Test Alpha Protocol - Seite 3

Rollenspiel light

Wenn ihr Probleme mit mehreren Gegner gleichzeitig habt (mehr als fünf sind es nie), dann investiert eure Fähigkeitenpunkte doch in das Waffengeschick. Mit jeder Aktion wie Tresor knacken, einen Level abschließen oder Schlüsselmomente aktivieren, erhaltet ihr Erfahrungspunkte. Mit jedem Levelaufstieg dürft ihr diese frei verteilen. Je nachdem wie ihr euch zu Beginn des Abenteuers in den vier Spion-Grundtypen entschieden habt, sind bestimmte Fähigkeiten bis zu einem gewissen Grad gesperrt. Der Technikspezialist ist besonders effektiv mit elektrischem Gerät und zündet gerne Bomben, der Söldner verlässt sich auf seine Feuerkraft, während der 'Agent im Einsatz' von allem ein bisschen ist.

Besonders angetan sind wir von den Infiltrations-Fähigkeiten, die uns zum Beispiel kurzzeitig unsichtbar machen. So schleichen wir unbemerkt an Gegner heran und schalten sie lautlos aus. Und wenn es doch mal lauter werden sollte, dann hören uns die KI-dummen Feinde ohnehin nicht.

Pro:

  • spannende Story, viele Wendungen
  • Dialoge mit mehreren Antworten
  • freie Missionswahl
  • motivierender Rollenspieleinschlag
  • viele Spionage-Fähigkeiten
  • hoher Wiederspielwert
  • sehr gute (englische) Stimmen
  • passende Musikuntermalung

Contra:

  • altbackene Grafik
  • streng lineare Levels
  • seltenes Ruckeln
  • Held im Editor kaum veränderbar
  • Untertitel laufen zu schnell
  • keine deutsche Sprachausgabe

Meinung von Philip Ulc

Alpha Protocol ist ein toller Genremix aus tumbem Ballern, vorsichtigem Schleichen, motivierendem Leveln und spannenden Dialog-Sequenzen. Vor allem die wendungsreiche Story und die Agenten-Atmosphäre heben das Spiel aus dem (oberen) Mittelmaß. Denn obwohl der Spionagecocktail mit den richtigen Zutaten wohldosiert ist, hat jeder einzelne Spielbaustein seine Schwächen. Die KI pendelt von strunzdumm bis hellseherisch, die Umgebungsgrafik ist trist, die Gesichtsanimationen dafür geschmeidig, die Levelarchitektur bevorzugt blindes Um-sich-Ballern gegenüber Schleichangriffen - obwohl ihr gegen Ende des Spiels über coole Tarnfähigkeiten verfügt.

Dennoch macht die Mixtur dank freier Missionswahl und vielen Entscheidungsmöglichkeiten einen Heidenspaß. Dadurch gewinnt das levelarchitektonisch lineare Alpha Protocol an hohem Wiederspielwert. Und sei es nur, weil ich alle Damen im Spiel in bester James-Bond-Manier persönlich von meinen Fähigkeiten überzeugen will.

80

meint: Spannende Agenten-Action voller Story-Überraschungen mit hohem Wiederspielwert, aber trister Grafik und Leveldesign aus dem Baukasten.

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