Test FF4 - Complete Collection - Seite 2

Cecil und seine Pixel-Freunde wachsen schnell ans Herz.Cecil und seine Pixel-Freunde wachsen schnell ans Herz.

Spartanisch, aber umfangreich

Verglichen mit den weit verzweigten Fähigkeitsbäumen moderner Rollenspielhelden verläuft die Entwicklung von Cecils Truppe in relativ engen Grenzen. Sämtliche Eigenschaften verbessern sich bei Stufenanstieg nach einem vorgegebenen Plan. Unterschiedliche Berufsklassen wie in Final Fantasy 5 oder von Artefakten erlernbare Fähigkeiten wie in Final Fantasy 6 gibt es nicht. Ähnlich linear verläuft die Geschichte. Abgesehen von Geheimgängen mit Schatzkisten und einer Hand voll optionaler Schauplätze wie der verwunschenen Höhle der Sylphen, folgen alle drei Bestandteile der Complete Collection einem Handlungsstrang ohne Abzweigungen.

So schnörkellos das Spiel ist, so beeindruckend ist dessen Umfang. Schon das Originalepos dauert 40 bis 60 Stunden. Mit jeweils vier bis sechs Stunden treiben die zusätzlichen neun Kapitel der 2009 veröffentlichten Fortsetzung Final Fantasy 4 - The After Years die Spieldauer weiter in die Höhe. Während der neuen Episode Interlude kräht der Chocobo-Kuckuck zusätzliche vier Mal.

In allen drei Teilen reist ihr über eine abstrakte Oberwelt.In allen drei Teilen reist ihr über eine abstrakte Oberwelt.

Ein Mond zuviel

Während der Umfang und die behutsam renovierte Präsentation der Gesamtausgabe insgesamt überzeugen, schwankt die inhaltliche Qualität ihrer drei Teile. Cecils Ur-Expedition zum bösen zweiten Mond in Final Fantasy 4 verläuft aus heutiger Sicht zwar vorhersehbar, aber auch unterhaltsam und regt mit liebenswerten Charakteren zum Weiterspielen an. Außerdem erzählen die Entwickler mit der Romanze zwischen Cecil und Rosa die erste Liebesgeschichte der Serie, die eine solche Bezeichnung auch verdient.

Die zweite Mondfahrt ihres Sohnemanns Ceodore in The After Years fällt dagegen durchwachsen aus. Das liegt zum einen an der unzusammenhängenden, wirren Erzählweise der ursprünglich einzeln im Wii-Einkaufskanal angebotenen Episoden, zum anderen an den zu ideenlos wiederverwerteten Örtlichkeiten und Handlungselementen. Was The After Years für Anhänger von Final Fantasy 4 interessant macht, ist neben dem Wiedersehen mit den Originalhelden das originell variierte Kampfsystem. Wie beim "Tech"-Kommando aus Chrono Trigger dürfen zwei Charaktere ihre Angriffe zu "Band"-Manövern kombinieren. Mondphasen beeinflussen zudem die Kampfkraft eurer Helden und die Stärke von Monstern. Zu kurz und erzählerisch belanglos berichtet schließlich die erstmals veröffentlichte Zwischenspiel-Episode von Ceodores Geburt.

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