Test Splinter Cell: Sam ist tot. Es lebe der Fisher!

von Redaktioneller Mitarbeiter (01. Mai 2010)

Es ist tatsächlich so gekommen, wie befürchtet. Der Mainstream, er ist überall! Wir können nicht fliehen! Er frisst sich in unsere Fernseher, unsere Radios, unsere Spiele! Und das macht uns fertig. Wenn es dann noch eine der besten Spiele-Serien aller Zeiten erwischt, können wir es wirklich nicht fassen: Sam Fisher ist tot!

Er ist wieder da. Und noch nie war er so wütend!Er ist wieder da. Und noch nie war er so wütend!

Nein, wir haben euch gerade nicht das Ende von Splinter Cell: Conviction verraten, keine Sorge. Aber der Sam Fisher, den ihr kanntet, ist tot. Er existiert nicht mehr und wird es wahrscheinlich auch nicht wieder. Und wenn schon das Spiel selber mit diesem Spruch beginnt, wird deutlich, dass Ubisoft hier ganz andere Wege gegangen ist. Eine Huldigung des Mainstreams, ein Altar für brachiale Action und eine Verbeugung für eine Hollywood-Story - das sind die Zutaten von Conviction. Wo bleibt die Stealth-Spannung, die die Serie berühmt machte? Das haben wir uns auch gefragt.

Nach dem Splinter Cell Double Agent mehr oder weniger nicht ganz so toll war und auch hier die Action mehr und mehr in Vordergrund geraten ist, geht Conviction einen anderen Weg. Klar, Ubisoft versucht mit diesem Teil das Stealth-Genre in die Moderne zu bringen, indem bildgewaltige Action und Stealth-Elemente vereint werden. Leider ist weder Ubisoft noch Sam dieser Aufgabe gewachsen, beide versinken in einem großen Haufen Potenzial.

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Test: Splinter Cell Conviction

Wer würde hier keine Kopfschmerzen bekommen?Wer würde hier keine Kopfschmerzen bekommen?

Sam Fisher oder doch Kratos?

Dass gerade die Story enorm viel Potenzial hat, dürfte klar sein. Sam Fisher musste als Doppelagent eine Menge durchmachen, seinen besten Freund töten, seine Tochter verlieren. Sam ist am Ende und hat nichts mehr, wofür es sich zu leben lohnt. Doch inmitten einer harmlosen Stille bricht das Chaos los. Dabei wird er noch von einer alten Bekannten kontaktiert, der Sam aber auch nur schwer vertrauen kann. Eigentlich wollte sich Sam von diesem Agenten-Quatsch verabschieden, hat er dadurch doch genug Leid erfahren. Nun aber beginnt ein gewaltiger Rachefeldzug, von Hass getrieben und von unbändiger Wut gesteuert - Sam wird zum erbarmungslosen Killer ohne jedwede Moral, ohne eine Geheimorganisation im Rücken.

Es ist zunächst etwas ungewohnt, diesen altbekannten Protagonisten in einem völlig neuen Licht zu sehen. Er wirkt anders, vielleicht menschlicher, näher an nachvollziehbaren Gefühlen. Sam ist kein lautloser Killer mehr, der in seinem Tarn-Outfit und vielen technischen Hilfsmitteln Aufträge erledigt, er ist vielmehr ein alter Held, der in einem neuen Spiel eine Wiedergeburt erfahren hat. Es ist ein anderer Sam, ein anderer Mensch, als er uns aus vielen Spielen bekannt ist. Wie soll man als Fan der Serie damit umgehen, wenn ein Meister des Stealth-Genres nun mit einem solchen Action-Knaller daherkommt?

Geschmeidig und elegant - der neue Tanzstil von Sam Fisher!Geschmeidig und elegant - der neue Tanzstil von Sam Fisher!

Sam aus alten Teilen

Man mag Ubisoft vieles vorwerfen - ein Schritt zum Mainstream, eine Veränderung eines gutfunktionierenden Spielprinzips, wenige Elemente von echten Schleichmissionen. Aber die Franzosen wissen gekonnt, eine Geschichte packend zu inszenieren. Es fällt schwer, das zu schreiben, aber Conviction bietet eine wirklich unterhaltsame und spannende Story. Warum fällt es uns nun so schwer, so etwas zu schreiben? Ganz einfach: Es hat einfach immer noch nichts mit den vorherigen Teilen zu tun. Natürlich wird die Story fortgeführt, aber der Sam Fisher ist einfach ein ganz anderer. So fühlt sich das Spiel und natürlich auch die Geschichte ganz anders an. Und doch kann die Story irgendwie begeistern - genau das ist es ja! Es ist spannend und packend, obwohl es kein echtes Splinter Cell mehr ist. Irgendwie macht uns das traurig.

Ubisoft spielt gekonnt mit dem Fisher aus alten Teilen. Denn obwohl dieser Sam aus Conviction keine Wiedersehensfreude erweckt, gehen die Entwickler auf die Vergangenheit ein und ziehen somit den Faden durch die Reihe. So wollte Ubisoft wahrscheinlich versuchen, die Spieler emotional mitzureißen, einfach weil die Geschichte um Sam in den vorherigen Teilen mehr als tragisch war. Leider gelingt das nicht durchgehend, zumal einige bereits zum Anfang aufkommende Wendungen schlicht und ergreifend nicht nachvollziehbar und wenig kreativ sind. Da kommt nämlich ganz schnell die Frage auf, ob Fishers Tochter Sarah wirklich tot ist - ooohjeeeeee, wie abgedroschen! Es wirkt so, als wüsste Ubisoft nicht, wie sie die Story abseits der hiesigen Verschwörung gegen die Vereinigten Staaten spannend gestalten können - so lässt man die Tochter einfach mal wieder leben.

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