Test Alan Wake - Seite 2

Der Herr rechts im weißen Pulli ist ein undurchsichtiger Arzt - Alan traut ihm nicht.Der Herr rechts im weißen Pulli ist ein undurchsichtiger Arzt - Alan traut ihm nicht.

Horror-Steuerung

In den ersten Minuten erfahrt ihr die Grundlagen der Steuerung. Mit dem linken Schulterbutton rennt euer Alter Ego und weicht in Kombination des linken Analog-Sticks feindlichen Angriffen aus. Das geschieht mit dem richtigen Timing in cooler Zeitlupen-Pose. In roten Notfallkästen finden wir alles, was Alan zum Überleben braucht: Pistolen, Munition und Batterien. Mit Letzteren ladet ihr die Taschenlampe, euer wichtigstes Utensil. Denn schnell lernen wir, dass Dunkelheit euer größter Feind ist. Feinde schützen sich in der Schwärze der Nacht wie mit einem Energieschild. Wollt ihr den Widersachern an den Kragen, strahlt ihr sie zunächst mit dem Kegel der Taschenlampe an und reduziert so deren Schutzmantel. Erst dann sind sie mit konventionellen Waffen verwundbar.

Neben einer Pistole sammelt ihr bis zu drei verschiedene Gewehre auf, von denen ihr allerdings immer nur eines gleichzeitig tragen dürft. Höchst praktisch sind auch Leuchtpistole und Blendgranaten, die mehrere Gegner gleichzeitig erledigen. Feinde lösen sich übrigens nach ihrem Ableben restlos auf und hinterlassen nichts. Daher erscheint Alan Wake auch mit einer USK-16-Freigabe. Laut Microsoft ist das Spiel mit nur insgesamt 33 Schuss zu lösen. Denn die meiste Zeit ist Alan Wake eh auf der Flucht.

Verlegerfreund Barry schützt sich mit Weihnachtsschmuck gegen das böse Dunkel.Verlegerfreund Barry schützt sich mit Weihnachtsschmuck gegen das böse Dunkel.

Nicht eine große Frage, viele

Der Streit mit seiner Frau hat verheerende Folgen. Die Ereignisse überschlagen sich, als Alan mit ansehen muss, wie seine Angetraute in den Tiefen eines Bergsees verschwindet, als ob etwas sie auf den Grund ziehen würde. Alan springt hinterher ins kühle Nass, erwacht wenig später aber in seinem Auto - nach einem Unfall. Der Autor merkt: Ihm fehlt eine Woche. Was ist in dieser Zeit geschehen, wo ist seine Frau und warum wird er vom FBI gejagt? In sechs Kapiteln werden diese Fragen behandelt, beantwortet und durch neue Erkenntnisse sowie übernatürliche Ereignisse hinterfragt.

Dabei erkundet ihr Bright Falls auch bei Tage. In diesem Fall setzt das Spiel primär auf die Fortführung der Geschichte durch Dialoge mit Anwohnern und leitet neue Schauplätze wie das Stadtgefängnis, einen Staudamm oder eine abgelegene Farm von Altrockern ein. Die meiste Zeit hastet ihr aber im Dunkeln durch dichte Wälder, die Bright Falls umringen. Die Waldstruktur ist zwar linear und bietet nur spärliche Abzweigungen, in denen ihr geheime Waffenlager findet, die Flora ist allerdings fantastisch designt. Ein Wald war nie toller modelliert als in Alan Wake. Gepaart mit den besten Lichteffekten der letzten Jahre zieht die visuelle Pracht einen großen Batzen an Atmosphäre.

Grelle Lichtkegel laden eure Lebensenergie wieder auf.Grelle Lichtkegel laden eure Lebensenergie wieder auf.

Das mysteriöse Dunkel

Eine mysteriöse Macht will Alan davon abhalten, das dunkle Geheimnis zu lösen und seine Frau wieder zu befreien. Also werden eurem Held zahlreiche Feinde vorgesetzt, die ihr wie oben beschrieben mit Licht schwächt und mit Blei siebt. Grundsätzlich teilt sich das Feindbild in menschenähnliche Schattenwesen und Poltergeister, sprich "bessenene" Fahrzeuge wie Bagger oder Planierraupen und Gegenstände wie Kisten oder Autoreifen.

Schon in der ersten Episode beherrscht Alan Wake die gesamte Fähigkeitenpalette - er ist schließlich ein Mensch und kein Superheld. Gegnerischen Nahkampfangriffen ausweichen und die stets in Gruppen auftretenden Feinde auf die gleiche Weise plätten oder ihnen davonlaufen, das ist das spielerische Konzept von Remedys Psychothriller. Gelegentliche Quick-Time-Events, wenn ihr zum Beispiel einen Stromgenerator anschmeißen müsst, und die wegen der schwammig zu steuernden Vehikel mauen Autofahrten sowie Mini-Rätsel verbergen nicht die begrenzte Spielsubstanz.

Doch keine Bange, euch erwartet kein spielerisches Desaster wie bei Alone in the Dark. Von Bugs bleibt Alan Wake verschont, das in Episode 3 und 4 stärker auftretende Tearing fällt kaum ins Gewicht der grafischen Brillanz. Auch gelegentliche Hampelanimationen wie beim Treppenlaufen oder nicht-synchrone Lippenbewegungen während der Dialoge mindern keineswegs den Spielspaß. Denn diese aufgezählten Kleinigkeiten belegen nur, dass für weitere Kritik kein Platz ist angesichts der überdurchschnittlichen Produktqualität.

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