Test Splinter Cell Conviction - Seite 3

Ein bisschen abhängen, würde der neudeutsche Jugendliche jetzt sagen.Ein bisschen abhängen, würde der neudeutsche Jugendliche jetzt sagen.

Ein Kühlschrank, der im Weg steht

Auf Dauer total nervig ist der Schwarz-Weiß-Look, wenn wir in den Schatten umherschleichen. Das fast komplette Spiel färbt sich in schwarz-weiß, wenn wir schleichen und momentan unentdeckt sind. Dadurch sind einige Abschnitte in den sehr engen Levels schlicht nicht zu erkennen. Das resultierende Ergebnis dadurch: Wir sehen die Deckung nicht mehr. Da zeigt uns zwar ein Pfeil die nächste an, wir sehen aber nicht, ob es sich um ein Sofa oder einen Kühlschrank handelt. Und wenn wir mal nicht von Deckung zu Deckung kraxeln, ist es ebenso schwer, ungestört den Weg durch die Levels zu finden - da laufen wir einfach mal gegen irgendwelche Pappkartons. Wir haben sie halt nicht gesehen.

Zudem wirkt das ganze Spiel deshalb auf Dauer ein bisschen öde und karg. Gerade wenn ihr euch entscheidet, so viel zu schleichen wie nur möglich, müsst ihr einen großen Teil von Conviction nur in schwarz-weiß "bestaunen". Ebenso neu wie ungewöhnlich ist unsere "letzte bekannte Position", ein nicht unnützliches Feature. Wenn uns die Gegner entdeckt haben, aber nicht sofort mit der Schrotflinte vor uns stehen, können wir rasch die Position wechseln und in die Schatten eintauchen. Eine Silhouette von uns zeigt nun, wo uns die Gegner vermuten. So können wir nicht nur die Wachen gezielt umgehen, es treibt den Puls auch noch unheimlich in die Höhe, wenn wir die Silhouette erblicken und so schnell wie möglich die Position wechseln müssen.

Und wer macht später die Schuhe sauber?Und wer macht später die Schuhe sauber?

Die letzte bekannte Position

Leider leidet durch dieses Feature die KI ein wenig. Denn wenn uns die Wachen entdeckt haben, wir aber schon meilenweit woanders sind, rennen sie weiterhin wie die Bekloppten auf die letzte bekannte Position zu und ziehen nicht mal in Erwägung, dass wir schon längst woanders sind. Gerade weil die Wachen oftmals laustark betonen, wie legendär der Sam Fisher doch ist - da müssten sie doch wissen, was für ein gewiefter Fuchs da gerade in den Schatten lauert. Im Ganzen gesehen macht die KI eine solide Rolle, obwohl wir dennoch manchmal das Gefühl hatten, dass die Entwickler zu inkonsequent waren. Wir kauern in einer Deckung und beobachten zwei schnackende Wachen. Wir könnten uns natürlich von hinten an die eine heranschleichen, ausschalten und die vorher markierte zweite danach erledigen. Machen wir aber nicht. Wir schalten zuerst den einen mit der Pistole aus. Während sein Gegenüber schon irgendwas brüllt, nehmen wir seinen Kopf ins Fadenkreuz und drücken ab. Zack, beide tot, niemand alarmiert, obwohl wie am Spieß geschrien wurde. Das geht gar nicht!

Manchmal ist es auch möglich, die Gegner in so enge Abschnitte eines Levels zu locken, dass wir einfach hinter der Tür warten bis sie kommen und dann schlicht einen Nahkampfkill ansetzen. So wird die eigentlich solide KI auf sehr dumme und vor allem leichte Art und Weise ausgehebelt. Sowieso sollten erfahrene Spieler sofort den härtesten der drei Schwierigkeitsgrade wählen, da ihr sonst absolut unterfordert seid.

Auf technische Hilfsmittel müsst ihr in Conviction nicht gänzlich verzichten. Zwar arbeitet Sam nicht mehr für Third Echolon, ist aber nicht völlig hilflos. Da gibt es zum Beispiel die gute, alte EMP-Granate, die die Wachen blendet und die Lichtquellen zeitweise ausschaltet. Eine unheimlich praktische Sonarbrille lässt euch durch Wände und Mauern schauen - ein optimaler Durchblick, um dahinter Feinde zu erkennen. Ihr könnt mit einer Kamera durch Türen gucken, damit euch auch ja nichts Unerwartetes erwartet. Zudem dürft ihr eure Waffen upgraden und mehr Leistung herausholen. Doch dieses System macht euch weder merklich stärker noch ist es wirklich durchdacht.

Eine schöne Wandfarbe!Eine schöne Wandfarbe!

Verhören = verprügeln

Lobende Worte müssen wir für das Level-Design vergeben. Denn hier haben die Entwickler großartige Arbeit geleistet: unzählige authentische Deckungsmöglichkeiten und fantastische (wenn auch wenige) Schleichmöglichkeiten. Da war es gar nicht schwer, eine gute Mischung aus Stealth und Action hinzubekommen, denn die Levels bieten dies einfach an. Unsere Lieblingsmission war übrigens der Tiefgaragen-Level - hier haben wir schon lange nicht mehr so nervenaufreibend und spannend geschlichen. Leider müssen wir in diesem Zusammenhang die teilweise schlecht gesetzten Speicherpunkte erwähnen. Hier wird für ordentlich Frust gesorgt und der Puls steigt schnell rasend an.

Übrigens: Stellenweise könnt ihr wichtige Personen im Spiel auf rabiate Art und Weise verhören - wobei man dazu auch eher verprügeln sagen könnte. Ihr könnt nämlich mit der Umgebung interagieren und so des Opfers Kopf gegen die Scheibe wuchten. Das wirkt natürlich extrem gewalttätig und lässt Sam erneut als Killermaschine darstehen, dennoch ist es in einem angemessenen und vorallem authentischen Rahmen.

Abschließend sei noch der Koop-Modus zu erwähnen, in dem ihr mit einem zusätzlichen Spieler die Vorgeschichte zu Conviction erleben könnt. Dabei sorgen verschiedene Modi für viel Abwechslung. Gerade die Tatsache, dass ihr euch helfen müsst, um erfolgreich zu sein, macht Conviction zu einem kleinen Koop-Hit. Großartig!

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Cuccus
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