Test Portal 2 - Seite 3

Außen pfui, innen auch: Die Aperture-Anlage ist auf grandiose Weise heruntergekommen.Außen pfui, innen auch: Die Aperture-Anlage ist auf grandiose Weise heruntergekommen.

Der Lack ist ab

Auf fordernde Rätselstafetten und unvorhergesehene Handlungswendungen folgen ruhigere Passagen, in denen ihr der klaustrophobischen Enge von GLaDOS' Labyrinth zeitweilig entflieht. Der Blick hinter die Kulissen von Aperture ist technisch keine Augenweide. Die optischen Möglichkeiten des bejahrten "Source"-Grafiksystems können mit einem Crysis 2 nicht mehr mithalten. Ausreichend melancholische Bilder vom organischen Zerfall der einstmals sterilen Örtlichkeit überzeugen aber atmosphärisch.

Dass bei einer hohen Rätsel- und Pointendichte die Qualität der Dramaturgie zwischendurch schwächelt, ist verständlich. Gerade im zweiten Teil von Chells Abenteuer, wenn mehr Details über die Vorgeschichte der Aperture-Labors enthüllt werden, verliert die Geschichte zeitweilig an Fahrt. Solche Momente überwiegen allerdings nie und ein bewegendes Finale versöhnt mit dem Spannungsbogen. Die spielerische Qualität des sechs bis acht Stunden dauernden Solo-Parcours überzeugt bis zum Schluss.

Gestatten: Atlas (rechts) und P-body, die sympathischen Überraschungseier mit der Lizenz zur Hirnverknotung.Gestatten: Atlas (rechts) und P-body, die sympathischen Überraschungseier mit der Lizenz zur Hirnverknotung.

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Kooperative Knobelkampagne

Die Handlung des Mehrspieler-Modus knüpft direkt an das Ende von Chells Geschichte an. Es bleibt aber euch überlassen, in welcher Reihenfolge ihr spielen wollt. Zwei Spieler schlüpfen in die unförmigen Leiber von Atlas und P-body, zwei von GLaDOS' gequälten Testrobotern mit markanter Persönlichkeit. Die mechatronischen Wiedergeburten von Laurel und Hardy durchqueren ebenfalls eine Serie von Testkammern. Allerdings fällt deren Schwierigkeit höher aus als in Chells Geschichte.

Das lässt sich rechnerisch begründen: Beide Blechkumpane haben eine Portalkanone, so dass mit je zwei Ein- und Ausgangstoren insgesamt vier Öffnungen durch Raum und Zeit kombiniert werden. Die Mehrspieler-Puzzles setzen zudem auf die ständige Zusammenarbeit der Rätselbots. Das sorgt für schwitzige Hände am Eingabegerät und unfreiwillige Slapstick-Einlagen, wenn ihr beispielsweise nicht rechtzeitig den Schalter trefft, der die Lichtbrücke ausfährt, auf der euer durch die Luft segelnder Partner... Patsch. Gottlob werden die kooperativen Roboter nach ihrem Ableben wieder zusammengesetzt, so dass kein Frust die Komik solcher Momente trübt.

Wer diese mit blauem Hüpfgel beschmierten Geschütztürme genau betrachtet, erkennt in ihnen P-bodys Prototypen.Wer diese mit blauem Hüpfgel beschmierten Geschütztürme genau betrachtet, erkennt in ihnen P-bodys Prototypen.

Das ist Dampf drauf

Da nur Konsolenspieler die Möglichkeit haben, zu zweit an einem Gerät mit geteiltem Bildschirm zu knobeln, spendierte Valve seinen beiden Blechdeppen etliche Kanäle für die nonverbale Kommunikation im Netzwerk. Neben klassischen Gesten wie Winken oder ... nun Kuscheln setzt ihr auch Markierungen oder einen Countdown ein.

Apropos Netzwerk: PS3-Besitzer kooperieren auch über Systemgrenzen mit Spielern der PC-Version. Zudem werden verwöhnte Sony-Anhänger in Valves Steam-Netzwerk gelockt, weil sie dort kostenlosen Zugang zur PC-Fassung von Portal 2 bekommen. Nach noch einmal sechs Stunden im Mehrspieler-Modus geht Portal 2 auf allen Plattformen mit Volldampf zu Ende. Wie schon im ersten Teil gelingt es Valve, ein Portal direkt in euer Herz zu öffnen und euch Sympathie für das scheinbar unbelebte Inventar eines Testlabors empfinden zu lassen.

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