Test Tales of Monkey Island - Seite 2

Diesmal fliegen nicht nur Beleidigungen um eure Ohren.Diesmal fliegen nicht nur Beleidigungen um eure Ohren.

Hinter dir, ein dreiköpfiger Affe!

Die skurillen Dialoge, die Anspielungen und Running Gags sind nach wie vor eine Klasse für sich. Ein Glasbläser verkauft beispielsweise Buchstaben. Eine Röhre in Form eines Us nennt er YouTube. Insgesamt haben die Entwickler gut daran getan, nicht zuviel Neuerungen einzubauen. Natürlich kommen auch wieder feine Lederjacken und jede Menge Affen vor.

Die offensichtlichste Veränderung ist aber scheinbar mit zwei Augenklappen programmiert worden. Bei gedrückter Maustaste erscheint ein Kreis mit einem beweglichen Pfeil. Wird dieser auf einen Punkt ausgerichtet, läuft die Spielfigur dorthin. Ja, genau so umständlich, wie es klingt, spielt es sich auch. Nach den ersten Versuchen greift wahrscheinlich jeder zur angebotenen Pfeiltasten-Alternative. Die Gründe, die gegen die klassische Point&Click-Bewegung gesprochen haben, bleiben wohl auf dem Meeresboden verschollen.

Der mächtige Pirat hat neben seiner Hand auch ordentlich Gewicht verloren.Der mächtige Pirat hat neben seiner Hand auch ordentlich Gewicht verloren.

Magersucht nun auch bei Piraten in Mode

Ebenfalls ein wenig ungewohnt ist das neue Aussehen des Weltenretters. Guybrush erinnert stark an einen Matrosen, der sich monatelang nur von Schiffszwieback ernähren musste. Er wirkt ausgemergelt und irgendwie in die Länge gezogen. Ob Elaine eine so schlechte Köchin ist? Dafür sind die Gesichtsanimationen toll und die Hintergründe etwas aufgepeppt.

Es gibt nun einen recht hübsch gemachten Unschärfeeffekt in den Zwischensequenzen. Ansonsten ist alles noch so papageienbunt wie vor zwanzig Jahren. Jedes Bild lädt dazu ein, auch auf Details zu achten. Diese sind zwar häufig für den Spielverlauf unerheblich, sorgen aber immer wieder für ein Schmunzeln am Rande. Wie etwa die Porzellan-Power-Piraten-Figuren zum Sammeln.

Die Prophezeiung sieht nicht gut aus, gar nicht gut.Die Prophezeiung sieht nicht gut aus, gar nicht gut.

Piratenstark

Alles in allem fühlt sich wohl jeder Anhänger der Serie direkt wie zu Hause. Die Figuren, Dialoge und Rätsel, die den legendären Erfolg der Freibeuter-Saga ausmachen, sind größtenteils wieder vorhanden. Dass es einige Kritikpunkte gibt, liegt auch an den hohen Erwartungen an eine Fortsetzung der Erfolgsserie. Monkey-Island-Liebhaber messen natürlich jeden Witz und jede Szene an den Vorgängern.

Auch die verunglückten Neuerungen sind zu verschmerzen, solange es wie bei der Steuerung eine Alternative gibt. Hin und wieder gibt es unnötig nervige Passagen, aber seien wir ehrlich: Die hat es in allen anderen Teilen auch gegeben. Der Umfang, die exzellente deutsche Vertonung (alternativ auch auf Englisch spielbar) und jede Menge nostalgische Anspielungen machen das locker wett. Alles in allem ist die Wiedersehensfreude jedenfalls riesenkrakengroß.

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