Test Lord of Ultima: Browserspiel für Strategen und Siedler-Fans

von Martin Deppe (04. Mai 2010)

Rathaus, Kaserne, Holzfäller, Steinbruch: Klingt wie ein stinknormales Browserspiel. Doch schon nach wenigen Klicks ertappen wir uns, wie wir über der idealen Stadtplanung grübeln. Und dabei hat unsere Jagd auf Drachen, Piraten und arglose Nachbarstädte nicht mal angefangen!

Alle Gebäude gibt's bis Ausbaustufe 10 - und geschickt platzieren sollten wir sie auch.Alle Gebäude gibt's bis Ausbaustufe 10 - und geschickt platzieren sollten wir sie auch.

Verflixt. Wir dürfen nur noch ein Gebäude hochziehen - danach müssen wir erst wieder das Rathaus ausbauen, um unser Limit zu erhöhen. Aber was bauen wir nur? Noch ein Wohnhaus? Das steigert die Effizienz der angrenzenden Produktionsstätten und beschleunigt unsere Bauarbeiten. Oder doch lieber die dritte Kaserne? Die erhöht unsere maximale Armeegröße und das Rekrutierungstempo, auch für den Kavalleriestall und den Tempel nebenan. Oder doch besser eine Werft, den zweiten Hafen, einen Ballista-Turm, eine Werkstatt für Belagerungsmaschinen?

Es ist zum Verrücktwerden. Und das schlimmste: Es macht Spaß!

1 von 6

Lord of Ultima

Regionskarte: Oben lockt ein Level-3-Moloch mit Beute, rechts daneben ein Berg-Dungeon mit viel Eisenerz.Regionskarte: Oben lockt ein Level-3-Moloch mit Beute, rechts daneben ein Berg-Dungeon mit viel Eisenerz.

Steingemetzel auf dem Holzweg

Electronic Arts' Gratis-Browserspiel Lord of Ultima läuft grundsätzlich auf zwei Ebenen ab: In der Stadtansicht platzieren wir in Siedler-Manier Gebäude. Wo wir die Dinger hinsetzen, ist nicht vorgegeben. Wer so doof ist, der kann gerne seine Holzfällerhütten an Steinvorkommen bauen, die Eisenmine ans Flussufer und den Steinmetz an den Wald. Clevere Spieler hingegen packen die Betriebe nicht nur an die passenden Rohstoffvorkommen, sondern kombinieren auch verschiedene Boni. Die Eisenmine beispielsweise schaufelt Metall schneller in die Lagerhäuser, wenn wir nebenan eine Gießerei hochziehen und ein Wohnhaus anbauen. Idealerweise grenzen die beiden an weitere Minen, sodass alle von ihr profitieren.

Die zweite Ebene ist die Regionskarte. Hier stehen die Städte tausender Mitspieler, hier locken Dungeons, hier wandern Drachen, Molochs und Hydren umher. Und das schöne daran: Die dürfen wir alle angreifen. Ja, alle!

Je größer eine Stadt, desto trutziger ist sie auf der Regionskarte dargestellt. Blaue Städte (Mitte) haben eine Burg.Je größer eine Stadt, desto trutziger ist sie auf der Regionskarte dargestellt. Blaue Städte (Mitte) haben eine Burg.

Täter oder Opfer?

In vielen Browserspielen gibt's zwei Hauptgruppen von Spielern. Die einen sind 25 Stunden am Tag online und betüddeln ihr Reich. Die anderen werden 25 Stunden am Tag von der ersten Gruppe angegriffen.

Okay, das mag etwas überspitzt sein, aber grundsätzlich ist es doch so: Wer etwa bei OGame nicht laufend aufpasst, seine Rohstoffe vor dem Schlafengehen auf Raumschiffe packt und umherfliegt, der endet schnell als unfreiwilliger Ressourcenlieferant - neudeutsch "Farm" genannt.

Lord of Ultima hat da einen relativ einfachen Kniff gefunden, um friedliche Aufbauspieler vor gierigen Nachbarn zu schützen: die Burg. Solange ihr in einer Stadt keine Burg errichtet, kann sie nämlich nur geplündert, nicht aber erobert werden. Und Plündern wird für den Angreifer schnell viel zu verlustreich, weil nur zehn Prozent seiner Truppen wirklich kämpfen - die anderen 90 sind mit Beuteschleppen beschäftigt. Wer keine Burg in seiner Stadt hat, kann umgekehrt Mitspieler weder angreifen noch plündern. Und da man natürlich mehrere Städte haben darf, ist das Keine-Burg-Bauen oder Doch-Burg-Bauen für jede einzelne Stadt eine ganz schön strategische Entscheidung.

Eine starke Flotte ist teuer, lohnt sich aber: Überfälle auf Küstenstädte, Piratenjagd, Riesenkraken-Grillabende...Eine starke Flotte ist teuer, lohnt sich aber: Überfälle auf Küstenstädte, Piratenjagd, Riesenkraken-Grillabende...

Däumchendrehen? Pah!

Wer keine Burg baut, hat außer Häuserpuzzeln nichts zu tun? Von wegen! Auf der Regionskarte tauchen zum Beispiel immer mal wieder Drachen, Schiffswracks, Dungeons und so weiter auf. Da dürfen wir dann Armeen hinschicken, die ...

a) ... den folgenden Kampf gewinnen, Rohstoffe und Gold erbeuten und singend nach Hause wandern

b) ... einen auf die Mütze kriegen, ein paar Rohstoffe und etwas Gold erbeuten und nach Hause humpeln

Alle Bossgegner und Dungeons gibt's in den Stufen eins bis zehn, sodass wir fast immer lohnenswerte Ziele in der Nähe haben. Diese neutralen Gegner bringen uns nicht nur Beute und gelegentlich ein Artefakt, sondern erledigen nebenbei den größten Feind vieler Browserspiele: die Berechenbarkeit. Denn in viel zu vielen Konkurrenztiteln passiert einfach nichts Ungewöhnliches - solange man nicht im Krieg mit Mitspielern steht, ist der Spielablauf schlicht zu starr und vorhersehbar.

Weiter mit:

Kommentare anzeigen

Das Duell: PlayStation 4 Pro versus Xbox One S

Das Duell: PlayStation 4 Pro versus Xbox One S

Sony gegen Microsoft: Das langjährige Duell geht 2016 in eine neue Runde. Beide Hersteller liefern dieses Jahr neue (...) mehr

Weitere Artikel

The Last of Us Part 2: Nachfolger soeben angekündigt

The Last of Us Part 2: Nachfolger soeben angekündigt

Im Rahmen der PlayStation Experience 2016 hat Sony soeben einen Nachfolger zu The Last of Us angekündigt. Das Spie (...) mehr

Weitere News

Gutschein Aktion

Holt euch Keys für Gigantic
Schnell zugreifen!

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Meinungen - Lord of Ultima

Alle Meinungen

Lord of Ultima (Übersicht)