Test AC - Brotherhood - Seite 3

In besonderen Momenten rücken eure Assassinen als Kavallerie an.In besonderen Momenten rücken eure Assassinen als Kavallerie an.

Neu: Eure eigene Assassinen-Armee

Gerät der Meisterassassine trotz deutlich erweitertem Waffenarsenal, berittenen Angriffen und Killer-Kombos ins Hintertreffen, genügt ein Kopfnicken und unsichtbare Hände fällen seine Feinde. Mal schwirrt ein Pfeilhagel aus dem Nichts, mal springen weiß gekleidete Todesboten von den Dächern, schlüpfen aus Heuballen oder galoppieren aus engen Gassen heran. Ezio hat dabei nur indirekte Kontrolle über seine Schattenkrieger, was ihre Angriffe sehr überraschend und unterhaltsam macht.

Der taktisch kluge Einsatz der Bruderschaft ist aber nur die halbe Miete. Von Taubenschlägen aus habt ihr Zugang zum Assassinen-Menü, wo ihr Ezios Mitstreiter ausrüstet, sie neue Fähigkeiten lehrt und auf Missionen von Köln bis Konstantinopel schickt. Die Gesandten stehen Ezio für die Dauer ihres Auftrages in Rom nicht zur Verfügung, kehren aber sichtlich gestärkt von ihren Dienstreisen zurück.

Weist ihr viele Assassinen einem Auftrag zu, bedeutet das zwar bessere Erfolgsaussichten, aber auch weniger Männer vor Ort für Ezio. Stirbt ein Attentäter in Rom oder vergeigt seine Mission, heißt es dauerhaft Arrivederci Assassini. Erst relativ spät im Spiel habt ihr so viele Anhänger, dass ihr nicht mehr ständig abwägen müsst, wie viele Brüder ihr als Ezios Geleitschutz abstellt und wie viele ihr zum Trainieren schickt.

Hübsch hässlich: Die Gesichter wurden deutlich verbessert.Hübsch hässlich: Die Gesichter wurden deutlich verbessert.

Facelifting für Ezio

Ganz egal, was ihr mit Ezios bösen Brüdern in Rom und Umgebung anstellt, die frisch aufpolierte Optik fällt deutlich ins Auge. Auch wenn Kenner des Vorgängers immer wieder über wiederverwendete Objekte stolpern: Die deutlich aufgehübschten Gesichter, der aufwändig simulierte Faltenwurf mancher Kostüme und die knackscharfen Texturen roter Dachziegel unter dramatischen Wolkenbergen machen mächtig Bock auf einen Spontanurlaub im schönen Berlusconi-Land.

Damit ist Brotherhood immer noch kein Grafikwunder. Weder die überraschend weitläufigen Außenbereiche Roms, noch die Animationen der Pferde können zum Beispiel mit der grafischen Brillanz eines Red Dead Redemption mithalten. Alle Gesichtsanimationen wirken trotz Facelifting zudem eher comichaft als fotorealistisch, transportieren die Emotionen der handelnden Personen aber tadellos. So wird insgesamt ein stimmiges Renaissance-Gemälde entworfen, das sich technisch im oberen Mittelfeld bewegt.

Die Barbier-Klasse führt besonders gründliche Rasuren durch.Die Barbier-Klasse führt besonders gründliche Rasuren durch.

Der Mehrspieler-Modus: Jäger und Gejagte

Ein besonderes Augenmerk muss schließlich den neuen Mehrspieler-Modi gelten, die es euch erstmals erlauben, zum Jäger und Gejagten menschlicher Mitspieler zu werden. In 'Wanted' bekommt jeder der maximal acht Mitspieler einen anderen Teilnehmer als Mordopfer zugewiesen, befindet sich aber gleichzeitig auch auf der schwarzen Liste eines Kollegen. In 'Hunter' versucht ein einsamer Assassine, eine menschliche Zielperson zu eliminieren, die von den anderen Spielern beschützt wird.

Weitere Team-Modi variieren diese beiden Spielkonzepte mit Zweispieler-Gruppen. Ein gutes Dutzend Mehrspieler-Charaktere mit individuellen Stärken und Schwächen steht zur Wahl. Langsame, aber kräftige Henker, flinke Kurtisanen oder mit Gift agierende Ärzte sorgen für deutliche Abwechslung im Spielerlebnis. Besonders spannend hat Ubisoft die Frage inszeniert, ob ihr eine KI-Figur oder einen menschlichen Mitspieler vor der Nase habt. Da computergesteuerte Charakterdubletten auch den individuellen Look der menschlichen Spieler kopieren, müsst ihr teilweise minutenlang das Verhalten einer vermeintlichen Zielperson beobachten, um keinen Unschuldigen zu töten.

Pro

  • noch mehr Betätigungsfelder
  • Rollenspiel-Elemente durch Bruderschaft
  • Attentate in Borgia-Türmen deutlich taktischer
  • abgefahrene Nebenquests mit da Vincis Kriegsmaschinen
  • variantenreicheres Kampfsystem
  • Sequenzen können wiederholt werden
  • motivierendes VR-Training
  • Rom als neuer, riesiger Spielplatz
  • mehr Komfort durch Schnellreise
  • verbesserte Gesichtstexturen
  • Pferd auch in der Stadt nutzbar
  • sämtliche Tonspuren enthalten
  • spaßige Mehrspieler-Modi

Contra

  • Summe der Teile nicht mehr so rund
  • nicht so gut erzählt wie der Vorgänger
  • teils langatmige Kletterpassagen in Romulus-Dungeons
  • weniger dicht besiedelte Areale wirken grafisch altbacken
  • vereinzelte Bugs in der Passanten-KI

Meinung von Max Wildgruber

Obwohl Assassin's Creed Brotherhood bei weitem mehr ist als die flott zusammengeschusterte Melkkuh einer erfolgreichen Franchise, steht es in einem zentralen Aspekt hinter seinem Vorgänger zurück: Es motiviert euch nur spielmechanisch, aber kaum durch seine Erzählung. Das ist ein bisschen schade, denn Ubisoft liefert einen noch dichter bebauten Spielplatz ab, auf dem tolle neue Geräte herumstehen, wie das fast an Rollenspiele erinnernde Bruderschafts-Feature, die fordernden Borgia-Türme und die witzigen Mehrspieler-Jagden. Einzig die Tunnel des Romulus nervten mich hier stellenweise mit hakeligen Parkour-Passagen, ansonsten wird in allen Betätigungsfeldern durchweg Qualität geboten.

Wo Assassin's Creed II die Summe seiner Teile aber in eine toll erzählte Charakterentwicklung einpackte und mit kühnen Wendungen überraschte, wirkt Brotherhood über weite Strecken wie eine hochklassige, aber altbekannte Nummernrevue, die mehr vom Selben liefert. Was die Rahmenhandlung angeht, so war mir das esoterische Gesülze gegen Ende einfach zu viel, ein paar handfeste Auflösungen hätten es schon sein dürfen. Über jeden Zweifel erhaben ist die Portraitierung von Ezio selbst, der zwar älter geworden ist und ab und zu über Rückenschmerzen klagt, aber immer noch jedem Rock hinterherjagt, selbst wenn er sich gerade auf der Flucht vor 50 Borgia-Soldaten befindet.

90 Spieletipps-Award

meint: Toller Renaissance-Sandkasten mit neuen Taktik-, Rollenspiel- und Mehrspieler-Elementen. Das Kampfsystem begeistert, die kaum überraschende Story enttäuscht.

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