Test Ivy The Kiwi - Seite 2

MIt einer Ranke als Bogensehne katapultiert ihr Ivy gegen poröse Blöcke.MIt einer Ranke als Bogensehne katapultiert ihr Ivy gegen poröse Blöcke.

Rankenregeln

Erstens nimmt Ivy im Gegensatz zu Kirby nicht jede Steigung, die ihr dem Küken vorzeichnet. Setzt ihr eine Ranke zu steil an, dreht Ivy einfach um und marschiert zurück. Zweitens dürft ihr gleichzeitig drei Ranken auf dem Bildschirm haben. Zeichnet ihr eine vierte, wird dafür die erste gelöscht. Drittens malt ihr die Ranken nicht als geschwungene Linien, sondern spannt sie als grüne Geraden, die von einem Startpunkt ausgehen und solange um diesen herum rotieren, bis ihr einen Endpunkt festgelegt habt. Das bedeutet: Ihr könnt die Ranken wie einen Uhrzeiger nach Belieben vor und zurück drehen und Ivy damit einen Schubs geben oder sie in die Luft bugsieren.

Aus diesen simplen Elementen bastelt Prope ein Plattformspiel, bei dem ihr vor allem damit beschäftigt seid, mit der indirekten Steuerung das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Viertens könnt ihr gespannte Ranken wie eine Gitarrenseite anzupfen und Ivy damit wie einen Pfeil durchs Level schießen. Solcherart beschleunigt, zerbröselt sie poröse Felsbrocken oder räumt Gegner aus dem Weg. Verschiebbare Felsblöcke, sammelbare rote Federn und Unbesiegbarkeits-Sterne runden die überschaubare Menge an Spielelementen ab. Mehr braucht Ivy auch nicht, um Spaß zu bereiten.

Pro:

  • toll konzipierte Rankensteuerung
  • puristische Plattformknobellevel
  • niedlicher Hauptcharakter
  • Hintergründe im Schraffur-Stil

Contra:

  • eintönige Level-Elemente
  • nach 50 kurzen Levels ist Schluss
  • Wii-Version fehlt Übersichtskarte

Meinung von Max Wildgruber

Wenn ich im letzten Augenblick eine freche Ratte mit einer kühn geschwungenen Ranke aus Ivys Weg peitsche, wenn mein Küken nach einem furchterregenden Stachelparcours das rettende Zieltreppchen erklimmt, oder ich die letzte von zehn im Level versteckten Federn aufsammle, erfüllt mich jene wärmende Befriedigung, die ich aus den Plattformspielen der frühen Neunziger kenne und manchmal verloren glaube. Ansonsten ist Ivys Rankenschwank ein simples Hüpfspiel mit ungewöhnlicher Steuerung, die eine nicht geringe Sogwirkung entfaltet, wenn ihr erst einmal gerafft habt, wie sie funktioniert.

Die schönen Hintergrundbilder von Städten, Wäldern und sternhellen Nächten kommen in der Wii-Fassung besser zur Geltung als auf dem DS. Auf dem DS gibt es dafür eine Übersichtskarte, die gerade in labyrinthischen Levels nicht zu verachten ist. Der nette Zeichenstil kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass alle Levels aus den gleichen wenigen Elementen aufgebaut sind. Etwas mehr Abwechslung wäre schön gewesen. Auch sind die 50 Levels relativ schnell durchgespielt, eine ordentliche Belohnung gibt es dafür nicht. So bleibt Ivy the Kiwi ein vergnüglicher Plattformspaß für Nostalgiker und Puristen, die mit der deutlich billigeren Download-Version für Mobiltelefone im Grunde aber genauso gut beraten sind.

75

meint: Puristisches Plattformspiel mit ungewöhnlicher Rankensteuerung und hübschen Bilderbuchhintergründen.

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