Test Portal 2: Geniales Portalkanonenfutter für Kopfnussknacker

von Max Wildgruber (22. April 2011)

Valve hat seine kleine, aber feine Knobelspielskizze Portal zum Gemälde ausgearbeitet. Portal 2 verlangt sowohl eurem Köpfchen als auch euren Lachmuskeln Spitzenleistungen ab und erfindet einen wegweisenden Mehrspieler-Modus für das Puzzle-Genre. Absolut beeindruckend.

Pflanzen haben den Aperture-Komplex überwuchert. Wandbemalungen erzählen von Chells erster Flucht.Pflanzen haben den Aperture-Komplex überwuchert. Wandbemalungen erzählen von Chells erster Flucht.

Portal bereicherte 2007 das traditionell hirnlose Genre der Ego-Schießspiele durch ebenso geistreiche wie schwarzhumorige Rätselräume. Mit drei Stunden war der Parcours aus der Ich-Perspektive aber schnell vorbei. Portal 2 ist großzügiger angelegt, fordert mit neuen Rätselzutaten und bietet je einen Spielmodus für Solo-Schlaumeier und Knobelkumpels.

Trotz Neuerungen blieb eine grundlegende Variable der Versuchsanordnung unverändert: Der fiese Großrechenknecht GLaDOS bringt euch um die Ecke, falls ihr nicht fix genug um selbige denkt. Die künstliche Intelligenz mit der zynischen Frauenstimme scheint zwar am Anfang des Spiels genauso verrottet zu sein wie der Rest der Aperture-Forschungseinrichtung, läuft aber bald zu alter Form auf. Als GLaDOS' Laborratte hält einmal mehr die stumme Chell her. Mit ihren Augen sucht ihr während der Einzelspieler-Kampagne die Ausgänge sadistischer Testkammern.

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Test - Portal 2

Wheatley befreit euch am Anfang aus eurem als Hotelzimmer getarnten Käfig.Wheatley befreit euch am Anfang aus eurem als Hotelzimmer getarnten Käfig.

Alte Feinde, neue Freunde

Diesmal braucht Chell die Unverschämtheiten von GLaDOS allerdings nicht kommentarlos hinnehmen. Das sympathisch, trottelige Roboterauge Wheatley geleitet die Dame in fer orangefarbenen Montur durch ihr Abenteuer und gibt GLaDOS vorlaut Kontra. Die Bemerkungen und Dialoge der beiden sind reiner Ohrenzucker und wurden kongenial übersetzt. Als deutsche Stimmen von Wheatley und GLaDOS stehen Tobias Meister (Synchronstimme Brad Pitt, Jack Black) und Gertrude Thoma den jederzeit aktivierbaren englischen Originalsprechern in nichts nach.

Dass wahnwitzige Pointen in Portal 2 mindestens so wichtig sind wie Rätsel, merkt ihr schon in den ersten Spielminuten. Chell kommt in einem Hotelzimmer zu sich und eine Automatenstimme fordert sie auf, die Steuerung zu testen und ein kitschiges Wandgemälde schön zu finden. Als sie nach einer Fehlfunktion aus hundertjährigem Kälteschlaf erwacht, ist der Raum allerdings vergammelt. Die Fragen des eintreffenden Wheatley kann Chell trotz gegenteiliger Bildschirmeinblendung nur mit einem Hopser beantworten. Wheatley prognostiziert einen Hirnschaden. Dennoch bugsiert er Chells Container - nichts anderes ist ihr Hotelzimmer - in den zerstörten Versuchstrakt von Aperture. Chells zweite Flucht beginnt.

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