Test Tom Clancy's Ghost Recon - Seite 3

Manchmal steigt ihr den Gegnern auch aufs Dach.Manchmal steigt ihr den Gegnern auch aufs Dach.

Durch diese hohle Gasse müsst ihr meucheln

Zusammenfassend könnte man Ghost Recon für die Wii als interaktiven Film beschreiben, bei dem ihr durch fleißiges Betätigen des Abzugshahns die Handlung vorantreibt. Wenn ihr an einer Stelle scheitert, werdet ihr am letzten Wegpunkt kurz vor der Szene wiederbelebt; insofern hält sich das erneute Spielen bereits gemeisterter Abschnitte in Grenzen. Aber um voranzukommen ist es notwendig, jede Szene im Spiel chronologisch zu bewältigen. Es gibt keine abweichenden Routen oder alternative Herangehensweisen. Das artet schon mal in Frust aus. Zumindest könnt ihr in solchen Fällen kurzzeitig eine sogenannte Fokuszeit aktivieren, während der das Geschehen in Zeitlupe abläuft.

Außerdem gibt es drei einstellbare Schwierigkeitsgrade. Wer mal die Story nicht weiter verfolgen möchte, findet im Arcade-Modus zusätzliche Herausforderungen, bei denen entweder kooperativ oder kokurrierend versucht werden darf, durch möglichst viele Abschüsse die Bestpunktzahlen in die Höhe zu schrauben. Dabei kassiert ihr besonders viele Punkte, wenn ihr längere Zeit nicht getroffen werdet. Wie sehr ihr dann das Spiel genießt, steht jedoch auf einem anderen Blatt. Wer die bisherigen Ghost-Recon-Spiele gemocht hat und hier auf der Wii nach einem taktischen Erlebnis sucht, wird eher unterfordert sein; wer gerne mal wieder den Zapper hervorkramt und Straßenkämpfe erleben möchte, wird wohl eher damit glücklich. Mit Spielen wie etwa Ghost Squad, bei dem die Wiimote auch kalibriert werden darf, gibt es allerdings bereits gelungenere Lightgun-Shooter für Wii.

Pro:

  • Einfaches Spielprinzip
  • Wii-Zapper gut eingebunden
  • Auf Spiel zu zweit ausgelegt
  • Online-Bestenlisten

Contra:

  • Spielprinzip für ein Ghost Recon sehr flach
  • Keine freie Bewegung möglich
  • Repetitiver Spielablauf
  • Computergegner verhalten sich tumb
  • Gegner wiederholen sich

Meinung von Roland Mühlbauer

Für Ghost-Recon-Traditionalisten ist der Wii-Ableger ohne Bewegungsfreiheit und den gewohnten taktischen Rafinessen eine glatte Themaverfehlung. Als ich mich mit dem Spiel jedoch jenseits der Erwartungshaltung durch den großen Namen befasste, hatte ich dennoch meinen Spaß damit. Der Rhythmus aus dem Stellungskampf zu Fuß, den extremen Schießereien aus gekaperten Fahrzeugen heraus und den lautlosen Schleichmissionen bringt einiges an Abwechslung. Wobei ich manche Schleichmission nur durch unermüdliches Ausprobieren bewältigen konnte. Die Testphase zu zweit ergab wiederum, dass man im Doppel nur dann Erfolge feiert, wenn man sich gut aufeinander abstimmt.

64

meint: Ghost Recon mit festen Wegpunkten und Zapper als Lightgun-Shooter - Taktikfans sehen in die Röhre, ein Actionspektakel ist es dennoch.

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