Test Michael Jackson The Experience: Deutlich besser als für Wii

von Sandra Friedrichs (21. Juni 2011)

Der König ist tot, lang lebe der König! Nach dem Tod von Michael Jackson scheint der "King of Pop" lebendiger zu sein als je zuvor. Das Tanzspiel Michael Jackson - The Experience erschien im November mehr schlecht als recht für Wii. Jetzt sollen Xbox 360 und PlayStation 3 die Tanzschuhe aus dem Feuer holen.

Michael Jackson lädt zum Tanz ein.Michael Jackson lädt zum Tanz ein.

Michael Jacksons Musik ist einzigartig. Der Pop geht ins Blut über und macht gute Laune. Ein Tanzspiel zu diesen Liedern zu konzipieren, ist daher ein sehr guter Einfall. Die Just Dance-Entwickler realisierten diese Idee schon im November mit dem Wii-Spiel Michael Jackson - The Experience. Dieses blieb aber hinter den Erwartungen zurück. Die Steuerung ist ungenau, die Inszenierung altbacken und der Umfang zu gering. Es enttäuschte auf ganzer Linie und gilt höchstens als Dienstleistung für fanatische und nervenstarke Michael Jackson-Anhänger.

Mit der Michael Jackson - The Experience für Move und Kinect soll alles anders werden. So stocken die Entwickler das Musikrepertoire von 26 auf 29 Liedern auf. Wem "Thriller" oder "Bad" nicht ausreichen, kann im Playstation Store noch andere Musikstücke erwerben. Der Titel lässt sich auf PlayStation 3 mit dem Move-Controller steuern, der ebenfalls die einzige Steuerungsvariante ist. Darüber hinaus integrieren die Entwickler ebenso einen Karaokemodus, mit dem ihr fast alle Lieder mitsingen könnt. Das hört sich im ersten Moment nach einem gewaltigen Umfang an. Doch auch hier verbirgt sich dahinter in erster Linie heiße Luft.

Imitiert Michael Jacksons Armbewegungen und kassiert eine hohe Punktzahl.Imitiert Michael Jacksons Armbewegungen und kassiert eine hohe Punktzahl.

Das Armwackeln geht in eine neue Runde

Zu Beginn entscheidet ihr euch sicherlich für das Tanzen. Das liegt schließlich nahe bei einem Tanzspiel. Habt ihr ein Lied ausgewählt, schnappt ihr euch den Move-Controller. Während des Musikstücks erscheinen auf dem Bildschirm kleine Skizzen, die euch die nächsten Schritte verdeutlichen. Theoretisch versucht ihr dann, die Bewegung exakt zu imitieren.

In der Praxis braucht ihr aber nur den Arm zu bewegen, mit dem ihr die Move-Steuerungseinheit steuert. Es kommt also nicht auf genaue Beinarbeit oder Körperbeherschung an, sondern nur auf die Armausschläge. Das Spiel registriert lediglich, ob ihr den Controller bewegt oder nicht. Perfektionisten tanzen zwar die gesamten Schritte des King of Pop brav nach, doch die faulen Spieler, die die Steuerungseinheit einfach im Takt der Musik hin und her schwingen, heimsen höhere Wertungen ein. Neidisch blicken die PS3-Jünger daher auf die Kinect-Fassung, die nicht nur den ganzen Körper mit einbezieht, sondern auch den Spieler ins Geschehen projiziert. Das wäre mit der Playstation Eye-Kamera ebenfalls möglich gewesen. Schade.

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