3D-Gaming: Vorteile, Nachteile, Kosten - Seite 2

(Special)

Einer der neuen 3D-Fernseher von Sony, Modell KDL-40LX905.Einer der neuen 3D-Fernseher von Sony, Modell KDL-40LX905.

3D mit Fernseher und Konsolen

Um ein packendes 3D-Feeling mit einem Fernseher zu erreichen, sind ebenso einige technische Geräte vonnöten. Zudem ist die Technik an sich noch nicht ausgereift: Die wenigen Spiele, die es gibt, ruckeln und leiden unter einer mangelhaften grafischen Optimierung.

Ihr benötigt natürlich erst einmal einen 3D-Fernseher. Die größten Hersteller sind gerade fleißig dabei, entsprechende Geräte auf den Markt zu bringen. Samsung zum Beispiel hat bereits fünf Geräte in der Produktion, auch Philips ist mit drei Modellen dabei. Dazu gesellen sich Sony, Panasonic und Toshiba. Allerdings fällt hier sofort auf: Bei jedem der vorgestellten Fernseher liegt der Preis deutlich über 1.000 Euro. Das günstigste Gerät gibt's derzeit für eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.300 Euro und kommt von Samsung. Gerade die größeren Fernseher schlagen gerne mal mit über 3.000 Euro zu Buche.

Auch Samsung ist mit 3D-Geräten dabei. Preis: rund 2.400 Euro.Auch Samsung ist mit 3D-Geräten dabei. Preis: rund 2.400 Euro.

Keine Rot-Grün-Brille

Die neueren 3D-Fernseher haben im Prinzip nur eine Gemeinsamkeit: Sie arbeiten mit Shutterbrillen. Die verschiedenen Arten der Fernseher, wie Plasma oder LCD, funktionieren mit der 3D-Technik sehr unterschiedlich. Die Plasma-Fernseher zum Beispiel reagieren recht schnell auf die Leuchtzellen, haben aber mit einer ruckelnden Wiedergabe zu kämpfen. Bei einem LCD-Modell werden die Pixel nacheinander umgeschaltet und haben teilweise auch mit Ruckeln zu kämpfen.

Falls ihr euch für ein Gerät entschieden habt, geht es nun an die Brille. Normale Rot-Grün-Brillen funktionieren mit dieser Technik nicht, sodass ihr auf spezielle Shutterbrillen zurückgreifen müsst. Bei stinknormalen und billigen Brillen kommt es zu Flackern und die exakte Tiefenwirkung bleibt aus. In moderneren Systemen muss die Optik und der 3D-Effekt auf die Brille abgestimmt werden. Wirklich viele Hersteller für solche Shutterbrillen gibt es bisher jedoch nicht. Ganz vorne mit dabei sind Sony und Samsung, die bisher einige Modelle präsentiert und auf den Markt gebracht haben.

Die Shutterbrillen von Sony.Die Shutterbrillen von Sony.

Die Shutterbrillen

Allerdings gibt es eine Technik bei den Fernsehern, die keine teure Shutterbrille voraussetzt. Wenn die 3D-Fernseher auf die Polfilterbrillen setzen, sind die Geräte an sich nochmal eine Ecke teurer, allerdings können stinknormale 3D-Brillen eingesetzt werden - und die gibt es schon locker unter fünf Euro.

Die Shutterbrillen sind preislich sehr hoch angesetzt, da hier eine Menge Technik drinsteckt. Erst letzten Monat hat Sony erste 3D-Brillen enthüllt, die in Amerika pünktlich zum Start der Fußball-WM erscheinen sollen. Die beiden Modelle TDG-BR100 und TDG-BR50 kosten rund 130 US-Dollar, die bei einem 3D-Fernseher einen Infrarot-Ermitter voraussetzen - ist dieser nicht vorhanden, muss für weitere 55 US-Dollar nachgerüstet werden. Die Brillen sind natürlich für alle 3D-TV-Geräte von Sony kompatibel. Weitere Brillen wurden bisher nicht angekündigt.

Spielerisch langweilig, optisch ein Genuss!Spielerisch langweilig, optisch ein Genuss!

Schlechte Technik

Während die 3D-Technologie bei Computerspielen wie erwähnt mit 350 Titeln klotzt, kleckert sie bei den Konsolenspielen: Bisher gibt es nur zwei Titel, die die Technik unterstützen. Zum einen das Download-Prügelspiel Invincible Tiger - The Legend of Han Tao, zum anderen Avatar, das Spiel zum Film. Während der Download-Titel spielerisch recht schnell langweilt, ist Avatar natürlich etwas vielversprechender. Obwohl der optische Genuss erhöht wird, die Tiefenwirkung und die 3D-Effekte zutiefst beeindrucken, gibt es dennoch ein großes Problem: Es scheitert am Spiel selber. Die Konsole muss im 3D-Modus extrem arbeiten und sehr viel mehr Daten berechnen, sodass es zu dauerhaftem Ruckeln kommt. Eine neue und atemberaubende Technologie hin oder her - die Spiele können noch so imposant rüber kommen, wenn es an der Technik scheitert.

In der Vergangenheit haben einige Entwickler damit geworben, ihre Spiele seien 3D. Gutes Beispiel: G-Force - Agenten mit Biss, das Spiel zum Film. Dem Spiel lag eine gewöhnliche Rot-Grün-Brille bei, dessen Technik auf die veraltete Farbfilter-Technologie zurückgreift. Die Effekte können nicht im Ansatz mit der neuen Technologie mithalten, zu unspektakulär sind die 3D-Effekte, zu blass die Farben.

WipeOut HD in 3D - wir können es kaum erwarten!WipeOut HD in 3D - wir können es kaum erwarten!

Neue 3D-Spiele im Juni

Einige Fernseher haben jedoch die Möglichkeit, bestimmte Medien in 3D umzuwandeln. Filme, Spiele oder Fotos könnt ihr so in einer ganz neuen Art erleben, auch wenn sie ursprünglich nicht dafür programmiert wurden. Allerdings gibt es auch hier markante Unterschiede: Bei einigen Spielen gibt es nur im Pausenmenü 3D-Effekte, bei anderen Titeln fällt das Gesamtbild extrem positiv aus. Hier gilt: Einfach eure Spiele im 3D-Modus eures Fernsehers testen.

Mit dem neuen Firmware-Update für Sonys Playstation 3 erwarten euch vier brandneue 3D-Titel. Das Update wird im Juni veröffentlicht, genau wie die ersten 3D-Fernseher von Sony. Bei den Spielen handelt es sich um Pain, Wipeout HD, Super Stardust HD und eine Demo zu Motorstorm 2 - Pacific Rift. All diese Titel könnt ihr mit einem 3D-Fernseher und einer entsprechenden Shutterbrille auf ganz andere Art erleben - allerdings bleibt abzuwarten, wie die technische Umsetzung hier ausfällt. Schöne Effekte nützen nichts, wenn das Spiel aufgrund grafischer Optimierung ruckelt. Gerade bei Wipeout HD, das extrem rasant ist, machen wir uns Sorgen.

Ein gewöhnliches HDMI-Kabel ist schon für wenige Euro erhältlich.Ein gewöhnliches HDMI-Kabel ist schon für wenige Euro erhältlich.

Checkliste

Also, kurz und knapp, folgende Dinge braucht ihr für ein spielerisches 3D-Vergnügen im heimischen Wohnzimmer:

  • eine Spiele-Konsole mit HDMI-Ausgang (PS3 und Xbox 360 haben ihn, die Wii leider nicht)
  • ein HDMI-Kabel
  • einen 3D-Fernseher (erste Fernseher sind bereits seit April im Handel)
  • eine 3D-Brille, die mit dem 3D-Fernseher kompatibel ist
  • 3D-Spiele

Zeit für ein Fazit?

Um ein Fazit zu ziehen, ist es noch viel zu früh. Die 3D-Welle bricht gerade erst so richtig auf uns herein. Bis sich die 3D-Technologie jedoch wirklich etabliert hat, wird es wahrscheinlich noch das ein oder andere Jahr dauern. Gerade weil die HD-Technik erst den Weg in unsere Wohnzimmer findet, sind die meisten Spieler gar nicht bereit, jetzt erneut auf eine andere Technik umzusteigen. Und selbst wenn: Die vielen Tausend Euros fallen nicht locker aus der Tasche. Die TV-Geräte sind ab 50 Zoll extrem teuer - hinzu kommen die wenigen Spiele, die auch wirklich für 3D programmiert wurden. Und die, die es gibt, fallen durch: Es ruckelt und ruckelt und ruckelt. Hier herrscht Handlungsbedarf!

Auf dem PC hingegen ist der 3D-Effekt teilweise atemberaubend und lässt viele Spiele in einem völlig neuen Glanz erstrahlen. Auch der Kostenaufwand fällt sehr viel geringer aus. Etwas nervig könnte die Shutterbrille allerdings beim Tragen sein, wenn die Bügel drücken oder die Brille auf Dauer zu schwer wird. Potentielle Käufer sollten die 3D-Vision von Nvidia unbedingt vorher testen, da auch Kopfschmerzen und Schwindelgefühle durch 3D-Effekte ausgelöst werden können.

Kommentare anzeigen

Open World: Die 10 Spiele mit der größten offenen Welt

Open World: Die 10 Spiele mit der größten offenen Welt

Es kommt eben doch auf die Größe an! Hier findet ihr die 10 Spiele, die euch die fettesten, offenen (...) mehr

Weitere Artikel

Wahr oder falsch? #222: Matschepampe als Basis für fiese Geräusche in Mortal Kombat X?

Wahr oder falsch? #222: Matschepampe als Basis für fiese Geräusche in Mortal Kombat X?

Wenn ihr euch mal richtig prügeln wollt, beschreitet ihr mit Mortal Kombat X den richtigen Pfad. Hier geht es nich (...) mehr

Weitere News

Gewinnspiel

Adventskalender Tür 3: SteelSeries Gaming-Paket
Jetzt mitmachen!

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

zurück zur Special-Übersicht