Test Dragon Quest IX: Ein himmlisches Spiel

von Gerd Schüle (05. August 2010)

Auf den ersten Blick erfüllt Dragon Quest IX fast alle Klischees einer klassischen japanischen Rollenspielserie. Trotzdem handelt es sich nicht um ein Retro-Spiel, sondern um den aktuellen Ableger der beliebtesten Rollenspielreihe in Japan, der dort vor einem Jahr erschienen ist und zum erfolgreichsten Teil der Serie wurde. Mit Recht!

Ihr könnt bis zu vier Charaktere in eure Party aufnehmen.Ihr könnt bis zu vier Charaktere in eure Party aufnehmen.

Im Gegensatz zur auch bei uns beliebten Final Fantasy-Reihe hat die unangefochtene Nummer Eins in Japan den Sprung gen Westen nicht geschafft: Der Dragon Quest-Serie ist es bisher nicht geglückt, aus ihrem Schattendasein in Europa herauszutreten. Scheinbar verstehen es die Entwickler der japanischen Kultreihe nicht, den Geschmack des Westens zu treffen.

So gesehen hat auch Dragon Quest IX: Hüter des Himmels keine allzu große Chancen, die Herzen der westlichen Spieler zu erobern. Uns würde es nicht wundern, wenn jemand dieses typische Japan-Rollenspiel für eine Neuauflage eines Klassikers hielte. Dragon Quest IX erfreut sich nämlich nicht umsonst so großer Beliebtheit in seinem Heimatland, denn es trumpft mit jeder Menge Japan-Flair auf.

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Dragon Quest IX: Hüter des Himmels

Das Observatorium, die himmlische Heimat des Helden.Das Observatorium, die himmlische Heimat des Helden.

Go West

In Dragon Quest IX erkundet ihr mit einem stummen Helden eine lebendige und für DS-Verhältnisse nahezu riesige Welt. Damit ihr nicht alleine unterwegs seid, nehmt ihr bis zu drei ebenfalls stumme Kameraden in eure Party auf. Das Kampfsystem ist rundenbasiert, die Musik Genre-typisch, aber auf Dauer etwas nervtötend. Die Hintergrund- und Kampfgeräusche sind nicht besonders gut, aber für DS-Verhältnisse durchaus sehr ordentlich.

Grafisch punktet das Spiel mit einem unverwechselbaren japanischen Charme. Sämtliche sehr liebevoll gestalteten Figuren sehen aus, als ob sie der Fernsehserie Dragon Ball entsprungen wären. Da sowohl dahinter als auch hinter dem Spiel Entwickler-Veteran Akira Toriyama steckt, wird das wohl niemanden verwundern. Sicherlich bleibt Dragon Quest IX in technischer Hinsicht weit hinter den Vertretern moderner HD-Konsolen zurück. Aber hinter der scheinbaren Stagnation der 24 Jahre alten Serie verbirgt sich eine spielerische Perle, die einerseits typisch japanisch ist, aber andererseits auch exzellent an den westlichen Markt angepasst wurde. Dabei haben es die Entwickler geschafft, das unverwechselbare Dragon-Quest-Feeling beizubehalten.

Stella, die Lockführerin des Sternenexpresses.Stella, die Lockführerin des Sternenexpresses.

Ein himmlisches Spiel

Doch fangen wir ganz von vorne an. Ihr schlüpft in die Rolle eines himmlischen Wesens, wir im Westen würden es wahrscheinlich als einen Engel identifizieren. In Dragon Quest IX ist es einfach, so wie es der Untertitel schon sagt, ein Hüter des Himmels. Eure Aufgabe ist es, als Schutzengel die Menschen von Engelsfälle, einem malerischen Dorf am Fuße eines magischen Wasserfalls, zu beschützen und ihnen zu helfen. Da eure eigentliche Heimat als himmlisches Wesen das Observatorium ist, können euch die Menschen zu diesem Zeitpunkt des Spiels nicht sehen.

Euer Ziel ist es, möglichst viel Benefizit zu sammeln. Diese Substanz ist nichts anderes als die materialisierte Dankbarkeit der Menschen. Das Benefizit opfert ihr am heiligen Baum Yggdrasil dem Allerhöchsten. Denn die Himmlischen wollen den Baum mit dem Benefizit erblühen lassen: Einer Legende nach soll, sobald der Blaum blüht, ein Sternenexpress kommen, um sie zum Allerhöchsten zu bringen. Tatsächlich scheint diese Prophezeiung in Erfüllung zu gehen. Aber in dem Augenblick, als ihr in den Sternenexpress einsteigen wollt, explodiert er und ihr werdet eurer Flügel beraubt auf die Erde geworfen. Ihr bleibt zwar ein Himmlischer, aber nun können euch die Menschen sehen und das Abenteuer fängt erst richtig an.

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