Test

Alpha Protocol: Bond oder Bourne? Ha! Hier kommt Thornton.

Gut oder böse, Lauschangriff oder Rambo-Manier, töten oder laufen lassen? Dieses Third-Person-Actionspiel verlangt von euch Entscheidungen. Zumindest eine nehmen wir euch ab - ob sich der Kauf lohnt. Von Philip Ulc

5. Jun 2010
Agent Thornton teilt im Nahangriff mit simplem Kampfsystem kräftig aus.

Irgendwo in Saudi-Arabien. Der Special Agent Mike Thornton hat eben eine Terroristenzelle explosiv auffliegen lassen und ihren Anführer exekutiert. Der hat nämlich ein amerikanisches Linienflugzeug vom Himmel holen lassen, daher der Vergeltungsschlag. Das war zumindest der Auftrag von Alpha Protocol, einer supergeheimen Organisation der US-Regierung. Als sich Thornton den Wüstensand aus der Militärhose klopft, ereilt ihn plötzlich ein Warnruf. Seine ständige Begleiterin im Ohr warnt über Funk: "Hau ab da, Mike. Raketen nehmen Ziel auf dich." Sekunden später jagen die Geschosse in den Sandboden. Moment. Wer will Thornton absägen? Und warum? Was haben Regierungen, Geheimdienste aus aller Welt und ein großer Waffenhersteller zu vertuschen?

Das ist die Ausgangslage von Alpha Protocol, einem Spionage-Thriller, der euch zu zahlreichen (und harten) Entscheidungen zwingt. Entwickler Obsidian verkneift sich zudem in der Baller-Action keinen Rollenspiel-Einschlag. Die früheren Spiele-Projekte Knights of the Old Republic 2 und Neverwinter Nights 2 zeigen Nachwirkung.

Erst gelernt, dann angewendet

Eure Verbündete Mina versorgt euch via PDA ständig mit Infos.

Wer Superagent werden will, sucht den Job nicht in den Stellenanzeigen. Er wird gefunden. So wie unser Held, der gleich zu Beginn des Spiels in einem Laborkomplex aufwacht, kurz bevor er nach Saudi-Arabien geschickt wird. Doch erst durchlauft ihr ein dreiteiliges Tutorial und lernt den Umgang mit Schießprügeln wie Pistole, Schrotflinte oder Sturmgewehr, Gadgets wie ferngesteuerten Bomben oder EMP-Granaten (die elektrische Geräte außer Gefecht setzen) und das nicht immer funktionierende Deckungssystem. Euer Alter Ego schmiegt sich per Knopfdruck an Mauern und ähnliches heran und kann von da aus seitwärts die Deckung wechseln. Nach vorne über kleine Hindernisse darf Thornton nicht hechten. Für einen Topagenten ziemlich mau, aber nicht tödlich - denn bis auf einen durchgeknallten, russischen Waffenschieber als Obermotz sind die Feinde nicht gerade treffsicher.

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