Test Lost Planet 2 - Seite 2

Des Menschen bester Freund: der Mech.Des Menschen bester Freund: der Mech.

Fieber

Seht ihr, ein Test voller Fragen. In unserer Position würden wir euch gerne diese Fragen beantworten, aber wir wissen es ja selbst nicht mal. Natürlich blicken die Kenner des Erstlings ein wenig mehr durch, aber die Story in Lost Planet 2 ist einfach so unglaublich schlecht, dass uns beinahe die Worte fehlen. Das liegt jetzt nicht unbedingt an vorhersehbaren Story-Wendungen oder schlechten Zwischensequenzen - das Szenario um den Planeten E.D.N. III bietet viel Platz für eine actionreiche Geschichte. Aber wenn wir in sechs Episoden durchweg jedesmal einen anderen Charakter spielen, kann da niemals irgendwie ein Gefühl von Spannung oder Dramatik aufkommen.

Jedesmal steuern wir einen anderen Kerl, den wir nicht kennen, auch nicht kennenlernen, wir reden mit irgendwem, mit eigenen Soldaten, mit feindlichen Soldaten, wir haben aber keine Ahnung, warum wir freundlich und die böse sind oder ob es überhaupt gut und böse gibt - herrje! Wir fiebern nicht mit den Charakteren mit, sie sind uns völlig egal. Obwohl die Zwischensequenzen für sich gesehen wirklich nett anzuschauen sind, können sie die dämliche Story nicht packender gestalten.

Leider kein Eis-Setting mehr. Schade.Leider kein Eis-Setting mehr. Schade.

Unglaublich!

Viel schlimmer wird es ja, dass wir zwar mit vier KI-Kameraden durch die Gegend ziehen, sie aber nie ein Wort sagen. Man merkt sofort, dass Capcom das Spiel auf die kooperativen Elemente zugeschnitten hat - da war natürlich keine Zeit mehr, den Solisten Dramaturgie und Teamgefühl zu schenken. Die Kameraden sterben dort und da, hier und überall und es ist uns wieder mal völlig egal, denn sie kommen wenig später ja eh an einem der Respawn-Punkte zurück ins Spiel, als wenn nichts passiert wäre. Sowas ärgert uns einfach!

Natürlich könnten wir jetzt einfach die Kampagne mit drei weiteren Spielern durchzocken und die teilweise höchst brachiale Action genießen, aber wenn Capcom versucht, die Geschichte weiter auszubauen, dann aber auch richtig. Oder halt nicht. Dann hätten sie die komplette Story weglassen und sich noch mehr auf die Koop-Kampagne konzentrieren können. Den Gipfel der Ärgerlichkeit erklimmen wir, wenn gute Ansätze der Geschichte sichtbar werden - wieso nicht das ganze Spiel so, Capcom? Die ein oder andere Zwischensequenz ist toll, die verschiedenen Perspektiven rund um den Planeten bieten viel Spielraum für eine interessante Geschichte - aber hier lassen die Entwickler den größten Haufen Potenzial liegen, wie schon lange nicht mehr. Schämt euch, Capcom!

Rettung naht!Rettung naht!

Keine KI

Ein weiteres Problem, dass Lost Planet 2 ganz eindeutig als Koop-Spiel hinstellt, ist die künstliche Intelligenz unserer Kameraden. Auch hier fragen wir uns, wie viele Entwickler wohl an der KI beteiligt waren? Zweieinhalb? Na, das ist schon zuviel. Denn unsere KI-Freunde sind so absolut blöd, dass wir im Prinzip schon dazu genötigt werden, mit echten Spielern zu zocken. Wenn es hier nur um nur normale Stellungsgefechte gegen normale Feinde geht, hätten wir kein Problem - gibt ja auch zig andere Shooter, die mit dumm-dämlicher KI Spaß machen. Aber hier geht es eben weit bombastischer und vor allem taktischer zu. Capcom liefert uns auch im zweiten Teil die wohl gigantischsten Bosskämpfe im Shooter-Genre ab - der Erstling hat das schon hervorragend gezeigt.

Aber was nützen coole Endgegner im Einzelspielerpart, wenn unsere Kameraden zu nichts in der Lage sind? Wieso müssen sich Solisten diesem Frust hingeben? Es grenzt schon an einer Frechheit, gerade weil viele Endgegner und Mechanismen in den Levels darauf ausgelegt sind, zusammen mit den Kameraden zu interagieren. Wenn aber die KI eben dies nicht kapiert hat, riesige Gegner ohne wirkliche Taktik angeht und sowieso selten das machen, was gerade klug wäre, hätte Capcom auch gleich den kompletten Fokus auf die Koop-Kampagne setzen können. So hätte man die Enttäuschung der Fans des Vorgängers vermieden, die nun mal ein packendes Einzelspieler-Erlebnis erwartet haben.

Nicht so laut!Nicht so laut!

Fingerspitze

Aber: Lost Planet 2 ist kein völliger Durchschnitts-Shooter. Denn es handelt sich hier nun mal um ein Koop-Spiel. Auch wenn Capcom es anders beworben und auch versucht hat, dem Titel mehr als nur kooperative Elemente zu geben, ist es dennoch ein reines Mehrspieler-Vergnügen. Und hier entfaltet sich der enorme Spielspaß, der sich eben erst dann entfaltet, wenn wir mit echten Spielern in den Krieg ziehen. Die Story rauscht zwar weiterhin nur so an uns vorbei, aber nun können wir endlich mal ein wenig Taktik und Strategie ins Spiel bringen.

Denn jetzt geht es endlich so richtig los: wenn da ein riesiger Mech am Boden nur darauf wartet, von uns gesteuert zu werden, während unsere Partner seine Geschütze bedienen, ist das einfach nur Action pur. Und da reicht es auch zuweilen nicht, einfach im Mech selber sinnlos drauf los zu ballern. Gerade bei den riesigen Akriden ist taktisches Fingerspitzengefühl nötig.

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