Vorschau Hunted - Schmiede der Finsternis - Seite 2

Die Grafik punktet mit stimmigen Lichteffekten.Die Grafik punktet mit stimmigen Lichteffekten.

Zu wenig

Wie gesagt, der gute Caddoc hat ordentlich Muskeln und bevorzugt im Kampf den direkten Kontakt mit dem Feind - ob Axt, Schwert oder Lanze, solange es ordentlich reinhaut und nicht eine Tonne wiegt, kann Caddoc damit umgehen und ordentlich Schaden anrichten. Nach Lust und Laune greift er aber auch mal zur Armbrust. Vielmehr zum Bogen greift Elara, die wohl hübscheste Bogenschützin der letzten Jahre. Ihr hättet es wohl kaum vermutet, aber Elara favorisiert in der Schlacht den Bogen - das kam jetzt unerwartet, nicht wahr? Wissen wir doch, wir kennen euch Pappenheimer halt. Jedenfalls, die Gute nimmt die Feinde aus der Ferne aufs Korn und ballert die Pfeile förmlich Richtung böses Ungetüm.

Wir haben also einen klassischen Nah- und Fernkämpfer - etwas mehr hätten sich die Fantasy-Veteranen rund um Fargo und Findley schon ausdenken können. Haben sie auch. Elana und Caddoc beherrschen ein paar Zaubersprüche, die dem Spiel unheimlich gut tun und die anfangs vermutete Klassenarmut aufheben. Leider war's das trotzdem schon: Bogenschütze, Magier und Krieger. Und all das in zwei Charaktere gestopft und mit ein paar wenigen Zaubersprüchen ausgestattet.

Roundhouse-Kick!Roundhouse-Kick!

Humor und Fantasy

Da liegt ein großes Problem in Hunted begründet: Zwar könnt ihr die Spielmechanik des Fernkampfs mit der Magie kombinieren und seid somit nicht völlig einseitig beim Bogenschießen, trotzdem werden einige Spieler Probleme mit den Charakteren selber haben. Es mag zwar utopisch klingen, aber nicht jeder gewiefte Zocker möchte eine sarkastische Bogenschützin spielen, die auch im Nahkampf gar nicht schlecht austeilen kann. Und auch der Conan'sche Cannoc, der, ohne Witz, Angst vor Höhlen hat, wird nicht jedem auf Anhieb sympathisch vorkommen. Das bricht einem Koop-Game schon das Genick, da die Spieler kein Spiel durchzocken, wenn ihnen die Charaktere nicht gefallen. Warum haben die Entwickler nun nicht auf eine klassische Charaktererstellung zurückgegriffen?

Weil es einen Hauch von Geschichte gibt. Okay, zugegeben, dass ist eine schlechte Ausrede, zumal die Story durchschnittliche Fantasy-Kost ist. Es ist eher ein Vorwand, um dem Spiel einen gewissen Humor zu verleihen. Denn die beiden Charaktere interagieren nicht nur spielerisch miteinander, sie reden auch viel über die gerade erlebten Geschehnisse. Und wenn da ein Muskelmann Caddoc ankommt und in einem Dungeon-Crawler Angst vor Höhlen hat, ist es schlicht unheimlich lustig - in einem Dungeon-Crawler! Die (nicht wörtlich) bissige Elara sieht einige Situationen aus einer recht sarkastischen Art und Weise und legt ihren Weggefährten gerne mal rein. Dem Spiel wird durch diese "Beziehung" der beiden eine unheimliche Frische verliehen, was mit selbstgestalteten Charakteren eben nicht möglich gewesen wäre.

Auch Boss-Kämpfe erwarten uns.Auch Boss-Kämpfe erwarten uns.

Schon ausgezogen

Trotzdem wird es zu Problemen kommen: Da wollen zwei Freunde Hunted spielen und schnappen sich die Gamepads. Vor unserem inneren Auge sehen wir eine von zwei möglichen Situationen: Beide wählen sofort Elara aus und haben sie gedanklich schon ausgezogen. Das große Geschrei geht los, wenn der eine merkt, dass er zu langsam war und wirft das Gamepad beleidigt in die Ecke. Mission failed. Die andere von zwei Situationen läuft ebenso aus dem Ruder. Ihr wollt beide unbedingt Caddoc spielen und eventuell etwas kompensieren. Und Frauen in Videospielen sind sowieso total unangebracht. Gegen die Emanzipation und so - oder so.

Klar, wir übertreiben. Aber beide Charaktere sind von ihrer Persönlichkeit nun mal sehr unterschiedlich und nicht Jedermanns Sache. Allerdings dürfte das bei einem Dungeon-Crawler ziemlich schnuppe sein, denn hier steht das Gameplay im Vordergrund. Doch auch hier ernüchtert Hunted ein wenig: Die Schlag-Animationen von Caddoc sehen noch extrem hölzern und ungeschmeidig aus. Das schmälert den eigentlichen Glanz der Unreal Engine 3, wenn wir, gezwungenermaßen, Caddoc beim Verprügeln zuschauen müssen. Ebenso etwas stumpf fällt das Kampfsystem an sich aus: harte Hiebe, weiche Hiebe, blocken. Zwar kann man brachiale Kombos starten und die einzelnen Elemente kombinieren, deren Anzahl fiel bisher aber etwas sparsam aus. Viel vom Spiel und besonders vom Nahkampf haben wir nicht gesehen, doch die Entwickler müssen hier nachbessern: zu steif, zu undynamisch, zu wenig Kombos!

Zauberei! Hexe! Verbrennt sie!Zauberei! Hexe! Verbrennt sie!

Kein Popo mehr

Aber wie immer gibt es ein "aber", das auch hier prima passt: aber es gibt ja noch den Fernkampf. Der gleißende Hoffnungsschimmer? Na, nicht wirklich, aber insgesamt etwas dynamischer. Hier gehts nämlich mit dem guten alten Fadenkreuz in gewohnter Shooter-Manier zur Sache. Ein bisschen ranzoomen, zielen und drauflosballern - mit einem Bogen! Das bringt Spaß, das ist fordernd und erinnert natürlich an zigtausend Shooter, die das gleiche bereits in genau der selben Form gemacht haben. Aber eben nie mit einem Bogen.

Wir sind uns zwar ziemlich sicher, dass am Kampfsystem noch eine Menge geschraubt wird, da dies der elementare Bestandteil eines Dungeon-Crawlers ist, aber schon jetzt haben die Schlachten eine Menge Spaß gebracht. Es war simpel, roh und dreckig - da wir ja auch zu zweit unterwegs sind, ist Taktik gefragt, was eine Versimplung des Spiels verhindert. Gerade allgegenwärtige Höhenunterschiede machen dies deutlich - während Caddoc in die Menge der Skelette stürmt und wie ein Barbar wütet, hechtet die agile Elara auf einen nahen Vorsprung, um dann mit Pfeil und Bogen ihren Weggefährten zu unterstützen. So haben beide Spieler verschiedene Aufgaben und ein Kampf lässt sich vorher oder mittendrin richtig schön planen. Das ist zuweilen nicht nur richtig actionreich, sondern auch einfach verdammt spaßig. Toll finden wir übrigens auch die Möglichkeit, an jedem Checkpoint die Charaktere zu wechseln. Solltet ihr also irgendwann keine Lust mehr auf den knackigen Po von Elara haben, was wir nicht glauben, könnt ihr rasch die Charaktere wechseln und schon ändert sich das ganze Spielgefühl. Gut gelöst!

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