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Command & Conquer 3: Tiberium Wars (PC)

Artikel veröffentlicht am 05.04.2007

Während die ersten beiden Teile der ersten Echtzeitstrategiespiele-Reihe, "C&C: Der Tiberiumkonflikt" und "C&C: Alarmstufe Rot". noch unbestrittene Meilensteine waren, sind spätere Titel dieser legendären Reihe stets umstritten gewesen. Fans lieben die Spiele, Kritiker weisen immer wieder darauf hin, dass sich die Serie eigentlich nie weiterentwickelt hat. Mit "Command & Conquer: Tiberium Wars" ist nun der neuste Spross dieser traditionsreichen Reihe erschienen und wir wollten wissen, ob es die Entwickler geschafft haben, die Kritiker zum verstummen zu bringen. Von Gerd Schüle

Tödlicher Rohstoff

Das gefährliche Tiberium

Wir befinden uns im Jahr 2047 und das giftige und gleichzeitig wertvolle Tiberium hat die gesamte Erde überzogen. Diese wird nun in 3 Zonen eingeteilt, jeweils basierend auf dem Grad der Tiberium-Verseuchung des jeweiligen Gebietes. Es gibt die blauen Zonen, die 20 % der gesamten Erdoberfläche einnehmen. Hier können die Menschen noch gefahrlos leben. Sie stellen die letzte Zuflucht der zivilisierten Welt dar. Die gelben Zonen nehmen 50 % der Erdoberfläche ein. Diese sind noch teilweise bewohnbar, obwohl sie vom Krieg gezeichnet sind und es sich um ökologisch verwüstete Gebiete handelt. Trotzdem lebt der Großteil der menschlichen Bevölkerung in diesen gefährdeten Gebieten. Die restlichen 30% des Planeten sind absolut unbewohnbar - ein vom Tiberium geschaffenes Ödland, das von heftigen Ionenstürmen heimgesucht wird. Diese roten Zonen erinnern mehr an die Oberfläche eines fremden Planeten. Das ist die Welt von "C & C: Tiberium Wars" in die der tot geglaubte und berüchtigte Kane zurückgekehrt ist, um die Bruderschaft von Nod anzuführen. Er will einen gewaltigen globalen Angriff gegen die Global Defense Initiative (Kurz GDI) starten, um die Welt entgültig zu unterdrücken.

Ein Bösewicht kehrt zurück

Kane, der charesmatische Anführer von Nod

Es geht um die wenigen noch verbleibenden blauen Zonen auf der Erde, um die letzte Zuflucht der Menschheit. Es liegt an dir, Kane aufzuhalten und der Menschheit die letzten Zufluchtsorte zu sichern oder gar Kane zum letzten, entscheidenden Sieg zu verhelfen. Während die GDI und die Bruderschaft von Nod alte bekannte in der Tiberium Reihe innerhalb der "C&C" Spiele sind, gibt es in "C&C: Tiberium Wars" zum ersten mal eine dritte Fraktion, die Scrin, biomechanische und insektenähnliche Aliens, deren Geschick ihr in einer recht kurzen dritten Kampagne ebenfalls in eure Hände nehmen dürft. Diese Wesen können sich im Gegensatz zu den beiden anderen Fraktionen unbeschadet über das Tiberium bewegen. Ein weiterer Unterschied zu den zwei anderen Parteien ist die Tatsache, dass sie kein Limit bei der Lagerung von Tiberium haben und deshalb keine Silos bauen müssen. Die Scrin sind die technologisch am weitesten fortgeschrittene Gruppe. Sie können Zeit und Raum so beeinflussen, dass es ihnen möglich ist ihre Truppen aus dem Orbit direkt auf die Erde zu entsenden. Die Scrin Kampagne ist aber leider mit nur 4 Levels recht kurz geraten.

Typisch "C&C"

Aus einer Filmsequenz

Der Ablauf des Spieles ist absolut typisch "C&C", mit allen Zutaten, die zu einem Spiel aus dieser Reihe gehören. Das sind vor allem mal die zwar trashigen, aber irgendwie trotzdem faszinierend gemachten Filmsequenzen des Spiels mit echten Schauspielern. Insgesamt enthält das Spiel über 90 Minuten Filmsequenzen, in denen die Story des Spiels spannend und mit viel Atmosphäre erzählt wird. Eingebettet ist das Ganze in hervorragend inszenierte Kampagnen mit spannenden, aber manches mal zu einfachen Missionen, die sehr abwechslungsreich gestaltet wurden. Die meisten der jeweils 17 Missionen der GDI und Nod Kampagne laufen nach dem bewährten Muster ab. Ihr errichtet eine Basis, verteidigt sie gegen den angreifenden Gegner und baut nebenher einerseits die Basis aus und eine möglichst schlagkräftige Armee auf. Mit der erfüllt ihr dann die Missionsziele. Neben den storyrelevanten Aufgaben gibt es immer noch Bonusziele, außerdem erweitert sich die Karte in einigen Missionen mit der Erfüllung einer Aufgabe und es kommen neue Ziele hinzu, die ihr ebenfalls noch erfüllen müsst.

Sehr ausgewogen

Eine gewaltige Explosion

Ein paar wenige, dafür aber sehr spannende Levels gibt es, in denen ihr keine Basis baut und mit einer fest vorgegebenen Truppenanzahl bestimmte Aufgaben erfüllen müsst. Ebenfalls typisch für ein "C&C" Spiel ist das extrem ausgewogene Truppenbalancing. Obwohl Nod und die GDI im Grunde die selben Gebäude besitzen, haben sie stark unterschiedliche Einheiten, die aber extrem gut ausbalanciert sind. Letztendlich hat keine der drei Gruppen des Spiels einen Stärkevorteil, sie spielen sich nur alle etwas anders. Zudem ist das Ganze nach dem Schere-Stein-Papier Prinzip aufgebaut. Jede Einheit hat ihre Stärken und Schwächen. Nur mit einem ausgewogenen Einheitenmix ist man erfolgreich. Zudem hat jede der drei Gruppen Spezialeinheiten wie z. B. die Ionenkanone der GDI oder das extrem teure Mutterschiff der Scrin. Außerdem verfügen die meisten Einheiten über sogenannte Spezialtalente. Nod Bugys können z.B. mit einen EMP-Stoß Gebäude lahm legen und mit GDI Truppentransportern dürft ihr Engpässe verminen. So entstehen zwar recht schnell, teilweise sogar hektische aber stets auch recht taktische Schlachten.

Typisch Schwächen

Eine Basis der Scrin

So typisch "Command & Conquer: Tiberium Wars" im Bezug auf die Stärken der Serie ist, so typisch sind auch wieder die Schwächen des Spiels. Das betrifft vor allem mal wieder die KI der Einheiten. In den Kampagnen agieren die Gegner dank Skript Ereignissen noch einigermaßen klug. In den Skirmish Partien sieht die Sache anders aus. Eine Sache kann man aber in jedem Modus bemängeln, der Gegner greift fast immer stur an derselben Stelle an und ist von daher leicht zu berechnen. Eine richtig gute Gegner KI, die einigermaßen intelligent vorgeht, haben die Entwickler bisher in keinem einzigen "C&C" Spiel hinbekommen, auch nicht bei "Command & Conquer: Tiberium Wars". Den absoluten Abschuss liefern wieder die strunzdoofen Tiberiumernter, die immer schnurstracks zum nächsten Tiberiumfeld fahren, auch wenn der Weg mitten durch eine Feindbasis führt. Typisch "C&C" eben. Genauso typisch für ein Spiel der Serie ist die miserable Wegfindung, mit der bis jetzt alle Titel der Reihe geglänzt haben, da macht auch "Command & Conquer: Tiberium Wars" keine Ausnahme. So konsequent die Entwickler die Stärken der Serie ins Spiel eingebaut und zum Teil verbessert haben, so konsequent haben sie auch an den langjährigen Fehlern der "C&C" Reihe festgehalten, sodass man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass die Entwickler diese Dinge irgendwie gar nicht auf die Reihe bekommen.

Technisch genial

Grafisch kann das Spiel überzeugen

Eine andere Schwäche der Reihe gehört seit "Command & Conquer - Generäle" scheinbar entgültig der Vergangenheit an, die grafische Präsentation des Spiels. Hier überzeugt "Command & Conquer: Tiberium Wars" auf der ganzen Linie. Alles sieht bestens aus, egal ob es sich um die Einheiten oder Landschaften handelt. Aus den tiberumverseuchten Böden schimmert in einem sehenswerten grün das Tiberum so schön wie noch nie, Panzer rollen über spiegelnde Straßen und auch ansonsten ist das Spiel einfach absolut sehnenswert modelliert. Vor allem die Explosionen oder andere Effekte können sich sehen lassen. Wenn eine Nod Basis mit der Ionenkanone zerlegt wird, sieht das einfach super aus. Aber auch die sonstige Gestaltung von Explosionen ist eine Augenweide, ebenso wie das Aussehen der Realfilme. Zudem sind die Animationen sämtlicher Einheiten durchweg vom feinsten. Genauso genial ist der Sound des Spiels, egal ob es sich um die Hintergrundmusik, die Hintergrundgeräusche oder die Sprachausgabe handelt. Abgeschlossen wird der äußerst positive technische Eindruck mit einer vorbildlichen Steuerung, dank der man das Spiel bestens im Griff hat.

Fazit

von Gerd Schüle

Als alter Fan der Serie bin ich auch von "Command & Conquer: Tiberium Wars" total begeistert. Die alten Stärken des Spiels gefallen mir nach wie vor. Besonders die Sache mit den Realfilm Sequenzen und die geniale Inszenierung der Kampagnen finde ich einfach erstklassig. Als Fan würde ich dem Spiel darum gern eine 90iger Wertung geben, aber ich denke, da würde ich dem Ganzen nicht gerecht. Denn eines muss ich als Tester eingestehen, die Kritiker hat der neuste Spross der Reihe mit Sicherheit nicht zum verstummen gebracht. Alte Fehler sind immer noch vorhanden, irgendwie schaffen es die Entwickler nicht diese altbekannten Schwächen abzustellen, warum auch immer. Deshalb wird auch "Command & Conquer: Tiberium Wars" die Spielergemeinde polarisieren, die einen werden total begeistert sein, die andern nur meckern.

spieletipps meint: "Command & Conquer" wie eh und je: Solide Strategie, massig Action und eine Inszenierung, die einen aus den Schuhen haut. Empfehlung für Strategen!
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