. Das kann Rico nämlich, Chaos stiften. Und das tut er sogar ganz gerne. Und wir auch. Sehr gerne sogar. In der unglaublich riesigen Welt von Just Cause 2 können und müssen wir Militärstützpunkte, kleine Dörfer oder Propaganda-Zeugs vernichten und dem Erdboden gleich machen. Propaganda-Zeugs? Ach ja, auf Panau hat ein neuer Präsident das Ruder übernommen und diktiert fröhlich die Einwohner.

Schon wieder bumm. Also so langsam wird's öde.Schon wieder bumm. Also so langsam wird's öde.

Dat Chaos, dat regiert

Eigentlich kann uns das ja ziemlich schnuppe sein, so wollen wir doch nur unseren einstigen Ausbilder erledigen. Aber um an den Typ erstmal ranzukommen, brauchen wir dringend Informationen, wo er sich aufhält. Und hier weitet sich die Story ein wenig aus: Drei verschiedene Fraktionen gilt es zu überreden und neue Details zu ergattern. Die verschiedenen Gruppierungen sind mehr oder weniger gegen den neuen Präsidenten und zetteln einen Aufstand an. Nun müssen wir im Namen der Banden ziemlich viele Aufträge erledigen und den Wirkungsbereich erhöhen.

Diese Missionen haben nicht nur den Sinn von Nebenaufgaben, sie dienen auch der Erhöhung des Chaos. Klar, Chaos stiften und so, kaputt machen und dergleichen - das ist Chaos. Eben nicht. Denn hier ist Chaos ein Wert, der bestimmt, wann neue Hauptmissionen freigeschaltet werden. So müssen wir einfach wahllos ballern und zerstören, bis wir genügend Chaos angerichtet haben und somit die Story weitergehen kann. Hier taucht der erste Schwachpunkt unter den ganzen Explosionen auf: Teilweise müssen wir Stunde um Stunde irgendwelche Städte außeinandernehmen, staatliches Eigentum zerstören oder Tankstellen in die Luft jagen. Natürlich wird dieses Action-Feuerwerk bombastisch in Szene gesetzt, teilweise dauert es auch einfach zu lange, bis wir endlich mal ein wenig in der nicht tiefgründigen, aber dafür spannenden Story vorankommen.

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