Test Quantum Theory: In Deckung, hier kommt ein Shooter aus Japan

von Redaktioneller Mitarbeiter (12. November 2010)

Abkupfern ist anscheinend total angesagt. Woran das liegt, wissen wir nicht - wir wissen aber, dass das nicht immer gut ist. Besonders, wenn die Entwickler von einem schon fast legendären Spiel abkupfern, dass hierzulande indiziert ist. Ihr erinnert euch? Deckungs-Shooter mit harten Baller-Gefechten und derben One-Linern. Getriebe des Krieges - deutlicher dürfen wir nicht werden.

Die Grafik wirkt großteils veraltet.Die Grafik wirkt großteils veraltet.

Schafft es Quantum Theory auf dem Erfolg der Konkurrenz aus dem Hause Epic aufzubauen? Wie sollen wir sagen: Nein. Das Spiel von Tecmo Koei setzt auf die überragende Klasse des indizierten mit Testosteron vollgepackten Shooters aus dem Jahre 2006. Schon der Protagonist Syd hat starke Ähnlichkeiten mit Marcus Fenix: Aufgepumpte Arme, dicke Kampfausrüstung, gewaltige Wummen und so flache Sprüche, dass selbst der Duke dagegen richtig intellektuell wirkt. Die kommen allerdings so flach daher, dass es viel zu gezwungen und aufgesetzt wirkt. Es ist deutlich zu sehen, dass Entwickler Tecmo krampfhaft versucht hat, Ähnlichkeiten zu Fenix zu ziehen.

Dabei verspricht das Intro actionreiche Gefechte gegen merkwürdige Außerirdische. Sowieso sind die zahlreichen Zwischensequenzen recht ordentlich und zeigen immer wieder die kreativ gestaltete Welt. Das ist auch die einzige wirkliche Aussicht auf Spaß, wie ihr schnell merkt. Es wird geballert, getötet und in Deckung gegangen wie im großen Vorbild, Spaß macht es trotzdem wenig.

Muskeln aus Stahl gewährleisten keine Qualität.Muskeln aus Stahl gewährleisten keine Qualität.

Mieses Deckungssystem

Das fängt bereits beim Deckungssystem an. Zunächst fällt auf, dass viele der Deckungsmöglichkeiten extrem lieblos und unkreativ in den Levels platziert sind. Dabei sind die Schauplätze durchaus vielversprechend - riesige Türme ragen urplötzlich aus dem Boden und infizieren die Menschen mit einem Virus, so dass sie sich gegen ihre eigene Spezies richten. Ein gigantischer Kampf entbrennt und die zahlreichen Aliens und Monster sorgen für einen düsteren Kriegsschauplatz.

Doch wenn es am Level-Aufbau mangelt, bleibt der Spielspaß auf der Strecke. Hier und da mal eine zerstörte Mauer, ab und zu auch mal Autos oder merkwürdige Außerirdischen-Bauwerke - all das findet sich in den Levels und wurde anscheinend wahllos in den Levels verteilt. So gibt es immer wieder zwei Arten von Schauplätzen zu finden: Bei den einen sind so unendlich viele Deckungsmöglichkeiten verteilt, dass es einfach öde wird, von Deckung zu Deckung zu hechten. Bei den anderen gibt es so schlecht platzierte Schutzmöglichkeiten, dass ihr im Hagel der Kugeln einfach getötet werden. Zumal ihr eh ständig getroffen werdet, obwohl ihr euch hinter einer eigentlich schützenden Mauer befindet.

Einige Waffen sehen extrem cool aus.Einige Waffen sehen extrem cool aus.

Alles nur geklaut

Und auch der Rest des Spiel ist nur unterer Durchschnitt. Das geht bei der Waffenauswahl weiter: Das futuristische Design der Schießeisen gefällt durchaus. Letztlich aber bieten sie kaum spielerische Abwechslung. Einige Waffen machen so gut wie keinen Schaden, obwohl sie äußerlich ziemlich wuchtig aussehen - der Granatwerfer ist da ein gutes Beispiel: Er lohnt sich kaum, da der angerichtete Schaden minimal ausfällt.

Zur Abwechslung mal nicht geklaut ist eine Spezialattacke, die Syd mit seiner Partnerin ausführt. Er wirft sie mit voller Wucht auf die Gegner, wo sie dann mit ihrem Schwert ein Standard-Alien nach dem anderen hinrichtet. Bei größeren Feinden ist eine sofortige Tötung nicht möglich, aber nach kurzer Pause werft ihr sie eben erneut fröhlich durch die Levels. Beim ersten Mal macht es noch Spaß macht, beim zweiten Mal auch, aber spätestens beim fünften Mal ist es langweilig.

Dieses Video zu Quantum Theory schon gesehen?

Weiter mit:

Kommentare anzeigen

Final Fantasy 15 für euch durchgespielt: Kein schlechtes Spiel

Final Fantasy 15 für euch durchgespielt: Kein schlechtes Spiel

Nach einer vollen Dekade der Spekulationen, Ankündigungen und ersten spielbaren Häppchen, erscheint nun Final (...) mehr

Weitere Artikel

Russische Politiker: "Fifa 17 ist Schwulen-Propaganda"

Russische Politiker: "Fifa 17 ist Schwulen-Propaganda"

Russische Politiker bezeichnen die Fußballsimulation Fifa 17 als "Schwulen-Propaganda" und stellen einen Antrag, (...) mehr

Weitere News

Gewinnspiel

Adventskalender Tür 6: Guitar Hero Bundle
Jetzt mitmachen!

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Meinungen - Quantum Theory

Alle Meinungen

Quantum Theory (Übersicht)