Test Lost Planet 2 - Seite 3

Die Boss-Kämpfe suchen ihresgleichen.Die Boss-Kämpfe suchen ihresgleichen.

Monstermäßig

Da müssen wir auch mal überlegen, ob es nicht klüger ist, wenn zwei Spieler im Mech einen direkten Frontalangriff wagen und die übrigen Soldaten einen Datenposten aktivieren oder die Feinde flankieren. Dennoch: Allzu taktisch wird es gegen andere Banditen und Soldaten nicht. Klar, hier und da ist stupides Dauerfeuern nicht der Weg zum Sieg, aber die wirklich taktische Note kommt erst so richtig bei den Bosskämpfen zum Vorschein.

Hier übertrifft sich Capcom selbst. Kein anderer Shooter kommt an diesen Bombast und dieses herrliche Design der Akriden heran - man muss es einfach so sagen. Gleich das erste riesige Viech, das wir erledigen müssen, erscheint in all seiner Pracht aus dem Wasser und macht uns mit seinen tentakelartigen "Armen" das Leben schwer. Glücklicherweise sind die Schwachstellen der Biester orange-leuchtend markiert, sodass wir nicht völlig ziellos ballern. Einige Kämpfe sind auch in Phasen eingeteilt: Während wir alles daran setzen, dem Viech seine Tentakel abzuschießen, bewegt es irgendwann den Kopf so zu uns hin, dass wir nun die Schwachstelle am Kopf ins Visier nehmen.

Eine Fliege!Eine Fliege!

Geschütze der Mechs

Oder: Ein riesiges vierbeiniges Viech quält sich unendlich langsam aus dem Wasser heraus, um dann in einem weitläufigen Tal von uns getötet zu werden. Hier empfiehlt es sich ebenfalls, nicht wie blöd auf die Schwachstellen zu feuern - das geht nur schief. Im Tal sind einige Datenposten, die uns extrem helfen können. Zudem sind dort immer wieder abgewrackte Mechs zu finden, deren riesige Kanonen ihr abmontieren und gegen das Monstrum einsetzen könnt. So muss sich die Gruppe schon einmal aufteilen und taktisch klug vorgehen, damit ihr nicht sofort ins Gras beißt.

Dabei müsst ihr auch immer wieder die Umgebung nutzen, um beispielsweise nicht zertrampelt zu werden. Da kommt schon eine Art Atmosphäre auf, wenn wir in einer Höhle warten, bis das gigantische Viech außer Reichweite ist und wir rasch neue Waffen besorgen. Denn es warten zahlreiche verschiedene Waffen auf euch, die nicht unbedingt zu jedem Boss-Typ passen. Es dauert halt einfach ewig, wenn wir mit dem normalen Maschinengewehr auf die riesigen Akriden ballern, wenn ein Raketenwerfer doch viel mehr Schaden anrichtet. Ein wirklich tolles Feature ist die Möglichkeit, die Geschütze und Waffen an den Mechs abzumontieren und auszutauschen. Finden wir also irgendwo im Level eine riesige Gatling-Gun, die so eigentlich mal an einem der Kampfanzüge befestigt war, nehmen wir sie einfach mit und können sie auch gleichzeitig benutzen. Sind wir dann später an einem Mech angekommen, montieren wir dort die Gatling-Gun einfach und schnell an. So wird dem Spiel noch mehr Taktik verliehen, da man einerseits die Geschütze abbauen und als Fußsoldat unterwegs sein, andererseits im Mech für Zerstörung sorgen kann.

Haben wir schon erwähnt, dass die Akriden extrem cool sind?Haben wir schon erwähnt, dass die Akriden extrem cool sind?

Respawn?

Auch die Art der Mechs ist verschieden. So gibt es kleine Kampfanzüge, die etwas Schutz bieten und teilweise nicht mal mit einem Geschütz ausgestattet sind, andere Varianten bieten bis zu drei Mann Platz und werden so zu einer ultimativen Kampfmaschine. Ob Kampfroboter oder Schutzanzug, die Mechs sind variantenreich und frischen das Spiel unheimlich auf.

Da bieten sich aber noch weitere strategische Möglichkeiten an: Zwei Spieler sitzen in einem der großen Mechs und nehmen einen gegnerischen Kampfroboter unter Beschuss, während die zwei anderen Kollegen gezielt die Fußsolden ausschalten oder weitere Datenposten aktivieren. Diese Datenposten dienen übrigens dazu, dass ihr nicht ständig von vorne beginnen müsst - habt ihr erst einmal einen solchen Posten aktiviert, dient er später als Respawn-Punkt. Das Spiel läuft aber komplett weiter, wenn ihr oder eure Kollegen sterben - sowohl im Koop-Modus als auch in der Einzelspielerkampagne. Allerdings ist zu beachten, dass jeder Tod Punktabzug bedeutet - und diese Punkte bestimmen, wann ihr doch noch komplett von vorne anfangen müsst. Sterbt ihr zu oft, ist es irgendwann nicht mehr möglich, an einem Datenposten zu respawnen.

Eine Spinne!Eine Spinne!

Nur Akriden

Sowieso ist das Missionsdesign abseits der epischen Bosskämpfe traurig öde und lieblos. Es geht immer um das eine: Datenposten aktivieren. Da läuft man durch den Level, erledigt ein paar Banditen und bereits im Augenwinkel erkennt man gefühlt 700 solcher Stationen, die es zu aktivieren gilt. Erst dann, wenn wir alle aktiviert haben, geht es weiter. Hier hat es sich Capcom deutlich zu bequem gemacht und wohl gedacht, die Bosskämpfe reichen. Aber die nehmen eben nur einen kleinen Teil der Spielzeit in Anspruch.

Für weiteren Frust sorgt die Gegner-KI, die ebenfalls recht dämlich ist. Obwohl wir zugeben müssen, dass wir schon im Schwierigkeitsgrad "Normal" richtig ins schwitzen kamen, ist es dennoch traurig, dass hier anscheinend wieder nur zweieinhalb Entwickler drangesetzt wurden. Das einzig Herausfordende ist nämlich nur die schiere Überzahl der Banditen und Akriden. Taktisch kluges Vorgehen? Fehlanzeige. Teilweise blieben die Gegner sogar rotzfrech ein paar Meter vor uns stehen. Der weiß aber schon, dass hier Krieg ist? Anscheinend nicht, denn wir können in aller Ruhe zielen und ihn abknallen. Und das ist extrem oft vorkommen. Zunächst gingen wir davon aus, es sei ein Bug, aber dem ist nicht so. Die Feinde stehen manchmal wirklich nur so da und machen NICHTS! Das ist ein grober Schnitzer und bricht dem Spiel letztlich so richtig das Genick, denn es kann nicht sein, dass Capcom versucht, ein gutes Spiel zu machen, dessen einzig guter Inhalt die Endgegner sind.

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