Test Civilization 5 - Seite 2

Nie sah Civilization schöner aus.Nie sah Civilization schöner aus.

Bremen und Hamburg lassen grüßen

Sobald uns andere Spieler begegnen, müssen wir uns auf alles gefasst machen. Die neuen Stadtstaaten sind eigenständige kleine Gebiete ohne Expansionsinteressen. Während die KI die kleinen Städtchen wie einen vollwertigen Spieler behandelt, stehen für uns im Kontakt mit ihnen nur eingeschränkte Diplomatieoptionen zur Verfügung. Doch das macht die autarken Zonen nicht weniger interessant. Wir können um ihre Gunst buhlen, und so einen wertvollen Handelspartner gewinnen oder auch Aufträge wie die Beseitigung von nahen Barbarenstellungen oder Schutz gegen aggressive Computergegner erfüllen, um die Staatskasse zu füllen, Militäreinheiten zur Verfügung gestellt zu bekommen oder in unseren wissenschaftlichen und kulturellen Bemühungen gefördert zu werden.

Die KI der anderen Herrscher ist bemerkenswert gut gelungen. Der Computer schätzt seine eigenen Möglichkeiten meist realistisch ein und tritt uns gegenüber dementsprechend auf. Sogar größere Truppenansammlungen vor neutralen Grenzen werden skeptisch kommentiert. Die bisherigen karrikaturartigen Herrscher-Portraits weichen endlich elegant animierten Modellen, die uns zudem alle mit ihrer Landessprache ansprechen, was für passendes Flair sorgt (die eigentlichen Verhandlungs-Dialoge sind natürlich auf Deutsch geschrieben).

Trotz aller Glaubwürdigkeit kommt es leider hin und wieder zu Aussetzern in der Kriegsführung und bei diplomatischen Verhandlungen. Mit menschlichen Mitspielern im Mehrspieler-Modus relativieren sich diese kleinen Macken natürlich. Egal ob mit Freunden oder im alleinigen Spiel gegen den Rechner, stehen uns aber weitaus mehr Mittel als nur schnöde Gewalt zur Verfügung, um spätestens im Jahr 2500 Bilanz über unsere Regierungszeit zu ziehen.

Die Stadt Newcastle wird eindrucksvoll belagert.Die Stadt Newcastle wird eindrucksvoll belagert.

Viele Wege führen zum Sieg

Neben der Möglichkeit alle Hauptstädte zu erobern, könnt ihr von der UN zum wertvollsten Staat gekrönt werden, als erster ein Raumschiff nach Alpha Centauri schicken oder sechs komplette Sozialpolitiken freispielen und danach das Utopia-Projekt beenden. Letztere ersetzen komplett die Religionen, auch Missionare sucht man in Civilization 5 vergeblich. Stattdessen warten die Strukturen des Föderalismus und der Marktwirtschaft sowie anderer staatlicher Systeme auf ihre Erforschung, für die wiederum Kulturpunkte benötigt werden. So reagiert ihr kurzfristig auf Missstände und schaltet Boni frei, etwa für Militär oder Bauzeiten.

Auch technisch hat Civilization einen großen Sprung nach vorn getan. Das Spiel lässt sich wahlweise in DirectX 9 oder 10 und 11 starten. So oder so sieht der fünfte Teil deutlich besser aus als Civilization 4. Das Landschafts- und Einheitendetail ist gestiegen, der flüssige und großzügige Zoom begeistert, die Strategieansicht sorgt für Übersicht und die Soundkulisse überzeugt mit Orchesteraufnahmen und atmosphärischen Samples. Leider hat Firaxis an anderer Stelle geschlampt. Versucht man Civilization 5 mit einer Karte der Geforce 8000er-Serie im DirectX10-Modus zu starten, friert das Bild nach wenigen Sekunden ein. Ein Problem, mit dem allerdings auch Besitzer anderer Grafikkarten manchmal zu kämpfen haben. Einer der Gründe scheint, verfolgt man die offiziellen Foren, die Überhitzung der GPUs zu sein. Des weiteren können Ladeprobleme bei den Spielständen und gelegentliche Abstürze auftreten. Ärgerlich bei einem Spiel, in das man ansonsten über Tage und Wochen versinken kann, ohne seine Grundbedürfnisse wie Essen und Trinken noch wahrzunehmen.

Pro:

  • leichterer Spieleinstieg
  • komplexeres Truppenmanagement
  • Stadtstaaten beeinflussen Spielmechanik
  • Sozialpolitiken flexibler als Religionssystem
  • geschickt taktierende KI
  • atmosphärische Grafik

Contra:

  • seltene KI-Probleme
  • gelegentliche Abstürze

Meinung von Hauke Schweer

Mit Civilization 5 zeigt Firaxis Mut zum Fortschritt. Das Spielfeld ist nicht länger in Quadrate, sondern in Hexfelder eingeteilt, Einheitenstapel gehören der Vergangenheit an. Das bedeutet, dass sich zu dem seit eh und je vorhandenen Makromanagement einiges an Mikromanagement gesellt. Auf einmal ist es wichtig, welche Einheiten sich wo auf der Karte befinden und auch strategische Wachposten spielen eine bedeutsame Rolle. Die Stadtstaaten beeinflussen die Spielmechanik schon nach wenigen Spielminuten und die KI macht gewohnt Druck.

Leider trüben einige technische Probleme das nach wie vor süchtig machende Spielerlebnis. Doch schon im jetzigen Zustand ist Civilization 5 ein klarer Pflichtkauf für jeden, der auch nur geringfügig etwas für Strategie übrig hat. Bekommt man die Abstürze noch in den Griff, würde das sogar noch für eine Aufwertung sorgen.

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91 Spieletipps-Award

meint: Der Rundenklassiker, endlich mit den längst überfälligen Änderungen. Wer auch nur im Ansatz etwas für Strategie übrig hat, sollte zugreifen.

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