Test Kane & Lynch 2 - Dog Days - Seite 3

Die Optik, das Design von Shanghai, die Effekte - hier überzeugt das Spiel.Die Optik, das Design von Shanghai, die Effekte - hier überzeugt das Spiel.

Völlig belanglos?

Leider fehlt auch bei Kane die künstliche Intelligenz. Er stellt sich mitten ins Feuer der Chinesen, lässt uns im Stich oder bleibt irgendwo hängen. Wir empfehlen daher das Spiel kooperativ zu genießen - mit einem echten Spieler an der Seite lebt es sich doch gleich viel besser und die Story scheint etwas schneller in Schwung zu kommen.

Insgesamt schwächelt der Story-Part aber erheblich: Die fehlende spielerische Abwechslung sorgt für Langeweile, die Masse an Gegnern für Frust und das liegengelassene Potenzial um die Motive der beiden Protagonisten ärgert uns einfach nur. Es hätte so viel besser sein können, ehrlich. Schaut euch die beiden Verrückten doch mal an: Nach der soliden Geschichte des ersten Teils hätte man alles noch viel spannender und dramatischer inszenieren können, was dank der Präsentation auch stellenweise gelingt, aber eben nur stellenweise. Aber: Vor der völligen Belanglosigkeit wird Dog Days gerettet, dank der gelungenen Mehrspieler-Modi.

Leider ist Kane nicht immer eine wirkliche Hilfe.Leider ist Kane nicht immer eine wirkliche Hilfe.

Verräter oder Gangster

Richtig gelungen ist hierbei der Modus Fragile Alliance. Hier sollt ihr mit sieben anderen Spielern einen richtig lukrativen Deal landen und raubt dazu eine Bank aus. Je nach Map geht es also erst zu der Bank und dem Geld, das ihr einsammeln müsst. Immer wieder stellen sich euch KI-Polizisten in den Weg, sodass ihr kleine Schwierigkeiten habt, zum Fluchtwagen zu kommen. Jetzt wird es aber erst richtig interessant: Sobald ihr die Beute habt, könnt ihr die Beute der anderen Räuber einsacken, indem ihr sie einfach erschießt. Stellt euch vor: Drei eurer Gangster-Kollegen laufen gerade mit den erbeuteten Moneten vor euch zum Fluchtauto, bis ihr die Waffe zückt und alle drei von hinten niederstreckt. Sobald ihr dies tut, werdet ihr allerdings als Verräter gebrandmarkt und jeder andere Spieler kann erkennen, dass ihr ein fieser Typ seid.

Zu jeder einzelnen Sekunde ist dieses Gefahr spürbar. Kann ich meinen Team-Kameraden vertrauen? Wollte der Typ da gerade mich oder den Feind treffen? Hat der Kerl da gerade nicht auf mich angelegt? Natürlich lohnt sich das erbeutete Geld - bessere Belohnungen und Waffen warten auf euch. So müsst ihr stets abwägen, ob es sich lohnt, für viel Geld ein Verräter zu sein oder ob ihr lieber mit den anderen den Verräter jagt. Genial!

Eine Geisel nehmen? Für Lynch kein Problem.Eine Geisel nehmen? Für Lynch kein Problem.

Keine Motive mehr

Ähnlich funktioniert der Undercover-Cop-Modus: Hier wird zu Beginn jedes Raubzugs zufallgsgeneriert ein Cop in den Reihen der Gangster ausgewählt. Selbstverständlich weiß nur der Auserwählte, dass er der Cop ist. Nun soll er den Raub verhindern und bekommt dafür eine Belohnung. Hier steigert sich die Paranoia nochmal um gefühlte 200 Prozent!

Selbst im klassischen Team-Deathmatch-Modus könnt ihr eure eigenen Männer verraten und erschießen, sodass ein Match nie wie das vorherige läuft und enorm viel Abwechslung geboten wird. Hier müssen wir ein großes Lob an IO Interactive aussprechen!

Doch unterm Strich verschenken die Entwickler zuviel Potenzial im gesamten Solospiel. Natürlich ist der Look ganz großartig, die Stimmen der beiden Chaoten sind sogar richtig überzeugend, doch die Motive und die Dramaturgie der Protagonisten werden kaum mehr genutzt.

Pro:

  • geniale Kamera-Optik
  • jede Menge Action
  • solide Steuerung
  • grandiose Synchronstimmen
  • spaßige Multiplayer-Modi

Contra:

  • kaum Abwechslung
  • schlechte KI
  • miese Kollisionsabfrage
  • schwache Texturen
  • langweilige Protagonisten
  • teils grobe Animationen

Meinung von Redaktioneller Mitarbeiter

Ich hatte jede Menge Spaß mit Kane & Lynch 2. Ehrlich. Aber eben nur im Multiplayer-Modus, wo mir oft genug eigene Team-Kameraden in den Rücken gefallen sind und ich mir danach den Verräter unbedingt schnappen wollte. Die Mehrspieler-Modi sind abwechslungsreich und werden dank des Verräter-Features auch nie langweilig, was man von dem Singleplayer-Erlebnis nicht behaupten kann. Klar, die verwackelte Kamera-Optik ist schlicht großartig, doch sonst fehlt mir einfach die Dramatik und Spannung in der Geschichte um das ungleiche Duo. Es fehlt die Unberechenbarkeit von Lynch und das Besonnene von Kane. Es fehlt spielerische Abwechslung, sodass immer auf gleichem Tempo geballert wird.

Letztlich kann ich nur sagen, dass Multiplayer-Fans durchaus einen Blick riskieren sollten, auch Liebhaber des ersten Teils können zuschlagen, allen anderen rate ich dringend vom Kauf ab.

68

meint: Der einzigartige Look des Spiels ist genial, doch fehlende Abwechslung und Spannung dezimieren den Spaß. Lediglich die Multiplayer-Modi machen zuweilen Laune.

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