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Dragonball Origins 2 (Nintendo DS)

Artikel veröffentlicht am 22.07.2010

Durchsage an alle Dragonball-Fans: Dem kleinen Son Goku ist der Vier-Sterne-Dragonball seines Großvaters abhanden gekommen! Wer ihm bei der Suche hilft, wird mit vielen Tagen Spielspaß belohnt! Von Roland Mühlbauer

Jung, dynamisch, stachelhaarig - so kennen wir unseren Helden Son Goku!

Auf dem Nintendo DS eine Figur in einem Action-Rollenspiel-Adventure in der Draufsicht steuern, sich durch verschiedenste Gegenden schlagen, Schatzkisten finden, Gegenstände sammeln und Rätsel lösen - nein, wir reden hier nicht von Zelda, es ist auch keine Diablo-Umsetzung für den NDS, hier spielt ihr die Anfangsepisoden von Dragonball nach!

Dabei setzt Dragonball Origins 2 genau dort ein, wo der Vorgänger geendet hatte: Held der Geschichte ist nach wie vor der affenschwänzige Junge Son Goku. Warum der Affenschwanz? Nun, Dragonball ist als Parodie auf das chinesische Volksmärchen vom Affenkönig angelegt.

Nach dem verlorenen Turnierkampf gegen den Herrn der Schildkröten im ersten Teil sucht unser junger Held, auf der Wolke Jindujun zu den einzelnen Zielgebieten umherfliegend, nach dem Vier-Sterne-Drachenball und stößt dabei bald auf die Red-Ribbon-Armee, die ebenfalls die Dragonballs finden möchte - zwecks Weltherrschaft. Wer nämlich alle Bälle zusammenklaubt, kann einen Drachen erwecken und sich einen richtig großen Wunsch erfüllen lassen. Zuallererst müsst ihr allerdings in einem Tutorial den von einem Äffchen gemopsten Mönchsstab zurückzubekommen, Son Gokus Waffe und Allzweckwerkzeug.

Auch für Neueinsteiger spielbar

Dschungelbuch-Flair ist auch dabei.

Wie, euch sagen weder die Dragonballs etwas, noch Son Goku, der Herr der Schildkröten, Jindujun oder der Mönchsstab? Und ihr seid am Ende nicht mal Anime-Fans? Dann solltet ihr auf jeden Fall schleunigst... trotzdem weiterlesen!

Denn Unkenntnis ist in Sachen Spielverständnis und -vergnügen kein Problem: Das Spiel ist episodenhaft in übersichtliche acht Kapitel mit jeweils drei bis vier Missionen (plus optionale Zusatzmissionen) eingeteilt, bei denen euch vorab in schönen und oft humorvollen Videosequenzen und unterstützenden Textkästen klar mitgeteilt wird, was eure Ziele sind und wie ihr die dafür nötigen Hilfsmittel einsetzen könnt. Ein kleiner Wermutstropfen ist allerdings, dass es außer einem Globus mit leuchtenden Punkten keine gemeinsame große Weltkarte für die einzelnen Abenteuer gibt; dafür besucht ihr recht unterschiedliche Gegenden der Spielwelt, von Dschungeln, brennenden Wäldern über Wüstengegenden bis hin zu eisigen Winterlandschaften.

Missionsdesign mal schlauchig, mal flächig

Jurassic Park lässt ebenfalls schön grüßen.

Zumeist müsst ihr euch in den Missionen trickreich durch das Terrain bewegen. Das bedeutet, neben den obligatorischen Kämpfen auch Abgründe zu überspringen (vorstehende Äste könnt ihr dabei elegant mit dem Affenschwanz erfassn), Hindernisse zu zerschlagen oder zu verschieben und andere Tücken zu überwinden, zum Beispiel spiegelglatte Eisflächen durch vorausschauendes Gerutsche. Teilweise deuten auch Risse auf dem Boden auf einen darunterliegenden Hohlraum hin, und mit einem beherzten Stockschlag zerdeppert ihr die brüchige Fläche und landet ein Stockwerk tiefer.

In der Regel sind die Umgebungen dabei relativ linear aufgebaut, als Schlauch mit ein paar wenigen Abzweigungen (die dann zumeist an einer Schatzkiste enden). Es gibt allerdings auch Missionen mit einem eher in die Breite gehenden Spielfeld, in denen ihr mittels Drachenradar ähnlich einer Schatzsuche die Position des nächsten Dragonballs aufspüren sollt.

Zwei Kampfstile, zwei Philosophien

Der Kampfstab in Aktion.

Während euch zwischendurch Red-Ribbon-Soldaten und lästige Vertreter der Fauna (darunter Affen, Wölfe, Geier, Stiere) nur selten durch ihre Vielzahl in Bedrängnis bringen, wartet am Ende einer Mission aber auch - surprise, surprise - ein dicker Endgegner auf euch, den ihr im Kampf besiegen sollt.

Und damit wären wir zwanglos bei Son Gokus Kampftechniken angelangt: Grundsätzlich beherrscht er zwei Stile: das waffenlose Gefecht und den Stabkampf, zwischen denen sich per Knopfdruck umschalten lässt. Beim waffenlosen Angriff setzt ihr vor allem auf Son Gokus Schnelligkeit, zum Beispiel mit Zwischenspurts durch den Gegner hindurch und schnellen Kontern in den Rücken des Feindes. Der Stabkampf erlaubt eine Reihe unterschiedlicher Schläge und Kombos, von schnellen, aber schwachen Angriffen, über Beinfeger, die mehrere Angreifer erwischen können bis hin zu Überkopfschlägen, die Gegner und Erdboden erschüttern. Zudem lässt sich der Mönchsstab auch ausfahren und dadurch eine Art Fernkampfattacke durchführen, etwa über Abgründe hinweg.

Steuern könnt ihr die ganzen Attacken übrigens wahlweise per Stylus oder per Tasten; beim Testen ging uns die Knöpfchensteuerung ein wenig leichter von der Hand.

Dampfnudeln und Süppchen

Fäuste gegen Panzer - ein ungleiches Duell!

Um den Endgegnern beizukommen, ist nicht nur die Wahl des richtigen Schlagrepertoires nötig, sondern ihr solltet auch meistens einen gewissen Rhythmus finden zwischen dem Abblocken oder Ausweichen vor den gegnerischen Angriffen und euren Gegenattacken. Erschwert werden die Kämpfe zuweilen vom begrenzten Bildschirmausschnitt, so dass nach einem fluchtbedingten Zwischenspurt der Gegner vom Bildschirm verschwunden ist und ihr seine aktuelle Position erraten müsst.

Glücklicherweise gibt es einige Hilfsmittel, um den Bossen beizukommen: sowohl Angriffs- und Schutztränke als auch Leckereien, die eure Lebensenergie wiederherstellen. Unglücklicherweise sind diese Hilfsmittel teilweise sauteuer und müssen deshalb durch Zeni-Sammeln (so heißt die Währung im Spiel) hart erarbeitet werden: Ist eine mäßig Hitpoints auffrischende Dampfnudel noch für relativ moderate 300 Zeni zu ergattern, schlägt das Nudelsüppchen als nächstbesseres Heilmittel schon mit 1.500 Zeni zu Buche. Deshalb solltet ihr die Level wirklich akkurat nach Schatzkisten absuchen, die bisweilen auch unter Rissen im Boden versteckt sind, um sich zwischen den Missionen im Laden entsprechend eindecken zu können. Netterweise lassen sich auch bereits absolvierte Level zwecks Zeni-Beschaffung nochmals anwählen und durchspielen (wobei bereits geplünderte Schatzkisten leer bleiben). In Heilmittel schwimmen werdet ihr jedoch nie, denn insgesamt dürft ihr nur acht Gegenstände mit euch führen.

Boost Your Stats

Son Goku kann auch seine berühmte Kame-Hame-Ha-Attacke lernen.

Im Kampfgeschehen sammelt ihr außerdem Erfahrungspunkte in Form kleiner blauer Kugeln, die ihr beim Vermöbeln von Gegnern und Steinen und dem Öffnen von Schatzkisten hin und wieder zu Tage fördert. Zwischen den Missionen könnt ihr nun diese Erfahrungspunkte in den Ausbau eurer drei Grundattribute stecken: "Gesundheit" steigert die Lebenspunkte, "Fähigkeit" die Effektivität eurer Schlagtechniken, und "Herz" befähigt zu besonders heftigen Superschlägen. Allerdings sind die drei Attribute nicht allein durch die Erfahrungspunkte bis ultimo steigerbar, sondern zwischendurch gilt es auch noch, Drachenschuppen in drei Farben zu finden, die euch erst erlauben, weitere Erfahrungspunkte im entsprechenden Attribut zu investieren.

Darüber hinaus spürt ihr während der Missionen hin und wieder eine Schriftrolle auf, die dann die Stufe einer einzelnen Schlagtechnik erhöht. Auch wenn euer Held insgesamt nur recht langsam merklich stärker wird, seid ihr so fortlaufend damit beschäftigt, nützliche Dinge aufzusammeln. Auf diese Weise habt ihr ständig das motivierende Gefühl, dem kleinen Son Goku etwas Gutes zu tun.

Weitere Modi und Multiplayer

Neben dem Hauptspiel könnt ihr im "Überleben"-Modus gegen verschiedene Bosse antreten, und zwar nicht nur alleine, sondern gemeinsam mit einem Freund, sollte dieser ebenfalls NDS und das Modul besitzen. Hier sind neben Son Goku auch andere Charaktere aus Dragon Ball spielbar, anfangs zum Beispiel Kuririn. Leider funktioniert der Mehrspielermodus aber nur lokal, eine WiFi-Einbindung gibt es nicht.

Knackiger Schwierigkeitsgrad und Speicherpunktfrust

Zur Siegerpose unseres Helden kann es ein langer Weg sein!

Der Fähigkeitenausbau ist auch wirklich erstrebenswert, denn gerade die starken Endgegner sorgen immer wieder mal dafür, dass man ansonsten allzu schnell den Game-Over-Screen sieht. Das kann auch mal in Frust ausarten, weil Speicherpunkte rar gesät sind und nach einem Scheitern entsprechend viel Strecke erneut bewältigt werden muss.

Wer sich allerdings beim ersten Durchlauf eines Levels dem Endgegner noch nicht gewachsen fühlt, kann per Menüaufruf die weiße Fahne schwenken und die Stufe mitsamt den bisher gesammelten Gegenständen, Zeni und Erfahrungspunkten verlassen, um sich erst nochmal mit hilfreichen Items einzudecken und die Fähigkeiten auszubauen, bevor die Mission erneut in Angriff genommen wird - dann allerdings abermals von Anfang an. Zum Glück lassen sich die (zwar schönen, aber dann eben wiederholten) Einführungs- und Zwischensequenzen auch per Druck auf die Start-Taste abbrechen.

Auf die eine oder andere Weise werdet ihr also einige Levels sicherlich mehrmals zu Gesicht bekommen, möglicherweise auch öfter, als euch lieb ist...

Wunderbare Präsentation

Das Charakterdesign sorgt für offene Münder.

Ansonsten bietet das Spiel für NDS-Verhältnisse einen Augen- und Ohrenschmaus. Das Figurendesign von DragonQuest-Meister Akira Toriyama ist gewohnt knuffig: Die einzelnen Episoden werden umrahmt von Zeichentricksequenzen über beide Bildschirme hinweg, der Übergang zur normalen Spielgrafik erfolgt teilweise fließend, und die Draufsicht auf das Spielgeschehen wirkt überzeugend dreidimensional. Je nach Spielgeschehen fährt die Kamera auch mal näher ran oder präsentiert manche Bosskämpfe dann sogar in seitlicher Perspektive in Beat-them-up-Manier. Man kann durchaus von einer cineastischen Präsentation reden, und das auf einem Nintendo DS! Schneeflocken und brennende Funken wirbeln geradezu malerisch durch das Bild, schön animiert tragen Tiere und Soldaten ihre Angriffe vor und verwandeln sich, wenn besiegt, dann ebenso hübsch in brauchbare sammelbare Items.

Generell erweckt das Spiel durchgehend den Eindruck einer liebevollen Gestaltung, wobei gerade für Fans des Animes an allen Ecken und Enden putzige Gimmicks zu entdecken sind. Beispielswiese dürft ihr eure sauer verdienten Zeni auch in Sammelfiguren investieren und eine virtuelle Trophäensammlung aufbauen.

Pro:

  • spaßiges Kämpfen und Sammeln
  • herausfordernde Endgegner
  • bunte, liebevolle Präsentation
  • humorvolle Zwischensequenzen
  • optionale Steuerung Stylus/Tasten

Contra:

  • Speicherpunkte zu dünn verteilt
  • nur lokaler Koop-Modus, kein WiFi

Fazit

von Roland Mühlbauer

Einerseits bezaubert mich das Spiel mit seinem unschuldigen, kindlichen Charme, andererseits nervt es mich gelegentlich, wenn ich wieder mal an einem Boss hängen bleibe und vom letzten Speicherpunkt zurücklatschen muss. Sehr lobenswert finde ich, dass es sich im Gegensatz zu vielen der unzähligen Dragonball-Z-Titeln hier nicht um ein reines Beat 'em Up handelt, sondern auch die Umgebung erforscht werden darf. Schade aber wiederum, dass das Spiel-Erlebnis in einzelne Missionen ohne wirklichem räumlichen Zusammenhang zerhackt ist. Den Anime-Grafikstil von Dragonball, mit dem an Dragon Quest erinnernden Figurendesign, sollte man natürlich mögen, um das Spiel genießen zu können - ich mag ihn.

spieletipps meint: Würdiger Nachfolger zu Dragon Ball: Origins rund um die Red-Ribbon-Armee mit größeren Herausforderungen, neuen Schauplätzen und mehr Vielfalt beim Kampf.
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