Test Kane & Lynch 2 - Dog Days - Seite 2

Blut spritzt auch reichlich.Blut spritzt auch reichlich.

Coole Optik

Durch den Schauplatzwechsel verschlägt es die beiden "Freunde" nach Shanghai. Während Lynch dort mit seiner Freundin lebt, kommt Kane extra für einen lukrativen Deal in die Stadt, um seinem Partner dabei zu helfen. Die riesige, dreckige und doch faszinierende Metropole Shanghai wurde exellent eingefangen - die grellen Lichter, unendlich viele Leuchtreklamen, die vielen Autos und Einwohner der Stadt. Es sieht einfach richtig gut aus. Damit Shanghai aber so richtig atmosphärisch rüber kommt, wurde eine einmalige Präsentation entwickelt.

Stellt euch es so vor: Das gesamte Spiel sieht so aus, als würde ein Dritter mit einer kleinen und miserablen Handkamera hinter den beiden Knallköpfen hinterherlaufen. Die Kamera wackelt oft hin und her, Pixelfehler stören das Bild und Lichteffekte werden unscharf dargestellt - das gehört jedoch alles zu der Art der Präsentation dazu und verleiht dem Spiel einen ungemeinen Charme. Und das ist auch dringend nötig, schließlich sieht Dog Days abseits der stylischen Kamera-Präsentation wie ein veraltetes Spiel aus. Einige Texturen sind richtig matschig, die Animationen der Gegner lassen zu wünschen übrig und auch die Kollisionsabfrage ist unvorteilhaft.

Shanghai ist authentisch gestaltet.Shanghai ist authentisch gestaltet.

Langeweile pur...

Trotzdem sieht Dog Days durch diese einzigartige Kamera-Optik einfach richtig genial aus und rettet die sonst maue Grafik. Auch die Story profitiert von dem Look: Gerade der erwähnte Einstieg macht eine Menge Hunger auf mehr, leider versinkt die Story im Mittelmaß. Denn eigentlich wollte Lynch vor dem großen Coup eine kleine Rechnung begleichen, doch das läuft total schief und plötzlich ist die ganze Unterwelt von Shanghai hinter den beiden her.

Leider verliert die Story sehr an Spannung, wenn wir die tatsächliche Ursache dieses gerade losbrechenden Krieges erfahren - lediglich die Motive der beiden Protagonisten verhindern in Zwischensequenzen die totale Langeweile. Stellenweise blitzt die Einzigartigkeit des Duos auf, wir fiebern mit und hoffen, dass alles gut geht - doch gerade die Störungen des Hobby-Psychopathen Lynch flackern zu selten auf.

Abseits der genialen Optik und der durchschnittlichen Story fällt etwas viel mehr ins negative Gewicht: die fehlende Abwechslung. Es wird Stunde um Stunde stumpf geballert und gefeuert, getötet und ins Jenseits geschickt, ohne nennenswerte Abwechslung oder besonders spannende Abschnitte. Nach rund neun Stunden ist dann alles vorbei - dabei haben wir quasi nur Feind um Feind niedergeballert und uns gelangweilt.

Die Mehrspieler-Modi rocken und bewahren das Spiel vor der völligen Belanglosigkeit.Die Mehrspieler-Modi rocken und bewahren das Spiel vor der völligen Belanglosigkeit.

Wir sehen das Licht!

Während im Vorgänger auch nicht gerade viel Abwechslung geboten wurde, geht es hier tatsächlich ganz gen Null. Hinzu kommen die sehr linearen Levels, die kaum alternative Wege bieten. Wir wandern durch enge Bürogebäude oder durch die hellerleuchteten Straßen von Shanghai und es ist immer ein fester Weg vorgegeben. Wenn wenigstens unsere chinesischen Feinde etwas Hirn in der Birne hätten, könnten wir das ja verzeihen, zumal die Levels ja durchaus authentisch und schön gestaltet sind - aber die feindlichen Bewohner sind nur strunzdoof.

Sie laufen direkt ins offene Feuer und scheinen Deckungsmöglichkeiten zu meiden. Das solltet ihr allerdings nicht tun, denn obwohl die Chinesen blöd sind, ist ihre schiere Anzahl in vielen Momenten ein riesiger Frustpunkt. Das geht schon zu Beginn los: Während wir mit Lynch und Kane zu Fuß auf einer Autobahn die fiesen Schlitzaugen töten, fährt unser Partner mit dem Auto weiter. Unbemerkt bleibt der Wagen natürlich nicht und so ist es unsere Aufgabe, die Gegner davon abzuhalten, dass sie das Auto zerstören. Blöd nur, dass es viel zu viele Chinesen sind und blöd nur, dass das Auto ständig dann weiter fährt, wenn da noch zig Feinde irgendwo versteckt sind und wir uns nicht weiter rauswagen können. Die Unterwelt Shanghais ist zwar blöd, doch die Masse an Gegnern schickt euch häufig ins Jenseits.

DAS Dreamteam schlechthin. Sind sie nicht traumhaft?DAS Dreamteam schlechthin. Sind sie nicht traumhaft?

Keine Granaten

Natürlich gibt es auch Deckungsmöglichkeiten, die, anders als im Vorgänger, nun per Knopfdruck erreicht werden. In die Nähe einer Mauer stellen, Button drücken und schon befindet sich Lynch hinter schützenden Steinen. Denkste. Obwohl wir uns sichtbar in Deckung befinden, treffen uns trotzdem noch Kugeln, die uns eigentlich nicht treffen dürften. Das frustriert, das ärgert, das schickt uns ins virtuelle Jenseits - und ist völlig unnötig.

Zudem fehlen auch einfach Granaten oder andere Hilfsmittel. Einzig und allein normale Feuerwaffen sind mit von der Partie, also Uzis, Sturmgewehre, Schrotflinten, allerlei Pistolen und Scharfschützengewehre. Auch hier fehlt die Abwechslung, und der Verzicht auf Granaten und ähnliches ist ebenfalls nicht ganz so hilfreich, um ein großes Waffen-Arsenal zu bieten. Im Gegenzug können wir aber Benzinkanister in die Menge werfen und mit einem gezielten Schuss entzünden. Auch die Steuerung geht gut von der Hand.

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