Evil Genius (PC)
Artikel veröffentlicht am 27.11.2004
Mal ganz ehrlich. In jedem von uns schlummert ein kleiner Bösewicht. Ist es nicht ärgerlich das Agent 007 im Alleingang immer siegt? Ist es nicht viel wahrscheinlicher das Dr. No mit seinem Imperium und technischen Know How die Weltherrschaft erringt? Mit dem Comic-Art Spiel 'Evil Genius' ist es nun möglich, dieses unter Beweis zu stellen und der dunklen Seite der Macht zum Sieg zu verhelfen. Von Der-Gagamehl
Die Aufgabe
Schlüpfen Sie in die Rolle eines fiesen Genies und errichten eine unterirdische Geheimbasis von der aus Sie die Aufgabe haben mit Hilfe eines Syndikats aus Bediensten und Handlangern durch den Bau der ultimativen Superwaffe die Erdbevölkerung zu unterwerfen. Logisch das die 'Guten' jede Menge Söldner und Agenten einsetzen werden um Sie auszuspionieren, infiltrieren und Sie letzendlich auszuschalten zu versuchen.
Erste Schritte
Nach der Installation sollte man erstmal in den Menus innehalten. Nicht weil man hier so viel einstellen müsste, sondern wegen der Präsentation. Sowohl der erstklassige Soundtrack als auch die im Hintergrund ablaufenden Filme verdienen die Note eins, für Umsetzung und Originalität. Schon hier wird klar, dass das Spiel sich in ganzer Linie an die James Bond Filme und ähnliche Vertreter dieses Genres (Austin Powers, Maxwell Smart ... etc.) anlehnt. Ist man erstmal im Spiel, fallen einem jede Menge Ähnlichkeiten zum Spieleklassiker 'Dungeon Keeper' auf.
Die Mission
Die Mission ist wie schon erwähnt, die Weltherrschaft zu erreichen. Dazu baut man eine unterirdische Basis auf einer Tropeninsel auf. Jeder der Dungeon Keeper kennt wird sich sofort heimisch fühlen. In einem Tutorial wird man an die Bedienung des Spiels herangeführt. Es sind die verschiedensten Räume zu bauen, entsprechendes Personal ausgebildet werden um nach und nach immer mehr Handlanger um sich zu scharen um dem Ziel näher zu kommen. Ein wichtiger Bestandteil dabei, ist die Planung und Durchführung so genannter infamer Aktionen die Einerseits wichtige Ressourcen sichern (z.B. die Entführung von Spezialisten), Geld bringen und den Bekanntheitsgrad steigern. Der Wutpegel gegen einen steigt an, dieses hat zur Folge das man interessanter für Handlanger ist, hast aber auch zur Folge das natürlich mehr Agenten und Söldner versuchen werden die Basis anzugreifen.
Gameplay
Es macht einen diebischen Spaß den liebevoll und witzig gestalteten Charakteren bei Ihrer Arbeit zuzuschauen. Man hat allerdings auch ständig etwas zu tun, entweder man baut die Basis aus, kümmert sich um die Belange seiner Bediensteten und Handlanger, damit sie sich auch wohl fühlen. Oder man verbringt Zeit mit dem Verhören der Gefangenen, kümmert sich um die Touristen auf der Insel, die von dem Treiber unterhalb der Erdoberfläche nach Möglichkeit besser nichts mitbekommen. Wichtig ist es auch, die Basis mit zahlreichen Fallen und Sicherheitsinstallationen abzusichern. Diebischen Spaß macht es, genau wie seinerzeit bei Dungeon Keeper diese Fallen zu kombinieren um dann zu genießen wenn die Gegner in sie hineintappen. Einzig die Planung und Durchführung globaler Aktionen sind unspektakulär da sie nur auf einer Übersichtskarte geplant werden und man durch einen kurzen Hinweis im Spielgeschehen informiert wird, ob eine Aktion erfolgreich war oder nicht.
Grafik und Sound
Wie schon Anfangs erwähnt ist das Game liebevoll gestaltet. Hier ist alles stimmig. Der Soundtrack so wie Geräusche und Kommentare passen sehr gut zur nötigen Stimmung des Spiels. Die Comicfiguren sehen fetzig überzeichnet aus und die Animationen machen einfach nur Spaß. Den Figuren hätten allerdings ein paar Polygone mehr gut zu Gesicht gestanden. Der Weltkartenmodus ist leider lieblos und geht einem schnell auf die Nerven, zum Glück spielt sich das Spiel in der Hauptsache auf der Insel ab.
Fazit
von Der-Gagamehl
Selten hat mich ein Spiel von der Aufmachung so angesprochen wie 'Evil Genius'. Obwohl das Spielprinzip (Dungeon Keeper) nichts Neues bietet, ist die Umsetzung mehr als gelungen. Grafik, Sound und Thematik des Spiels passen herrlich zusammen und man kann voller Genuss auf ironische Weise seine dunkle Seite ausleben. Schade, dass es keinen Mehrspielermodus gibt und ärgerlich, dass auch bei diesem Titel nicht alles Top umgesetzt worden ist (Weltkartenmodus). Das Spiel bietet jedoch eine lang anhaltende Motivation und es gibt auch eine Internet-Community über die es zahlreiche Mods etc. gibt. Ich werde jedenfalls das Spiel nicht so schnell beiseite legen!
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