Test Tom Clancy's Ghost Recon - Seite 2

Moskauer Straßenkampf mit Schneeresten.Moskauer Straßenkampf mit Schneeresten.

Nichts Neues im Osten

Kann denn zumindest die Hintergrundgeschichte den Bogen zu den anderen Ghost-Recon-Spielen schlagen? Die Einführung ist kurz und knapp. Sie führt zwar nicht zu den Krisenherden der "Advanced Warfighter"-Teile, aber greift das Szenario aus dem allerersten, 2001 erschienenen Ghost Recon-Spiel wieder auf: Typisch für Autor Tom Clancy spielt sie in der nahen Zukunft. Die sogenannten Ultranationalisten haben in Russland erfolgreich geputscht und sind auch gleich noch in Norwegen eingefallen. Also wird euer Team losgeschickt, um erstmal in Skandinaven aufzuräumen, ehe es auf der Suche nach verbündeten Kräften nach Moskau in den Straßenkampf geht.

Weitererzählt wird die Geschichte während des Spiels durch die Missionsbesprechungen am Anfang der Einsätze und durch Funksprüche, die ihr auf dem Schlachtfeld erhaltet. Auch gönnen die Entwickler euch einige Zwischensequenzen im Grafikstil der Spielengine.

Panzer stoppt ihr per Zeus-Panzerfaust.Panzer stoppt ihr per Zeus-Panzerfaust.

Materialschlacht

Neben den Zwischensequenzen bieten auch ein paar weitere Elemente Abwechslung vom Hasten von Deckung zu Deckung. Beispielsweise könnt ihr zwischendurch einen Gefechtsstand besetzen und damit anstürmende Armeen niedermähen. Dann wieder gelangt ihr in den Besitz einer ferngesteuerten Drohne oder eines Panzers und das Spiel verwandelt sich vollends in einen sogenannten Railshooter: Während ihr euch in einer festen Geschwindigkeit automatisch an einem vorbestimmten Weg entlang bewegt, steuert ihr die beiden Geschütze und vernichtet feindliche Stellungen und Gefährte ehe sie eurem Vehikel auf den Leib rücken können und dessen "Gesundheitsbalken" (tatsächlich im Spiel so bezeichnet) auf null reduzieren. Später könnt ihr sogar aus der Luft Tod und Verderben bringen.

Andere Aufträge sind als Schleichmissionen tituliert. Hier kommt es darauf an, eure mit Schallschutzdämpfern ausgestatteten Schießeisen so schnell und geschickt einzusetzen, dass alle Feinde umfallen, ehe einer per Leuchtfeuer Alarm auslöst. Andernfalls gilt die Mission sofort als gescheitert. Gerade wenn ihr diese Einsätze zu zweit spielt, ist es hier wichtig, sich vorab einig zu sein, wer welchen Gegner aufs Korn nimmt.

Mit dem Scharfschützengewehr bekämpft ihr ferne Feinde.Mit dem Scharfschützengewehr bekämpft ihr ferne Feinde.

Unblutige Präsentation

Überraschenderweise für eine derartige Ballerorgie spritzen nirgendwo Blut. Auch fliegen keine Körperteile. Wenn ihr Menschen, Fahr- und Flugzeuge trefft, flackern sie nur kurz auf. Außerdem suchen die Truppen schnell wieder Deckung, wenn sie nicht gleich - vor allem nach einem Kopfschuss - für immer zu Boden gehen und sich dann alsbald in Luft auflösen. Diesem Umstand dürfte es zu verdanken sein, dass die USK das Spiel ab 16 Jahren freigegeben hat. Lediglich die Katapultwirkung der Handgranaten, die die Pixelmenschen wie an unsichtbaren Seilen zehn Meter in die Luft schleudert, erinnert unfreiwillig an Stuntmen und Regisseure, die es zu gut mit den Effekten meinen.

Die Umgebungen sehen trotz trister Texturen und Farben für Wii-Verhältnisse noch akzeptabel aus. Vor allem die automatischen Kameraschwenks und -fahrten verschaffen einen recht plastischen Eindruck von den Dörfern, Hafenanlagen, Friedhöfen, Straßenschluchten, Hausdächern, Containerlagern, Bahnhöfen etc., die als Schlachtfeld herhalten.

Diesen weißköpfigen Feinden begegnet ihr oft. Sehr oft.Diesen weißköpfigen Feinden begegnet ihr oft. Sehr oft.

Angriff der Klonkrieger

Passend zum Klischee rieselt in Moskau auch leise der Schnee, während ihr den russischen Soldaten einheizt. Und wenn ihr mal die Muse habt, eure beiden Recken beim Lauern in einer Stellung näher zu beobachten, fallen auch Details wie Atemwölkchen ins Auge. Zu den Details gehören ebenfalls Einschusslöcher, die durch eure Schüsse an Hauswänden entstehen. Schade allerdings, dass in einigen Leveln wirklich zu Hunderten grafisch identische Feinde auf euch einstürmen. So kommt es, nachdem ihr ums Eck gebogen seid, nur allzu oft zu einem Déjà-Vu-Erlebnis nach dem Motto "Die Kerle kenn ich irgendwie, die hab ich doch gerade eben erst erschossen?".

Akustisch wird die Szenerie neben den obligatorischen Gefechtsgeräuschen auch von den vorher erwähnten Funksprüchen immer wieder untermalt. Darüber hinaus verkünden eure beiden Soldaten gerade in den ersten Missionen schon fast papageienhaft ihr "Lade nach!" bei jedem Nachladen der Waffe - nervig! Nur wenn das Spiel zur Fahrt eurer ferngesteuerten Drohne über eine Brücke leise heroische Musik einspielt, wähnt man sich kurzzeitig fast in einem Kinofilm (aber sicher keinem Antikriegsfilm). Das Rattern der Waffen kann wahlweise auch direkt aus euren Wiimotes ertönen, klingt dann aber eher scheppernd-blechern.

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