Der Spieletipper: eure 5 schlimmsten Spielspaß-Killer

(Kolumne)

von Martin Deppe (01. August 2010)

Doofe Helden, miese Kameraführung, unfaire Speicherpunkte: In meiner Kolumne habe ich neulich die fiesesten Spielspaß-Killer aufgedeckt. Und gefragt, was euch am meisten nervt. Hier sind sie, eure Top 5 der größten Sünden!

Die Top 10 der schlimmsten Spielspaß-Patzer ist noch lange nicht zu Ende: Hier sind eure "Favoriten" der dödeligsten Spaßbremsen in Spielen! Ihr kennt noch mehr als diese 15? Dann schreibt sie mir!

So eine Socke zu finden, finden wir ja noch lustig. Aber zwölf mal?So eine Socke zu finden, finden wir ja noch lustig. Aber zwölf mal?

Platz 5: Das dreckige Dutzend

Diese Nervtöter piesacken besonders in 3D-Shootern und -Rollenspielen: Wir sollen irgendwelche Pakete, Artefakte oder dreckige Socken aufspüren. Meist genau ein Dutzend, die genaue Menge wird aber immer nach folgender Formel berechnet:

X = (fair verteilt) + 1

Für Nicht-Mathematiker: Elf von zwölf gesuchten Gegenstände finden wir relativ leicht, knöpfen sie Gegnern ab (Variante für harte Jungs) oder erwerben sie beim Händler (für Weicheier). Doch das zwölfte und letzte Objekt ist dermaßen bescheuert oder gemein versteckt, dass wir fürs Aufstöbern doppelt so lange brauchen wie für die ersten elf. Besonders fies ist die Quest-Variante "Hey, Du musst gar nicht alle finden. Ist ja nur eine Bonusaufgabe!" Denn die packt uns bei der Ehre. Und bei der Angst, irgendwas zu verpassen. Auch wenn sich die großzügige Belohnung als eine der zwölf Socken entpuppt, die wir behalten dürfen.

Nicht jeder kann einen Phätt-Overkill-Rocketlauncher handhaben...Nicht jeder kann einen Phätt-Overkill-Rocketlauncher handhaben...

Platz 4: Da bist Du zu doof für!

Geschafft! Der Bossgegner ist gelegt, die Ork-Horde zerlegt, der Elite-Kämpfer umgelegt, die scharfe Elfe flachge... egal. Da haben wir uns doch eine Belohnung verdient, nicht wahr? Stolz marschieren wir zum Auftraggeber zurück, der uns wie versprochen eine Superduper-IMBA-Waffe in die Heldenhände drückt. Und wir lassen sie prompt fallen!

"Stärke 25", steht da in Rot, als wir die Waffe näher untersuchen. Doof, dass wir grad mal Stärke 20 haben. Und bis wir bei 25 sind, ist das Schwert/MG/Lasergewehr schon wieder veraltet. Noch schlimmer: Belohnungen, mit denen wir GAR NIX anfangen können. Also Breitschwerter für Magier, Granatwerfer für Sanitäter oder ein Satz Slicks für Rallyefahrer. Was soll das?

Rollenspieler Horst W. (rechts) übersprang aus Prinzip keine Zwischensequenz.Rollenspieler Horst W. (rechts) übersprang aus Prinzip keine Zwischensequenz.

Platz 3: Es war einmalzzzzzzzzz

Feurige Drachen und Jungfrauen, erbitterte Lasergefechte und Panzerduelle, eine wahnsinnig packende Story: toll! Wir sind mittendrin im Geschehen, können uns kaum vom Bildschirm lösen. Da! Eine Zwischensequenz! Wir lauschen den Worten des Sprechers... und lauschen... und lauschen... und lauschzzzzzzzzZZZZZZ.

Wenige Stunden später wachen wir auf - und der Kerl redet immer noch! Denn viele Entwickler mögen salbungsvolle Sprecher, die betont langsam mit Elmar-Gunsch-Bass plaudern. Und weil der Sprecher so schwer zu kriegen und teuer war, dürfen wir seinen Monolog auch nicht überspringen. Außerdem könnte er ja auch was Wichtiges sagen. Könnte er. Tut er aber nie.

Juchu! Flakfeuer! Lasst uns durchfliegen!Juchu! Flakfeuer! Lasst uns durchfliegen!

Platz 2: Bescheuerte Schützlinge

Eskortmissionen gehören zu den schlimmsten Aufträgen der Spielegeschichte. Egal, ob Flugsimulation, Shooter, Echtzeit-Strategie oder Rollenspiel. Denn euer Schützling verlässt sich immer völlig auf euch - und wir fragen uns, wie er eigentlich bisher überlebt hat. Das Transportflugzeug mit der Spenderniere an Bord fliegt mitten durchs Flakfeuer statt außenrum, der Informant marschiert erhobenen Hauptes auf sein Erschießungskommando zu, das Baufahrzeug gondelt durch die Feindbasis, der Heiler tappst gen Armbrustschützen. Und wer soll's richten? Wir.

Liebe Entwickler, stellt euch einfach eine Oma vor, die ihr über eine stark befahrene Straße bringen sollt. Lasst ihr die auch einfach vor den ranbretternden 35-Tonner marschieren? Okay, stellt euch einfach eine Oma vor, in deren Testament ihr NICHT steht. Lasst ihr die auch einfach vor den ranbretternden 35-Tonner marschieren? Nein. Ihr zerrt sie zur roten Fußgängerampel, wartet auf Grün und marschiert dann mit ihr los. Und betet, dass die Ampel langsamer ist als Omas Rollator. Das ist spannend genug, und ihr müsst die Mission nicht x-mal wiederholen. Ihr habt schließlich nicht so viele Omas.

Gemein: Unsere Gegner haben eine tödliche Falle gelegt...Gemein: Unsere Gegner haben eine tödliche Falle gelegt...

Platz 1: Nichtschwimmer und Höhenangsthasen

Mit protestierenden Reifen rasen wir um die Kurve, dutzende Polizeiwagen am Heck. Kugeln perforieren unseren Wagen, wir geraten in Schleudern, schießen über eine Böschung, überschlagen uns achtundzwanzig Mal, hechten aus dem brennenden Fahrzeug, die Explosion schleudert uns zurück auf die Straße und wir werden von einem 35-Tonner überrollt, der gerade einer Oma samt Entwickler-Enkel ausgewichen ist. Egal! Wir rappeln uns auf, fangen noch ein paar Polizeikugeln mit den Zähnen, springen mit brennender Kleidung ins rettende Flusswasser und...

Game over!

Unser Held kann nämlich nicht schwimmen. Gar nicht. Hat nicht mal das Seepferdchen. Jahrelang haben uns die GTA-Titel damit genervt, bis unser Held endlich paddeln konnte. Doch es gibt immer noch genug Spiele, bei denen unser Protagonist zwar magazinweise Blei frisst, aber in der kleinsten Pfütze absäuft wie eine Bleiente.

Noch schlimmer: Spielfiguren, die beim Erklimmen kleinster Mauern scheitern - oder gar sterben, wenn sie aus anderthalb Meter Fall"höhe" runterhüpfen. Das schafft doch sogar der dickste Klischee-Konsolenzocker locker!

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