Vorschau Homefront - Seite 2

Wir müssen unseren Kameraden Sprit beschaffen - egal wie.Wir müssen unseren Kameraden Sprit beschaffen - egal wie.

In Your Face

"Wenn du dir das FPS-Genre anschaust", erzählt uns Lead-Leveldesigner Rex Dixon, "dann hast du all diese modernen Military-Shooter-Spiele wie die Ghost Recons, die Modern Warfares, die Rainbow Sixes, und wir wollten etwas anderes machen." Homefront ist in der Tat anders, fühlt sich anders an; unmittelbarer, intimer. Der Krieg ist kein abstraktes Konzept irgendwo im Hintergrund, während wir eine winzige Episode davon nachspielen. Er ist buchstäblich in unserem Vorgarten, unserem Haus. Oder wie Dixon sagt: "In your face" - in unserem Gesicht.

Dazu tragen auch die Figuren bei, die unterschiedlich auf die Invasion und ihre Folgen reagieren. Der Anführer der Rebellen, Boone, ist ein ehemaliger Cop und hat das Motto der US-amerikanischen Polizei verinnerlicht: schützen und dienen. Zivile Verluste? Nur über seine Leiche. Armee-Haudegen Conner wiederum geht völlig skrupellos über besagte Leichen. "Wenn er einen nordkoreanischen Posten zerstören kann und dabei 100 Zivilisten sterben", sagt Dixon, "dann ist das halt so." Die beiden Charaktere, so Dixon, seien während des gesamten Spiels in einem ständigen Konflikt - und wir bisweilen gezwungen, uns auf eine Seite zu schlagen. Am Ausgang der Geschichte ändern wir dadurch zwar nichts - "sonst hätten wir ins Rollenspiel-Genre gehen müssen" - aber es wirklich echt, lebendig.

Als Marinepilot kann unser Vaterlandsverteidiger natürlich Hubschrauber fliegen. Welche Vehikel es noch gibt? Geheim.Als Marinepilot kann unser Vaterlandsverteidiger natürlich Hubschrauber fliegen. Welche Vehikel es noch gibt? Geheim.

Warum eigentlich nicht China?

Über den Multiplayer-Modus schweigt sich Dixon hingegen beharrlich aus. Und auch Creative Director David Votypka "verplappert" sich nur einmal. Als wir ihn fragen, ob Protagonist Jacobs als Marine-Pilot eigentlich auch per Helikopter im Einsatz ist, antwortet er: "Im Singleplayer-Modus wird es ein bisschen Action damit geben. Aber im Multiplayer haben wir die ganzen unterschiedlichen Fahrzeuge." Weitere Details, wie etwa zu den Spielmodi im Mehrspieler oder um welche Fahrzeuge es sich genau handelt, lässt sich Votypka trotz hartnäckiger Nachfrage nicht entlocken.

Viel gesprächiger wird er, als wir ihn auf die Bösewichte ansprechen. Warum eigentlich Nordkorea und nicht China? Sind die nicht eine viel größere Bedrohung für die Vereinigten Staaten? "Wenn du dir die Motivation anschaust, dann hast du seit dem Korea-Krieg diesen Hass des Regimes auf die USA. Das könnte man fast nicht besser schreiben. Wenn ich genau darüber nachdenke ... nein, man kann es gar nicht, Punkt." Rex Dixon ergänzt: "Es geht bei Homefront eigentlich nicht um Nordkorea. Und wir dämonisieren die Nordkoreaner auch nicht. Wir wollten herausfinden, wie sich ein besetztes Amerika anfühlt."

Neulich bei Obi: Der Holzhandel ist kurzerhand zur koreanischen Militärbasis degradiert worden, ...Neulich bei Obi: Der Holzhandel ist kurzerhand zur koreanischen Militärbasis degradiert worden, ...

Zuhause ist, wo der Krieg ist

Die Handlung bleibt übrigens auf die Westküste beschränkt - von der Vorstadtlandschaft Colorados geht's bis nach San Francisco. Was die amerikanische Regierung an der Ostküste so tut, lässt Kaos völlig offen - erklärt wird das durch die radioaktive Verseuchung des Mississipi durch Nordkorea, die das Land buchstäblich in zwei Hälften spaltet. Und so ganz nebenbei wunderbare Vorraussetzungen für einen eventuellen Nachfolger in Washington oder New York schafft.

Apropos New York: Vor dem Hintergrund des 11. September drängt sich die Frage geradezu auf, ob dieses für die USA traumatische Ereignis eine Rolle in der Entwicklung spielte. "Nicht wirklich", sagt Votypka. "Unser Konzept lautet eigentlich: Das Vertraute wird fremdartig." Klingt ein wenig nach Literaturwissenschaft, aber es gelingt Homefront durchaus, dieses Paradox anschaulich zu machen. Und zwar genau deshalb, weil hier keine amerikanischen Ikonen in die Luft gejagt werden wie in so vielen anderen Spielen, Filmen und Büchern, sondern weil es den Krieg dorthin trägt, wo er am Beängstigendsten ist: zuhause.

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