Test Sniper - Ghost Warrior: Ziel verfehlt

von Redaktioneller Mitarbeiter (01. Juli 2010)

Sie sind lautlos. Sie sind mächtig. Sie sind bewaffnet. Sie sind unsichtbar. Wovon reden wir? Nicht von 59-jährigen WoW-Spielern, die 140 Kilo wiegen und sich als halbnackte Elfen-Schurkin ausgeben. Wir reden selbstverständlich von Scharfschützen, die sich perfekt der Umgebung anpassen und lautlos töten - das haben wir nun selbst in Sniper - Ghost Warrior erlebt.

Quasi unsichtbar.Quasi unsichtbar.

Also irgendwie wäre es schon verständlich, wenn Sniper - Ghost Warrior kein finanzieller Erfolg wird. Warum so harte Worte? Ganz einfach, das Spiel stammt von City Interactive - einem Studio, dass... nun, bisher eher weniger Erfolg hatte. Mit der Terrorist Takedown-Reihe haben sie nämlich mehr als schreckliche Shooter entwickelt, die ihr unbedingt meiden solltet. Aber der Skepsis zum trotz haben wir Sniper - Ghost Warrior natürlich ausführlich gespielt und festgestellt, dass die Entwickler ja doch Spiele entwickeln können. Zumindest ansatzweise.

Und wer hätte es gedacht, es geht erneut in den Kampf gegen fiese Terroristen und ganz gemeine Soldaten. In einem fiktiven Inselstaat betreibt ein Drogenbaron nämlich Geschäfte, die nicht ganz so legal sind. Und auch ein Diktator macht es den Bewohnern von Isla Trueno schwer, nachdem er die demokratische Regierung gestürzt hat. So weit, so simpel. Die Story klingt abgedroschen und schon zig mal dagewesen, und so ist es im Prinzip auch. Aber eine gute Inszenierung kann jede noch so dämliche Geschichte fantastisch präsentieren.

Auch das Messer muss genutzt werden.Auch das Messer muss genutzt werden.

Verschenkt

Aber die Entwickler bekommen das natürlich nicht hin. Erster Kritikpunkt: Nach rund sieben Stunden Spielen ist Schluss. Mag für einen Shooter Durchschnitt sein, rechtfertigt trotzdem nicht diese sehr kurze Kampagne. Ebenso etwas frustrierend ist die Tatsache, dass die deutschen Sprecher zwar total überzeugen, aber nicht richtig eingesetzt werden. Die Zwischensequenzen sehen einfach nicht wirklich gut aus, zumal sich kein kontinuierlicher Faden durchs Spiel zieht. Wir sind ein Elite-Scharfschütze und werden von der Regierung auf dem Inselstaat abgesetzt. Unser Ziel ist es nun, die Insel mal ein bisschen zu säubern. Aber weder die Zwischensequenzen noch die Funksprüche können das packend präsentieren.

Der Protagonist bleibt zu jeder Zeit farblos und langweilig, auch die Bösewichter lassen kein besonderes Gefühl von Spannung oder Dramatik aufkommen. Dennoch gibt sich City Interactive redlich Mühe und das ist im Ansatz auch zu merken. Es kann eben nicht jedes Studio das Budget eines Modern Warfare aufbringen. Trotzdem sind die Sprecher, wie erwähnt, wirklich gut und es macht Spaß, ihnen zu zuhören. Leider verschenken die Entwickler nicht nur bei der Story viel Potenzial, wie wir schnell gemerkt haben.

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