Test King's Bounty - Frauen an die Macht!

von Jochen Gebauer (18. April 2010)

Von wegen Emanzipation: Armored Princess stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass es Frauen schwieriger haben als Männer. Im Job, in der Beziehung und beim Retten der Welt.

Schwarze Drachen sorgen mitten in der gegnerischen Truppe für viel Tohuwabohu.Schwarze Drachen sorgen mitten in der gegnerischen Truppe für viel Tohuwabohu.

Wir erinnern uns: King's Bounty: The Legend war ein herrlich gemütliches Oldschool-Strategiespiel für Fans der Heroes-of-Might-and-Magic-Reihe. Truppen rekrutieren, rundenweise Monster plätten, Quests erfüllen, Rollenspiel-Werte des Helden steigern. So innovativ wie eine Tütensuppe, aber unglaublich spaßig und geradezu absurd sucht-erregend. Nur noch diesen Auftrag, nur noch diesen Gegner, nur noch ... ihr kennt das ja.

Am Spielprinzip - und am immensen Sucht-Faktor - hat sich auch beim Nachfolger nix geändert. Aber kaum kommt eine Frau ins Spiel, wird die Sache richtig haarig. Prinzessin Amelie kämpft nämlich nicht nur gegen Orks, Vampire und Piraten, sondern auch gegen einen knüppelharten Schwierigkeitsgrad. Wo The Legend eine sanfte Lernkurve mitbrachte, sind die ersten Spielstunden von Armored Princess zum Haareraufen.

Quietschbunte Fantasy-Welt - kitschig, aber trotzdem wunderschön.Quietschbunte Fantasy-Welt - kitschig, aber trotzdem wunderschön.

Redaktion kriegt Hucke voll

Aber der Reihe nach: Wie gewohnt erkunden wir in Echtzeit eine wunderschöne Fantasy-Welt, verkloppen streunende Monster in Hexfeld-Rundenschlachten, heuern neue Truppen an und feilen nebenbei an den Talenten unserer Heldin. Das geht auch flott und locker von der Hand ... bis wir die dritte Insel erreichen und verdattert zugucken, wie unsere Armee in Windeseile zu Katzenfutter verarbeitet wird. Also laden wir unseren Quicksave, probieren's noch einmal ... und kriegen wieder die Hucke voll.

Zwei Stunden später haben wir dann aber den Dreh raus und stellen fest: Armored Princess verzeiht gerade in den ersten Spielstunden keinen taktischen Fehler. Einsteiger verzweifeln angesichts der steilen Lernkurve, erfahrene Strategen und Kenner des Vorgängers hingegen freuen sich über spannende und herausfordernde Schlachten. Hier entscheiden Köpfchen und taktische Finesse, nicht die Anzahl der mitgeführten Truppen.

Textwüsten mit Mini-Schrift: Sprechen kann hier leider niemand.Textwüsten mit Mini-Schrift: Sprechen kann hier leider niemand.

Wo sind meine Drachen?

Die ist ohnehin begrenzt und an den Führerschaftswert unserer Heldin gekoppelt. Steigen wir eine Stufe auf oder sammeln herumstehende Standarten ein, erhöht sich unsere Führerschaft und wir dürfen zusätzliche Einheiten anheuern. Welche das genau sind, ändert sich - bis auf wenige Ausnahmen - bei jedem Spielstart. So fanden wir als Kriegerin schon relativ früh die mächtigen roten Drachen - und konnten uns die dank des hohen Führerschaftswerts der Klasse auch leisten. Resultat: Die taffen Anfangsgebiete spielten sich spürbar leichter. Als Magierin hingegen - ohnehin nicht mit hoher Führerschaft gesegnet und notorisch klamm an Truppen - offerierte uns Armored Princess lange Zeit nur niedrigstufiges Kanonenfutter.

Das Zufallssystem (auch Gegenstände und Zaubersprüche werden bei jedem Spielstart neu verteilt) erhöht einerseits den Wiederspielwert enorm - andererseits kann es im Extremfall auch dazu führen, dass manche Gebiete und Kämpfe schlicht unfair werden. Als hilfreich erweisen sich indes die neuen Erfolge in Form von Medaillen. Für gewisse Etappenziele, wie etwa zehn Kämpfe ohne Verluste, erhalten wir eine Belohnung in Form verbesserte Werte. Kleines Feature, großer Motivations-Schub.

Dieses Video zu King's Bounty - Armored Princess schon gesehen?

Weiter mit:

Kommentare anzeigen

20 Jahre Nintendo 64 (N64): Wir feiern Geburtstag und graben Anekdoten aus

20 Jahre Nintendo 64 (N64): Wir feiern Geburtstag und graben Anekdoten aus

Nintendos dritte große Heimkonsole wird 20, das "Project Reality" sogar schon 23. Verzögert und verschoben (...) mehr

Weitere Artikel

Resident Evil 7: PlayStation VR-Demo sorgt für Übelkeit

Resident Evil 7: PlayStation VR-Demo sorgt für Übelkeit

Das auf der Spielemesse E3 erstmals vorgestellte Resident Evil 7 kann auch mit Sonys „Virtual Reality“-Head (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

King's Bounty - Armored Princess (Übersicht)