gamescom 2010: viel Schönes - und reichlich Ärgerliches - Seite 2

(Special)

Der ultrabrutale Epic-Shooter Bulletstorm wurde nur hinter verschlossenen Türen gezeigt.Der ultrabrutale Epic-Shooter Bulletstorm wurde nur hinter verschlossenen Türen gezeigt.

Flop: keine großen Neuankündigungen

Das Problem der gamescom ist der kurze zeitliche Abstand zur E3 im Juni. Viele amerikanische Hersteller präsentieren hier ihre kommenden Highlights, japanische Publisher warten dagegen lieber auf die Tokyo Game Show im September. Daher zeigen die Firmen auf der gamescom meist Spiele, die in den kommenden Monaten zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt kommen. Ganz klar, darunter sind wenig Überraschungen, alles ist bekannt. Selbst bei großen Neuankündigungen wie Bioshock Infinite traut sich Take 2 nicht, auf die gamescom-Karte zu setzen. Das Spiel wurde zwei Wochen vor Messebeginn bereits enthüllt.

Was bleibt sind kaum spektakuläre, da erwartete Fortsetzungen, darunter Risen 2 - Dark Waters, Sacred 3 oder Might & Magic - Heroes 6. Nicht einmal Bioware wagt, Mass Effect 3 offiziell anzuteasern, sondern schiebt die PS3-Version des zweiten Teils in die Messerunde. Als europäische Leitmesse hat die gamescom damit eine Schwierigkeit: Sie wird von den Herstellern nicht ernst genommen, es sei denn, es geht um das anstehende Weihnachtsgeschäft. Das ist uns Spielern langfristig aber zu wenig. Ebenfalls schade, dass einige Neuheiten wie Mortal Kombat oder Bulletstorm nur im Business-Bereich hinter verschlossener Tür gezeigt wurden.

Sony überzeugte mit viel Kreativität der Messestände und ausreichend Anspielstationen.Sony überzeugte mit viel Kreativität der Messestände und ausreichend Anspielstationen.

Top: der beste Messestand

Das Fehlen von Capcom und Sega in diesem Jahr macht sich bemerkbar. Wenige und riesige Stände dominieren das Bild der gamescom 2010. Die Besucher müssen sich zwar so nicht dicht drängeln und haben ausreichend Pufferzonen, aber ansonsten ist wenig zu tun (siehe "lange Warteschlangen"). Viele Stände waren unkreativ und boten bei den wichtigen Spielen zu wenig Spielstationen. Aus der Masse heraus sticht aber Sony, denen wir hiermit den Preis für den besten Messestand 2010 verleihen: Aufteilung, Design und Variabilität der anzutestenden Spiele stimmten einfach. Die Move-Stände waren klasse, SingStar konnte man in Duschkabinen ausprobieren und Killzone 3 in Krankenhausbetten genießen. Ebenfalls schön: Ausreichend Autokabinen zu Gran Turismo 5, das wahlweise sogar in 3D spielbar war.

An zweiter Stelle sei hier Nintendo erwähnt, die zwar ihren steril-weißen Messelook fortsetzten, dafür aber alle Topspiele auf die darbende Zockermeute losließen, darunter Donkey Kong Country Returns, Kirby und das magische Garn und The Legend of Zelda - Skyward Sword. Nur der 3DS fehlte in den Publikumshallen und zeigte sich lediglich ausgewählten Fachbesuchern in den Business-Hallen.

Blizzard hielt sich mit Neuigkeiten zu Diablo 3 vornehm zurück - trotz spielbarer, aber eben alter Demo.Blizzard hielt sich mit Neuigkeiten zu Diablo 3 vornehm zurück - trotz spielbarer, aber eben alter Demo.

Flop: Blizzard

Der nächste große Hit nach Starcraft 2 - Wings of Liberty ist für Blizzard in diesem Jahr ganz klar World of Warcraft - Cataclysm. Daher ist es verständlich, dass hierzu ausreichend Spielstationen bereit standen. Es lässt sich streiten, wie sinnvoll ein 30-minütiger Ausflug nach Azeroth für ein episches Online-Rollenspiel ist, uns hat der kurze Flug über die neue "alte" Welt aber durchaus gefallen. Es wurde aber nichts gezeigt, was nicht schon in der gelaufenen Beta und zahlreichen Youtube-Videos gesehen werden konnte.

Wirklich ernüchternd ist aber, dass uns zum Action-Kracher Diablo 3 die gleiche Demo aus dem Vorjahr vorgesetzt wurde. Hier zeigt sich wieder einmal, wie unbedeutend die gamescom doch ist - zumindest für Blizzard. Die Amerikaner heben echte Neuigkeiten lieber für die hauseigene Blizzcon auf. Das ist nur allzu verständlich, wir deutschen Spieler fühlen uns dadurch aber auch nicht besser.

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