Test Greed Corp: Eine Perle der Strategie

von Hauke Schweer (16. Dezember 2010)

Dass gute Strategiespiele nicht zwangsläufig kompliziert sein müssen, beweist Greed Corp mit Bravour. Das simple Regelwerk ermöglicht einen komplexen Spielverlauf und die Präsentation fesselt mit Charme.

Die Steampunk-Welt von Greed Corp bietet Denksport pur.Die Steampunk-Welt von Greed Corp bietet Denksport pur.

Rohstoffabbau geht häufig zu Lasten des Planeten. Braunkohletagebauten reißen riesige Löcher in das Antlitz der Erde und dort, wo Stollen das Erdreich durchziehen, sacken schon einmal ganze Straßenzüge weg. Der Raubbau sorgt nicht nur Geologen und Klimaforscher, auch den Planeten Mistbound hat er an den Rande des Abgrundes getrieben. Um die restlichen Ressourcen balgen sich die vier Konzerne in Greed Corp.

Das rundenbasierte Strategiespiel, das neben einer PC-Version mit Hülle auch digital über Steam, Xbox Live und PlayStation Network verfügbar ist, ist trotz des simplen Regelwerkes unglaublich komplex. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen die sogenannten Schreiter, die einzige mobile und direkt steuerbare Einheit im Spiel, die wir in Massen von Runde zu Runde von Hexfeld zu Hexfeld bewegen. Insgesamt gibt es vier Fraktionen: Gesetzlose, Piraten, Kartell und Imperium. Trotz unterschiedlicher optischer Designs gelten jedoch für alle dieselben Regeln. Kaum betritt einer der Schreiter neutrales oder feindliches Terrain, gehört der Boden mitsamt eventueller Gebäude dem jeweiligen Besitzer der Einheit.

So bunt wie anspruchsvoll, für Abwechslung ist gesorgt.So bunt wie anspruchsvoll, für Abwechslung ist gesorgt.

Wenig Einheiten, viel Abwechslung

Ist das Zielfeld besetzt, kommt es zum Kampf. Dieser fällt ebenfalls denkbar simpel aus. Jeder Schreiter schlägt eine gegnerische Einheit, greift ihr also mit sechs Einheiten ein Feld mit fünf Verteidigern an, gewinnt ihr den Kampf und behaltet einen Schreiter übrig. Damit die Schlachten nicht schon im Voraus entschieden sind, lassen sich Waffenfabriken errichten und neue Schreiter bauen.

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Außerdem errichtet ihr Kanonen, die über Distanz gewaltigen Schaden anrichten. Jeder Schuss muss jedoch einzeln bezahlt werden und kostet eine Menge Ressourcen, auch die Schreiter und die Gebäude sind natürlich nicht gratis zu haben. Folgerichtig treibt ihr und eure Gegner die Ausbeutung des Planeten voran und genau hier unterscheidet sich Greed Corp angenehm von der Konkurrenz. Anstatt Rohstoffquellen einfach versiegen zu lassen, haben sich die Entwickler etwas besonderes einfallen lassen.

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