Test HP - Heiligtümer des Todes 1 - Seite 2

Im bewegten Bild erinnern viele der Abschnitte unfreiwillig an Star Wars.Im bewegten Bild erinnern viele der Abschnitte unfreiwillig an Star Wars.

Ohne Kenntnis der Filme unverständlich

Damit wären alle herkömmlichen Spielelemente beschrieben. Ballerpassagen und Schleichsequenzen reihen sich aneinander und beide Spielmechaniken stehen Harry nicht sonderlich gut zu Gesicht, Rätselsequenzen oder Adventure-Elemente sucht man vergeblich, stattdessen wächst die Star-Wars-Assoziation zusehends.

Es zucken mehr Blitze durch die Luft als in der Schlacht um Hoth, Besen und Motorräder ersetzen Tie-Fighter und X-Wings. Yoda hätte seine pure Freude am Wingardium Leviosa. Allerdings will die Geschichte nicht so richtig an Fahrt gewinnen, denn die Spiel- und Videosequenzen gehen zwar nahtlos ineinander über, ergeben ohne Wissen über Filme und Bücher jedoch häufig keinen rechten Sinn.

Die Charaktere gehören optisch zu den Höhepunkten des Spieles.Die Charaktere gehören optisch zu den Höhepunkten des Spieles.

Zaubern mit Kinect

Im Gegensatz zum Inhalt ist die Optik von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes gelungen. Nie zuvor sahen die Charaktere in einem Harry-Potter-Spiel so glaubwürdig aus und auch die Vertonung überzeugt auf der ganzen Linie. Lediglich die schon erwähnten, matschigen Umgebungstexturen trüben den ansonsten technisch guten Eindruck ein wenig. Aber dieser Kritikpunkt ist Jammern auf hohem Niveau. Andere Spiele haben dieses Problem wesentlich stärker.

Eine Besonderheit ist die Unterstützung für Kinect. Im normalen Spielmodus lässt sich die Bewegungssteuerung immer wieder passagenweise einsetzen, in einem eigenen Modus hingegen besteht der Spielinhalt aus nichts anderem als Gesten vor der Kamera auszuführen. Sobald Kinect ins Spiel kommt, wird der Controller unnötig. Was gut klingt bedeutet aber auch automatisch, dass es keine Möglichkeit mehr zur Bewegung durch die Levels gibt. Der eh schon mittelmäßige Shooter verkommt dann zum Ballern wie auf Schienen. Ihr ballert auf festgelegten Bahnen, für Deckung ist gesorgt.

Pro:

  • Schicke Grafik
  • Gute deutsche Synchronisation
  • Eingängiger Soundtrack
  • Wiedererkennungswert der Charaktere und Orte

Kontra:

  • Spielerisch schwach
  • Kinect-Modus langweilig
  • Teils matschige Texturen
  • Star-Wars-Optik in den Kämpfen

Meinung von Hauke Schweer

EA hat die Welt um Harry Potter so hübsch wie nie zuvor in Szene gesetzt. Jedoch achtete man bei all der Optik nicht auf die inneren Werte. Harry Potter in eine Mischung aus Shooter und Schleich-Spiel zu schicken, will einfach nicht zu dem sympathischen Zauberer passen, dessen Schicksal die meisten von uns die letzten Jahre immer wieder beschäftigt hat.

Auch die Nutzung von Microsofts neuer Bewegungssteuerung Kinect hätte EA sich sparen können. Sie lässt das sowieso schon mittelmäßige Spiel zu einem Spielhallen-Shooter in Railgun-Manier verkommen, wobei die Abfrage der Gesten nicht gerade sonderlich gut funktioniert. So ist Harry Potter und die Heiligtümer des Todes nur für echte Anhänger eine Empfehlung wert.

69

meint: Harry und Hermine sind hübsch wie nie zuvor, hinter der Optik verbirgt sich leider ein charakterloses Spiel.

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