Colin McRae Rally 2005 (PC)
Artikel veröffentlicht am 24.11.2004
Mit der "Colin Mc Rae" Reihe hat Codemasters nicht nur das Genre einer modernen Rallye-Simulation auf dem PC etabliert, sondern gleichzeitig mit ihrem Titel in diesem Genre den Maßstab für andere Rallye-Simulationen gesetzt. Derer sind in den letzten beiden Jahren etliche erschienen. Dennoch war zuletzt "Colin McRae 2004" weiterhin der Klassenprimus. Ob Codemasters den Genre-Thron behaupten kann oder sogar ihren Vorsprung ausbauen, könnt ihr im folgenden Test lesen. Von Daniel Frick
Neu: Motivierender Karriere-Modus
Nachdem ich Colin Mc Rae 4 "übersprungen" hatte, war ich auf die Ausgabe "2005" besonders gespannt. Viele Neuerungen fielen mir auf, vor allen Dingen Aspekte, die ich in der vorletzten Version vermisst hatte. Es stehen 2 grundsätzliche Spielmodi zur Verfügung. Entweder spielt man eine Meisterschaft als Colin Mc Rae, oder man startet eine eigene Karriere durch die unterschiedlichsten Rallye-Klassen, um schliesslich in der Diamant-Liga wieder auf den schottischen Rallye-Helden zu stossen. In beiden Spielmodi stehen 2 Schwierigkeitsgrade zur Auswahl, wobei die Meisterschaft als Colin Mc Rae schon wesentlich früher herausfordernd wird. In beiden Spielmodi, auch in der einfacheren Schwierigkeit, bekommt man jedoch nichts geschenkt. Von daher ist das Spiel eher was für Fortgeschrittene Insider, echte Rennspiel-Profis.
Neues Maß an Realismus
Besonders die Tatsache, dass es sich bei "Colin Mc Rae Rally 2005" um eine Rallyesimulation handelt, die durch hohen Realismus glänzt, macht den besonderen Reiz, aber auch das hohe Schwierigkeitsniveau aus. "Einfach losrasen" funktioniert nicht, nicht einmal in den niedrigeren Rallye-Ausscheidungen. Alles hat Auswirkungen im Spiel und so habe ich von den über 20 Stunden, die ich bis zum Ende meiner Karriere benötigt habe, einen guten Teil im Wartungsbereich meines jeweiligen Rennboliden verbracht, um die Feinabstimmung für die nächste Wertungsprüfung vorzunehmen. Je nach Strecke, Bodenbelag und Oberflächenbeschaffenheit des jeweiligen Abschnitts, gilt es, andere Reifen aufzuziehen, den Wagen tiefer zu legen, die Übersetzung anders einzustellen oder etliche andere Veränderungen am Wagen vorzunehmen. Die falsche Konfiguration im Rennen wirkt sich gnadenlos aus, der beste Indikator dafür sind die Beulen, die es dann auszubessern gilt und die Sekunden, die man auf seine Verfolger verloren hat. Das Schadensmodell tut sein übriges: Ist der Turbo hin, dann fährt die Kiste einfach zu lahm und ist die Aufhängung zu stark lädiert, zieht der Wagen zur Seite. Zudem fährt sich jeder der 29 Wagen völlig anders, besonders die Wagen mit Heckantrieb sind eine echte Herausforderung.
Altbewährtes und Neues gekonnt vereint
Zum Realismus kommen weitere Features hinzu, die das Spiel herausfordernd und abwechslungsreich gestalten. So muss man im Karrieremodus bestimmte Wagen freischalten, die man dann in der nächsthöheren Klasse zum Rennen benötigt. Einmal freigeschaltet, stehen die insgesamt 29 Wagen dann aber auch in anderen Spielmodi, also auch in Einzelrennen, zur Verfügung. Mit den Strecken verhält es sich ganz ähnlich. Ebenfalls eine witzige und hochmotivierende Idee, die fast schon etwas an ein Rollenspiel erinnert: Hat man bestimmte Rennabschnitte gewonnen, kann man Testverfahren freischalten, die einem Verbesserungen am Fahrzeug bescheren. Es ist aber nicht so, dass man direkt bessere Bremsen bekommt, sondern man muss sich diese ebenfalls auf einer Teststrecke verdienen. Auf diese Art lockt am Ende ein deutlich verbessertes Fahrzeug und als Nebeneffekt wird der Rallye-Stress durch zwischengeschaltete Mini-Games aufgelockert. Eine coole Idee!!!
Tolle Atmosphäre dank überzeugender Grafik
Die Grafik setzt nach meiner Meinung im Genre neue Massstäbe. Sonnenuntergänge, Schneestürme und Platzregen: Einfach alles, was ein echter Rallye-Pilot mitmachen muss, bietet das Spiel auf. Die unterschiedlichen Länder haben jeweils ihr ganz eigenes Flair und darüber hinaus auch immer einen vorherrschenden Bodenbelag. Es macht Laune, in der einzigartigen Atmosphäre des australischen Outbacks durch Eukalyptushaine zu brausen, oder aber durch finnische Birkenwälder. Kurzum: Die Grafik schafft Atmosphäre und Realismus in hohem Masse, und das sollte sie ja auch. Das Schadensmodell ist dynamisch und reagiert genau auf meine Aktionen. Krache ich seitlich an einen Baum, dann fallen nicht nur Blätter herunter, sondern ich habe eine ordentliche Beule in der Tür. Fahre ich dagegen frontal an einen Baum, geht mir der Scheinwerfer flöten und ich muss im nächsten Abschnitt möglicherweise mit weniger Licht auskommen.Für diejenigen, die gerne gemeinsam mit oder gegen andere spielen, steht ein Multiplayer und LAN-Modus zur Verfügung, der allerdings nicht in diesen Test einfloss.
Fazit
von Daniel Frick
Meine Entscheidung ist gefallen, während ich noch an meiner Rallye-Karriere bastelte: Ein Lenkrad und Gaspedal für meinen PC muss her! Wenn ich mich schon ohne wie ein echter Rallye-Pilot fühle und den Eindruck habe, ich rase gerade WIRKLICH über Schotterpisten im hintersten Australien, wie viel besser wird sich das noch mit mehr Realismus anfühlen. Vielleicht ebnet es mir gar den Weg in den wirklichen Rallye-Zirkus. Spaß beiseite: Colin Mc Rae Rally 2005 ist ein bahnbrechender Kracher für alle, die Rallye-Simulationen lieben. Nicht nur das, jeder, der Rennspiele grundsätzlich mag, muss dieses Spiel einfach haben. Viel Realistischer und motivierender geht es nicht!

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