Test Singularity: Starke Idee, schwach umgesetzt

von Kevin Lunn (17. Juli 2010)

Vergangenheit und Gegenwart sind bekanntlich eng miteinander verknüpft, die Grenze sollte jedoch besser nicht überschritten werden. Das wusste schon Captain Kirk zu seiner Zeit. Entwickler Raven Software stört das wenig, drückt euch in Singularity einige zeitmanipulierende Gerätschaften in die Hand und schickt euch auf eine Reise zwischen Chaos und Apokalypse.

In dieser Forschungseinrichtung fing alles an.In dieser Forschungseinrichtung fing alles an.

In Singularity dreht sich alles um eine Sache: E99. Damit ist natürlich nicht die türkische Europastraße gemeint, sondern ein Element, das die Russen in Anschluss an den Zweiten Weltkrieg auf einer unbewohnten Insel gefunden haben. Vergesst Elektrizität, Atombomben, Mantelgeschosse und Waschpulver - E99 vereint alles in einem! Für Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Anleitung oder fragen Ihren Sowjet-Chemiker.

Nebenwirkungen hat der Einsatz von E99 nämlich einige. Mal abgesehen davon, dass die Mischung aus Russen und Macht in Videospielen generell eine schlechte Idee zu sein scheint, ist ein weiterer Randeffekt des extrem flüchtigen Elements viel verheerender: E99 manipuliert nämlich den temporären Zustand von Gegenständen und Organismen. Böse Sache.

Die Russen sind wieder einmal mit von der Partie.Die Russen sind wieder einmal mit von der Partie.

Immer auf die Russen

In der Videospielewelt schaffen es zwei Gruppierungen immer wieder an die Spitze: Nazis und Russen. Nicht gerade sehr ausgefallen und einfallsreich, aber wenn jetzt der Bösewicht auch noch mit dem Zweiten Weltkrieg und hässlichen Mutanten aufeinander trifft, dann ist das Klischee perfekt - und die Langeweile vorprogrammiert.

Ihr übernehmt die Rolle eines amerikanischen Sondereinsatz-Soldaten, reist auf die russische Insel Katorga-12 und trefft dort auf Chaos, Tod, Zeitrisse und noch mehr Tod. Obwohl die Grundidee von Singularity auf dem ersten Blick recht interessant wirkt, hält die Spannung maximal bis zum Ende des Intros. Danach werdet ihr in eine Welt geschmissen, die wir schon gefühlte eintausend Mal betreten haben: Trist, linear und vorhersehbar.

Bei jedem EMP werdet ihr in eine andere Zeit verschoben.Bei jedem EMP werdet ihr in eine andere Zeit verschoben.

Zivilcourage wird überbewertet

Mit dem Kampfjet reist ihr als Nathan Renko und eurem Team nach Katorga-12. Kurz vor der Ankunft erwischt euch ein elektromagnetischer Puls (EMP) und führt zum Absturz der Maschine. Ihr landet ohne euer Team irgendwo auf der Insel. Die Gebäude sind zerstört, erinnern mehr an Ruinen als an eine Forschungsanlage und auch sonst wirkt die Insel glatt noch toter als die ganzen merkwürdig entstellten Leichen am Boden.

Ein weiterer EMP und ihr findet euch plötzlich inmitten von Flammen und Tod wieder. Eine kleine Überlegung später wird klar: Ihr steckt in der Vergangenheit, die Insel versinkt soeben im Chaos. Ihr erkundet die Umgebung und seht, wie ein Mann gerade versucht aus dem Feuer zu entkommen. Ihr helft natürlich - und stürzt somit die Zivilisation in den Untergang.

Hin und wieder seht ihr Dinge, die in der Vergangenheit geschehen sind.Hin und wieder seht ihr Dinge, die in der Vergangenheit geschehen sind.

Von Zeit zu Zeit

Auf eurem Weg über die Insel wechselt ihr noch einige Male zwischen Vergangenheit und Gegenwart - mal gewollt, mal ungewollt. Ihr trefft auf russische Soldaten, Forscher und verschiedene Arten von Mutanten. Damit ihr diesen Gegnern gewachsen seid, benötigt ihr logischerweise ein durchschlagskräftiges Waffenarsenal, das in Singularity zwar ausgefallen, jedoch auch sehr spärlich geworden ist. Mit einer Pistole, einem Sturmgewehr, einer Sniper und ein paar E99-Waffen ist die Auswahl nicht gerade sehr groß.

Sehr interessant wirkt das ZMG, das Zeitmanipulationsgerät. Mit diesem kleinen, an der Hand befestigten Gimmick beeinflusst ihr Gegenstände, Soldaten und Mutanten, die euren Weg kreuzen, lasst sie altern oder verjüngen, hebt ihnen die Anziehungskraft auf, schleudert sie durch die Gegend oder verlangsamt sie.

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