Test Civilization 5: zugkräftige Hexfeld-Strategie

von Hauke Schweer (30. September 2010)

Civilization gehört zu den ganz großen Strategiespielen. Veröffentlichung um Veröffentlichung wurde die Serie aufpoliert, mit Teil fünf beweist man bei Entwickler Firaxis und Publisher 2K jetzt Mut zu Neuerungen. Wir haben getestet, ob diese sich positiv auswirken.

Bild im Bild: Erstaunlich, wie stark sich die Serie über die Jahr weiter entwickelt hat.Bild im Bild: Erstaunlich, wie stark sich die Serie über die Jahr weiter entwickelt hat.

Mit Civilization gelang Sid Meier 1991 ein Riesenwurf. Das Runden-Strategiespiel bot die perfekte Mischung aus Anspruch und Zugänglichkeit, spannendem Spielprinzip und ruhiger Spielmechanik. Wo sonst konnte man die Geschicke seines Volkes von der Steinzeit bis in die Zukunft lenken und dabei nicht nur militärisch, sondern auch technologisch oder diplomatisch den Sieg erringen?

Wer noch niemals ein Civilization auf der Festplatte hatte, wird sich jetzt über das ausführliche Tutorial freuen, das einem das nötige Wissen an die Hand gibt, um im Spiel zu bestehen. Möchtet ihr nicht auf Knopfdruck schnell ein Spiel in einer zufällig generierten Welt starten, könnt ihr sowohl im Einzel- als auch im Mehrspielermodus zahlreiche Optionen nutzen, um eine Partie an euren Geschmack anzupassen. Wie groß soll das Spielfeld sein? Soll es wie unsere Erde aussehen oder aus zufällig generierten Kontinenten bestehen? Außerdem stehen diverse spielbare historische Landesfürsten mit unterschiedlichen Vorteilen sowie einige Schwierigkeitsgrade zur Auswahl.

Einheiten verschieben wir jetzt neu auf einer Karte mit Hexfeldern.Einheiten verschieben wir jetzt neu auf einer Karte mit Hexfeldern.

Hex hex!

Seit jeher war das Spielfeld in Civilization in Quadrate eingeteilt und auf einem dieser Planfelder ließen sich mehrere Einheiten stapeln. Genau von diesen beiden Grundsätzen verabschiedet sich Firaxis im fünften Teil. Neuerdings durchzieht ein - wahlweise unsichtbares - Gitternetz aus Sechsecken, sogenannten Hexfeldern wie in Panzer General 4, die Karte und auf jedes davon passt nur noch eine Einheit. Einzige Ausnahme: Zivilisten wie Bautrupps oder Siedler dürfen sich ein Feld mit Kampfeinheiten teilen. Das ist nicht nur sinnvoll, weil die wehrlosen wie wertvollen Zivileinheiten gekidnappt werden können, sondern so auch bei Schlachten auf engem Terrain, beispielsweise um Städte herum, nicht im Weg stehen.

Die Siedlungen stehen meist im Mittelpunkt der Gefechte und können sich auch ohne stationierte Truppen verteidigen. Neu ist die Möglichkeit für Fernkämpfer, über ein oder sogar mehrere Felder hinwegzuschießen. Ortschaften legen Gegner grundsätzlich schon aus der Distanz unter Feuer, während eine vorsichtshalber stationierte Einheit ihr Übriges zur Verteidigung leistet. Im Falle einer Großoffensive reicht das jedoch nicht aus, geschickt verteilte Wachposten, im Idealfall in von Bautrupps errichteten Forts stationiert, sichern unser Land ab.

Mit der Brechstange: Ein Angriff von der Seeseite aus.Mit der Brechstange: Ein Angriff von der Seeseite aus.

Auf dem Weg zum Nobelpreis?

Ebenfalls neu ist die Tatsache, dass Forschung es sämtlichen Truppen ermöglicht, sich ohne weitere Hilfsmittel einzuschiffen. Dabei sind sie allerdings relativ wehrlos, lediglich einige Truppenteile kämpfen auch aus ihren Landungsboten heraus, wenn die Wissenschaftler dies ermöglichen, ansonsten ist Geleitschutz empfehlenswert. Die Forschung ist nach wie vor auf allen Ebenen wichtig. Sie ermöglicht nicht nur neue Waffensysteme, sondern auch Gebäude, Geländeerweiterungen und die Erschließung von Rohstoffen und Transportwegen. Wie schon im vierten Teil lässt sich der komplette Technologiebaum einblenden und klickt man auf ein Forschungsziel, wird automatisiert in diese Richtung gearbeitet.

Bei aller Expansion gilt es stets, das Gesamtbild nicht aus den Augen zu verlieren. Sonst droht nicht nur das Schicksal des echten Römischen Reiches, nämlich dass die Grenzen zu groß sind, um sie mit dem verfügbaren Truppenkontingent abzusichern, sondern auch die Wirtschaft und die Zufriedenheit eurer Untertanen kann untergehen. Jede Stadt sollte nicht nur möglichst produktiv arbeiten, sondern auch satte und glückliche Einwohner haben. Da der Ausbau der Infrastruktur permanent Geld kostet, ist es nicht immer einfach, die richtige Waage aus Expansion und Sicherung der bestehenden Strukturen zu finden.

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