Test

Metal Gear Solid: Mister Snake schleicht wieder

Ein vollwertiges Metal Gear Solid auf einer PSP - geht das denn? Und wie! Viele finden ja, Portable Ops habe das bereits bewiesen, aber Peace Walker übertrifft es noch einmal deutlich. Von Roland Mühlbauer

24. Jun 2010
Flieg, kleiner gefangener Soldat!

Ihr pirscht euch durch den dichten Dschungel Costa Ricas. Immer auf der Hut vor den schwer bewaffneten Wachen, nutzt ihr jede noch so kleine Deckung, um so lange wie möglich unentdeckt zu bleiben. Schließlich würde bei einem Alarm sofort ein halbes Dutzend Gegner mehr auf der Matte stehen. Ihr eilt von Baum zu Baum, doch vor einer Hängebrücke ist Schluss mit Versteck spielen, die Wache steht nun eindeutig im Weg.

Schnell packt ihr euer Betäubungsgewehr aus und piesackt euer Opfer aus dem Hinterhalt so lange, bis es ermüdet zusammensackt. Mit schnellen Schritten nähert ihr euch dem bewusstlosen Körper, bindet ihn an einen Luftballon (!), auf dass er als Luftpost eure Basis erreicht, wo er fortan für eure Organisation "Militaires sans frontieres" (nicht zu verwechseln mit Ärzte ohne Grenzen) arbeiten darf...

Ironische Brechungen

Achtung, hier kommt ein Karton!

Soldaten einfangen wie Tierchen bei Pokemon! Solche Gadgets wie diese Luftballone oder auch ein faltbarer zwei-Personen-Karton zur Tarnung versehen die ansonsten schon - für PSP-Verhältnisse - geradezu bedrückend realistische Darstellung der Militäroperationen mit einem Augenzwinkern. Egal, ob gerade Strände, Wälder, Sümpfe, Flüsse oder Gebäudekomplexe der Kriegsschauplatz sind: Stets schaut ihr in der In-Game-Grafik dem Protagonisten über die Schulter, während er sich mit Beobachtung, List und Tücke, oder auch beizeiten per Nah- und Fernkampf seinen Weg bahnt.

Zu diesem Zweck könnt ihr laufen, gehen, schleichen, gebückt gehen und euch auch flach auf den Boden werfen; ihr könnt Schläge austeilen, Gegner in den Schwitzkasten nehmen, Judorollen hinlegen. Euer Inventar hat Platz für mehrere Schusswaffen (zum Beispiel Betäubungspistole, Maschinengewehr, Raketenwerfer) und Wurfwaffen (Handgranaten, Rauchgranaten, usw.). Dazu kommen andere Ausrüstungsgegenstände wie heilende Rationen und Ferngläser. Da will schon vor dem Einsatz gut durchdacht sein, welche Mitbringsel eure Vorgehensweise am besten unterstützen!

Interaktive Zwischensequenzen

Zwischendurch gibt es Comicbilder mit viel Atmosphäre.

Abseits der Missionen wird in den Zwischensequenzen die Geschichte als ausufernder Comic-Strip weitererzählt, mal düster, mal heroisch, mal humorvoll. Die Bilder sehen dabei aus wie spärlich colorierte Tuschezeichnungen und laufen wie eine aufwändig gemachte Diashow ab, komplett vertont; bisweilen werden die Zwischensequenzen auch mal interaktiv, wenn ihr plötzlich Quick-Time-Event-üblich zum richtigen Zeitpunkt die richtige Taste drücken sollt oder ein paar Ziele ins Visier nehmen müsst.

Ein eher merkwürdigeres Feature ist allerdings, dass ihr auch mal an eine eben abgestürzte und verletzte Kameradin so nahe heranzoomen dürft, dass ihr ihre Unterwäsche zu sehen bekommt! Andererseits, wieso sollte beim heldenhaften Kampf gegen die nukleare Bedrohung nicht auch mal ein schwacher Moment erlaubt sein?

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13.12. von Kryos (7)

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