Test Micky Epic - Seite 2

Die zerstörte Variante des Disneylands.Die zerstörte Variante des Disneylands.

Vergessene Welt

Micky erkennt natürlich, dass er die Welt wieder aufbauen muss. Er schnappt sich den magischen Pinsel und wandert in das zerstörte Land hinaus. Dabei warten auf ihn sehr viele Déjà-vu-Momente. Kurz nach Beginn findet er sich in einer Art Disneyland wieder. Attraktionen mit rotierenden Tassen oder fliegenden Dumbos erwarten ihn. Große Pflanzenskulpturen stehen am Rande und zeigen Donald Duck oder auch den Hasen Oswald. Überhaupt ist der Hase überall vorzufinden. Sein Gesicht grinst von fast jeder Wand und schmückt jedes Bild. Ihr könntet ihn als Micky Maus der Parallelwelt beschreiben. Mit nur einem Unterschied: Alles in Wasteland ist kaputt und trostlos.

Diese düstere Atmosphäre wird auf der Wii perfekt eingefangen. Obwohl die Konsole grafisch den Brüdern Xbox 360 oder PlayStation 3 nicht das Wasser reicht, ist die Optik fast brillant. Die Welt ist überwiegend dunkel und bedrückend. Trotz der geringeren Detaildichte kommt düstere Stimmung auf. So erstrahlt Disney Mickey Epic in einer etwas verwaschenen Comic-Optik, die perfekt zum Spiel passt. Grafikfetischisten brauen zwar Zeit, um sich an diesen Stil zu gewöhnen, dürften dann aber ebenfalls begeistert sein. Super Mario Galaxy hat schon gezeigt, dass Entwickler eine stimmige Präsentation auf die Nintendoplattform zaubern können. Warren Spector hat sich dieses Vorbild zu Herzen genommen und mit der dunklen Gesamtoptik und dem hervorragenden Soundtrack ein kleines Meisterwerk für die Konsole kreiert. Eine Synchronisation würde das Spiel allerdings gut vertragen. Nur in den wenigen Videosequenzen auf Sprachausgabe und sonst auf Texterzählungen zurückzugreifen, muss zur heutigen Zeit wirklich nicht mehr sein.

Die Kunstlehrer haben recht: Mit Malen könnt ihr wirklich etwas bewirken.Die Kunstlehrer haben recht: Mit Malen könnt ihr wirklich etwas bewirken.

Steuerdefizit

Die Frage bei der ganzen Geschichte: Wie kann Micky Wasteland wieder aufbauen? Die Maus benutzt dafür den magischen Pinsel, mit dem sie einst die Welt zerstört hatte. Mit diesem Werkzeug erzeugt sie Farbe oder entfernt sie. Verschwundene Pfade könnt ihr mit dem Pinsel also einfach wieder herbeizaubern und euch auf diese Weise einen Weg durch Wasteland bahnen. Im späteren Spielverlauf entstehen so kniffelige Rätsel, in denen ihr den Farbeinsatz perfekt abstimmen sollt. Doch der Pinsel sorgt nicht nur für rauchende Köpfe. In der Welt begegnet ihr immer wieder Monsterwesen, die der Maus an die rote Unterhose wollen. Micky greift im Gefecht ebenfalls auf den Pinsel zurück und setzt dessen Kräfte frei.

Kleistert ihr den Feind mit Farbe ein, verbündet er sich mit euch und verteidigt Micky. Benutzt ihr im Gegensatz dazu Farbverdünner, verschwindet euer Feind. Wer wollt ihr also sein, ein Freund oder der Tod persönlich? Ihr steuert Mickys Wunderwaffe mit dem Wii-Pointer. Allerdings ist diese Steuerungsvariante nicht ausgereift. Viel zu oft malt Micky den Boden an, obwohl ihr auf eine Wand zeigt. Ein anderes Mal reagiert die Maus viel zu spät auf eure Eingabe und wehrt sich nicht gegen den Angriff eines Feindes. Gerade in den späteren Abschnitten mit kniffeligen Bossen frustriert die Steuerung und verringert den Spaß enorm. Schade, so ein kreatives Spielprinzip hat etwas Besseres verdient. Doch es kommt noch schlimmer.

Hüpfpassagen lockern das Farbenspiel auf.Hüpfpassagen lockern das Farbenspiel auf.

Spring, Maus!

Das Spiel bietet neben der Malerei etliche Jump'n'Run-Passagen. Micky soll von einer Plattform zur nächsten springen und gähnenden Abgründen trotzen. Doch euch erwarten nicht nur Abschnitte in der dritten Dimension, sondern auch welche in 2D. Das bringt frischen Wind in die Hüpfpassagen, die ansonsten unter der katastrophalen Kameraführung leiden. In jedem Level justiert der Spieler den Bildausschnitt unzählige Male nach. Doch selbst dieses Prozedere verhindert nicht, dass euch die Kamera mitunter den letzten Nerv raubt. Sie hängt beispielsweise ständig an Gegenständen fest und lässt sich dann gar nicht mehr bewegen. Dieses Problem strapaziert eure Geduld und verleitet euch vielleicht bei kniffeligen Passagen zum Aufgeben.

Warum lassen die Entwickler die brillante Atmosphäre und das kreative Spielprinzip durch solche Schludrigkeiten leiden? Disney Micky Epic hätte mit seiner Einzigartigkeit und dem gewissen Etwas den Nintendokönig Mario von seinem Thron schubsen und das beste Spiel für die Wii sein können. Aber so überwiegt der Ärger über die Schusseligkeit der Entwickler.

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