gamescom 2010: viel Schönes - und reichlich Ärgerliches

(Special)

von Philip Ulc (27. August 2010)

War es der finanzielle Druck oder Gleichgültigkeit gegenüber deutschen Gamern? Bühnenshows und Präsente waren auf der gamescom in diesem Jahr mager. Auch in anderen Bereichen warf das große Licht einer internationalen Messe einiges an Schatten in die Messeflure. Zeit für unsere Tops und Flops.

Besucherrekord bei der diesjährigen gamescom - wenn auch denkbar knapp.Besucherrekord bei der diesjährigen gamescom - wenn auch denkbar knapp.

Top und Flop: Zahlenmaterial

Die gamescom 2010 war auch in diesem Jahr ein Publikumsgarant - 254.000 Besucher (inklusive 18.900 Fachbesuchern) strömten an fünf Tagen in die Kölner Messehallen. Das sind zwar "nur" 9.000 Menschen mehr als im Vorjahr, dennoch ist die (deutsche) gamescom die größte Zusammenkunft von Computer- und Videospielfans in Europa. Das Zahlengerüst stimmt ebenfalls: 505 Aussteller aus 33 Ländern präsentierten unter anderem ihre 200 Welt-, Europa- und Deutschlandpremieren, wobei aber die ganz großen Überraschungen ausblieben. Auch die über 10.000 aufgestellten Spiel-Stationen konnten eines nicht verhindern - teilweise stundenlange Wartezeiten.

Was wir im Gespräch mit Besuchern ebenfalls erfahren mussten: In diesem Jahr waren Goodies Mangelware. An den überteuerten Preisen für Verpflegung wird sich dagegen sicherlich nichts ändern. Dennoch, drei Euro für eine Cola und 4,80 für eine Bockwurst mit etwas Kartoffelsalat sind happig - nicht nur für Besucher mit schmalem Taschengeld.

Bei den kleinen Titeln wurde angestanden, bei den großen Spielen wie hier gecampt.Bei den kleinen Titeln wurde angestanden, bei den großen Spielen wie hier gecampt.

Flop: lange Warteschlangen

Eine Videospielmesse steht immer unter dem Stern, die neusten Spiele zu sehen und im besten Fall anzuzocken. Das ist angesichts der Besucherströme nicht immer einfach, und erst recht, wenn sich die Hersteller in dieser Hinsicht zugeknöpft zeigen. Verstärkt wurde das "Ich muss für ein Probespiel ewig anstehen"-Gefühl durch das deutsche Jugendschutzgesetz. Sämtliche "Ab16"- und "Ab18"-Titel dürfen nicht öffentlich gezeigt werden, weshalb es wie schon im Vorjahr zu den riesigen, abgeschirmten Standbauten kommt, die Spieler nur in Grüppchen in die Präsentationsräume ließ.

Die Folge: lange Warteschlangen. Die üblichen Verdächtigen waren die Blizzard-Titel und Call of Duty: Black Ops ebenso wie Nintendos neuer Zelda-Ableger und der frische Assassinen-Auftritt Brotherhood von Ubisoft, an dem man bis zu dreieinhalb Stunden für ein kurzes Video anstehen musste. Aber auch vergleichsweise kleine Fische wie am Stand des demnächst erscheinenden Hawx 2, zu dem schon seit einiger Zeit eine spielbare Demo raus ist, bildeten sich Menschentrauben. Wer sich also nicht gleich am morgendlichen Einlass genau überlegt hat, zu welchem Stand er rennt, vertrieb sich die Zeit damit, sich die Beine in den Bauch zu stehen - ärgerlich.

Die Vertreter der Gewinner-Hersteller des gamescom-Awards, unter anderem von Nintendo, Sony und EA.Die Vertreter der Gewinner-Hersteller des gamescom-Awards, unter anderem von Nintendo, Sony und EA.

Top: Bewegungssteuerung zum Ausprobieren

Das Thema der Messe war der Hardware-Auftritt von Move (PS3) und Kinect (Xbox 360). Beide Systeme bringen die Bewegungssteuerung an den Mann, wie Nintendo es mit dem Wii-System vor Jahren vorgemacht hatte. Das Tolle in diesem Jahr: Ihr konntet beide Hardware-Erweiterungen anspielen, wobei Sony mehr Spielstationen zur Verfügung stellte als Microsoft. Kinect wurde in transparenten, kugelförmigen Vorführräumen gezeigt und entgegen aller Unkenrufe, die Eingabe hätte nicht richtig funktioniert, muss man hier den Messeumstand mit den schwierigen Außenbedingungen erwähnen. Zudem hat Microsoft noch etwas Zeit, Kinect kommt "erst" am 2. November auf den Markt.

Die Move-Erweiterung steht dagegen am 15. September im Ladenregal und arbeitet in bester Serienreife schon jetzt exakt und mit ganz wenig Verzögerung (die berühmten Lags). Dafür belohnte die unabhängige Expertenjury die Move-Hardware mit dem gamescom-Preis in der Kategorie "Beste Hardware" - übrigens waren wir von spieletipps auch in der Jury vertreten.

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