Commandos 3 - Destination Berlin (PC)
Artikel veröffentlicht am 24.11.2003
Und wieder liegt eine Fortsetzung auf meinem Schreibtisch. Das von den Fans lange ersehnte "Commandos 3 - Destination Berlin". Die Erwartungshaltung ist hoch, haben mich die drei Vorgänger (inkl. dem "Commandos"-AddOn) mehr als überzeugt. Von Der-Gagamehl
Das Spielprinzip
Hier hat sich nichts geändert. Mit bis zu 6 Spezialisten (ja richtig 'nur' sechs, dazu später mehr) sind wieder etliche Spezialaufgaben tief im Hinterland des Feindes zu erledigen. Anschleichen, Fallen stellen, Täuschen und zum richtigen Zeitpunkt zuschlagen - das ist der Job. Neben einem zum Teil übermächtigen Gegner sind öfter auch die Ressourcen äußerst knapp bemessen.
Was ist neu?
"Commandos 3" bietet erschreckend wenig Neuigkeiten. So lässt die Auflösung der liebevoll gestalteten Level immer noch zu wünschen übrig und das Umschalten zwischen den 4 isometrischen Sichten ist immer noch gewöhnungsbedürftig. Die überarbeitete 3D-Sicht innerhalb von Gebäuden wurde verschlimmbessert. Zu häufig sind wichtige Details von Dingen verdeckt die dort eigentlich nicht sein sollten (z.B. Decken). "Commandos 2" war sicher nicht befriedigend in diesem Punkt, jetzt in der dritten Version gefällt es mir nun gar nicht mehr. Ansonsten merkt man auf den ersten Blick nicht, dass das Spiel irgend etwas Neues zu bieten hat.
Der zweite Blick
Schauen wir genauer hin. Fans der Serie werden enttäuscht sein mit nur 6 verschiedenen Charakteren agieren zu dürfen. Mit Recht, "Commandos 2" bot die eine oder andere Überraschung. In Teil 3 stehen einem der Green Beret, der Scharfschütze, der Taucher, der Pionier, der Spion und der Dieb zur Verfügung. Und von Zeit zu Zeit darf man auch mal alliierten Soldaten Befehle geben. Die Spezialfähigkeiten sind den Charakteren erhalten geblieben, so dass man sich schnell mit Ihnen zurecht findet. Was mir nicht so gut gefiel ist, dass man zwar den Rucksack anklicken kann, nicht jedoch die Waffen und Geräte die an ihm hängen. Benutzung oder Auswahl dieser geht nur über ein Menü in der Mitte bzw. in der Rucksackinventarsicht wo man wieder fleißig Sachen austauschen und klauen kann (Dieb).
Grafik und Sound
Die Level sind gewohnt liebevoll gestaltet. "Commandos" war schon immer ein Hingucker und bleibt es auch im dritten Teil. Was besonders auffiel waren die netten Wettereffekte, sie kommen atmosphärisch rüber und sind eine Bereicherung für das Spielgefühl. Der Sound macht genau das was er soll, in den Zwischensequenzen mit den endsprechend theatralischen Soundtracks und im Spiel auf das wesentliche Spielprinzip reduziert.
Das Leveldesign
Spielt man "Commandos 3" wie man es gewohnt ist, stößt man schnell an seine Grenzen. Irgendwie hatte ich es befürchtet als ich las, das auch ein Multiplayer-Deathmatchmodus eingebaut wurde für bis zu 12 Spieler. Aus dem einstigen Taktikspiel ist etwas neues entstanden - ein Taktik-Action-Strategie-Shooter. Klar auch in den vergangenen Teilen gab es Level und Situationen an denen man mit brachialer Gewalt auch zum Ziel kam. Dieses war eher die Ausnahme. Nun ist so, dass man oft nicht lange Zeit hat eine ruhige Variante auszuklügeln weil man zu Action gezwungen wird. Häufiges Speichern ist garantiert, zumal der Schwierigkeitsgrad gewohnt hoch - nein sogar noch höher geworden ist.
Fazit
von Der-Gagamehl
Der Trend zu Nachfolgespielen ist ungebremst und wie im Kino nicht immer vom Erfolg gekrönt. War man nach langem Warten auf "Commandos 2" seinerzeit enttäuscht über die wenigen Veränderungen, so muss man nun leider sagen fast alle Veränderungen sind eher Verschlimmbesserungen. Übrig bleibt ein immer noch tolles Spiel welches sich die Fans aber anders gewünscht hätten. Wer die Herausforderung annimmt, wird auch über Stunden ein spannendes, liebevoll gestaltetes Spiel bekommen, welches vielleicht in der vierten Generation einen Schritt nach vorne machen kann.
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