Test Harvest Moon: Deine Tierparade - Schon wieder Bauer

von Christian Detje (31. Dezember 2010)

Es ist Erntezeit! Schon wieder. Gerade mal ein Jahr nach Der Baum der Stille verdonnert uns Marvelous Entertainment schon wieder zur Feldarbeit - zum zweiten Mal auf der Wii und zum zweiunddreißigsten Mal insgesamt. Viel ändert sich nie, aber diesmal hat sich fast gar nichts getan.

Der Erntewichtel Finn unterstützt euch mit guten Ratschlägen.Der Erntewichtel Finn unterstützt euch mit guten Ratschlägen.

Um das Städtchen Harmonika und die umliegende Gegend ist es schlecht bestellt: Das Wasser fließt nicht, der Wind weht nicht, die Felder vertrocknen und die Tiere bocken. Das liegt daran, dass der Erntegöttin die fünf magischen Glocken abhanden gekommen sind, die über die Elemente wachen. Ausgerechnet in diese todgeweihte Gegend verschlägt es euch, um eine verwitterte Farm zu übernehmen. Am Anfang bestimmt ihr euer Geschlecht, was wiederum beeinflusst, ob euer späterer Ehepartner eine Frau oder ein Mann ist. Und dann warten auch schon Hacke, Gießkanne und Vertikutiermaschine auf eure tatkräftigen Hände.

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Die Marke Harvest Moon steht seit 1996 für breit angelegte Simulationen rund ums Bauerndasein - von der Saat über die Ernte und die Tierversorgung bis hin zur Ehe und der Fortpflanzung. Trotz des kürzlich mit Rune Factory Frontier unternommenen Experimentes, Fantasy- und Kampf-Elemente in die Harvest-Moon-Spiele zu integrieren, haben die Entwickler die Hauptserie nicht etwa aufgegeben. Der Bauer bleibt tapfer bei seinen Leisten, seinem etwas spießigen, monsterfreien Alltag also.

Mit dem Selbstauslöser der Kamera könnt ihr euch mit euren Freunden fotografieren.Mit dem Selbstauslöser der Kamera könnt ihr euch mit euren Freunden fotografieren.

Was so ein Bauer nicht alles treibt

Auch neben der üblichen Feldarbeit gibt es immer was zu tun: So erweitert ihr nach und nach eure Farm durch neues Land, neue Gebäude und Tiere. Ihr sammelt Pilze, sortiert Kochrezepte oder versucht euch als Hobbyfotograf und Höhlenforscher. Gleichzeitig macht ihr euch mit den Bauern der Nachbarhöfe bekannt und lernt die Bewohner der Ortschaft Harmonika kennen. Dazu eignen sich besonders die neun jährlichen Feste. Was erstmal nach Abwechslung klingt, wird schnell zu täglichem Trott, weil kaum eine eurer Tätigkeiten langfristig motiviert und sie sich ständig wiederholen. Zudem dürft ihr nie bedenkenlos und konzentriert arbeiten, weil ihr sonst eure Energieanzeige aus dem Auge verliert und möglicherweise erkrankt.

Trotz grafischer Banalität ist eure Umgebung sehenswert. Zwischen den Feldern liegt ein idyllisches Waldstück. Wollt ihr euch mit dem Abbau von Mineralien Geld verdienen, führt es euch in die pittoreske Bergarbeitersiedlung. Harmonika wirkt mit seinen verwinkelten Gassen wie eine Mischung aus italienischer und norddeutscher Hafenstadt. Es kommt immer wieder vor, dass einer eurer Nachbarn eine Bitte an euch hat. Das kann ganz kurzweilig sein - wenn man nur nicht immer so weit laufen müsste! Später ist es zwar möglich, die Wege abzukürzen, doch bis dahin dauert es eine ganze Weile.

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