Test Patrizier 4: alter Wein in neuen Schläuchen

von Hauke Schweer (10. September 2010)

Patrizier gehört zu den großen Namen der Wirtschaftssimulationen aus deutschen Landen. Kann die Neuauflage an alte Erfolge anknüpfen?

Auf der unspektakulären Weltkarte verbringt ihr die meiste Zeit des Spieles.Auf der unspektakulären Weltkarte verbringt ihr die meiste Zeit des Spieles.

Lang ist es her, dass wir mit Patrizier 2 den Ostseeraum befuhren und der Hanse zu ihrem Ruhm verhalfen. Die Erweiterung tat damals ihr Übriges dazu, die Wirtschaftssimulation nach vorne zu bringen. Als Paket wurde der Titel in Deutschland als Gold-Edition veröffentlicht, international jedoch als dritter Teil vermarktet. Das ist auch der Grund, warum Kalypso bei uns eins, zwei, vier zählt und die dritte Ausgabe in der Zählung unterschlägt. Abseits aller Nummerierungsfragen wird jedoch klassisches geboten und wer sich an die alten Zeiten erinnert, findet sich schnell zurecht.

Der erste Weg in Patrizier 4 führt in den Kampagnenmodus, der gleichzeitig mit einigen Videos als Tutorial herhält. Wichtig sind sowohl die detaillierte Stadtansicht als auch die Weltkarte, auf der ihr einen Großteil der Spielzeit verbringt. Hier habt ihr nicht nur die Städte im Überblick, sondern auch den regen Schiffsverkehr, die eigenen Konvois sowie Wetterphänomene wie die Wirbelstürme, für die der Ostseeraum eigentlich weniger bekannt ist. Auch Zufallsereignisse wie Schiffsbrüchige, Warennotstände und lokale Probleme wie Dürreperioden werden hier angezeigt. In unserer Heimatstadt starten wir mit einem Kontor, der zu jeder Zeit einen Überblick über das Warenangebot und die Preise ermöglicht. Derartige Details finden wir in anderen Städten nur heraus, indem wir den jeweiligen Hafen anlaufen oder ebenfalls ein Warenhaus errichten.

Das Handelssystem ist der Kern des Spieles und übersichtlich gestaltet.Das Handelssystem ist der Kern des Spieles und übersichtlich gestaltet.

Handel hält die Welt am Laufen

Die Handelsansicht lässt sich per Icon aus der Weltkarte heraus öffnen, ein Überblick über den Gesamtwarenbestand der Stadt und unserer Schiffe erlaubt schnelle Kalkulationen, der Schieberegler jeder Ware zeigt den Preis der Güter an und aktualisiert sich während des Handelns in Echtzeit. Ein weiterer Indikator weist auf die Bedürfnisse der Bevölkerung hin. So macht ihr euch beispielsweise keine Freunde, wenn ihr den Gesamtbestand an Weizen oder Bier aufkauft - gewinnt jedoch an Ansehen, wenn ihr den Städtern aus Warenknappheiten heraushelft.

Jede Region stellt eigene Produkte her, so gibt es Fleisch nur in Dänemark, Bier nur in Deutschland und Felle in Russland, mit diesem Wissen lassen sich lukrative Handelsrouten aufbauen und im Zweifel auch automatisieren. Diese Funktion ist überaus mächtig, da sich im Detail Minima und Maxima bei Warenmengen und -Preisen festlegen lassen. Besonders ergiebige Touren finden übrigens auf den Mittelmeer-Expeditionen statt, die im Laufe des Spieles möglich werden.

Mit steigendem Kapital und Ansehen gewinnen wir neue Ränge und damit auch Privilegien wie den Kauf von Wohnhäusern, die sich vermieten lassen, und den Bau eigener Produktionsstätten. Bei lokalen Institutionen wie der Werft lassen sich außerdem Aufträge erteilen, in der Kirche Geld spenden, um Ansehen zu gewinnen. In der Gilde könnt ihr euch auf Ämter bewerben und Privilegien kaufen. Dadurch erweitert sich das Spiel um immer mehr Funktionen. So dürft ihr nur als Bürgermeister besondere Gebäude errichten. Natürlich kommt es hin und wieder auch zu Schlachten, die vornehmlich auf See ausgetragen werden, denn im Gegensatz zu Wirbelstürmen waren Störtebeker und seine Kompagnons in der Zeit der Hanse eine realistische Bedrohung.

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