Test Burnout Crash: Mit Vollgas in die Mittagspause

von Joachim Hesse (10. Oktober 2011)

Ein Spiel muss nicht zwangsläufig dem Tode geweiht sein, nur weil David Hasselhoff dafür wirbt. Burnout Crash kultiviert das, was in GTA meist zum Neustart führt: das größtmögliche Verkehrs-Chaos.

Der Raketenwagen sorgt für eine Verkehrsexplosion.Der Raketenwagen sorgt für eine Verkehrsexplosion.

Verwüstet eine Kreuzung! Simpler kann ein Spielziel kaum ausfallen. Ihr rast in Burnout Crash als Abrissbirne auf vier Rädern in den Verkehr und jagt eure Benzinschleuder in die Luft. Mehrfach. Auf Knopfdruck. Wie ein Irrer.

Das kennen Burnout-Liebhaber bereits aus dem Crash-Modus der großen Serien-Brüder. Hier katapultiert ihr euren Wagen allerdings aus der Vogelperspektive von Unfall zu Unfall. Macht ihr eure Sache gut, hinterlasst ihr an den 18 Verkehrsknoten nur Schutt und Asche.

Für eure Missetaten belohnt euch eine Schadensanzeige, die schneller hochzählt als die Schuldenuhr der Vereinigten Staaten. Trotz der unbeschwerten Leichtigkeit des Seins packen die britischen Entwickler Criterion (Burnout Paradise, Need for Speed - Hot Pursuit) taktischen Tiefgang in ihr Minispiel.

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Ein Tag im Leben eines Spielers von Burnout Crash

Den entdeckt ihr in Form von alternativen Fahrrouten und parkenden Autos aber erst, wenn ihr von der blanken Zerstörungslust genug habt. Dank intelligenter Erfolge (Xbox 360) und Trophäen (PlayStation 3), peppiger Präsentation und Online-Bestenlisten fesselt dieses Spiel durchaus auch langfristig ans Joypad.

Fakten:

  • durchdachte Kartengestaltung
  • fetzig präsentiert
  • leicht zu verstehen
  • nimmt sich selbst nicht ernst
  • Autolog-Funktion motiviert
  • Online-Bestenlisten
  • 4 Spiel-Modi ( inklusive Kinect)
  • mehr Karten hätten nicht geschadet
  • Anzeigen verdecken mitunter die Sicht
  • teilweise etwas vom Glück abhängig
  • es fehlt ein passender Abspann
  • dicker Download-Brocken (1,05 GB)

Meinung von Joachim Hesse

Dieses Spiel ist ein Kleinod. Eine Perle im Download-Sumpf, die ich fast übersehen hätte. Aber Burnout Crash rockt die Hütte! Hier dürft ihr eure latenten Allmachtfantasien ausleben und euch an den Sonntagsfahrern dieser Welt rächen. Ich liebe es, wenn das Lied "Hey, big spender" den Geldtransporter begrüßt, liebe es wenn ich den versteckten, goldenen Luxusschlitten demoliere und die Entwickler "Gold" von Spandau Ballet einspielen.

So muss sich ein 80er-Jahre Popper gefühlt haben, der neuen Haarlack gekauft hat. Das Spiel hat ein bisschen was von GTA 2, nur dass hier kein Militär anrauscht, wenn ich für Massen-Karambolagen sorge. Burnout Crash verfügt über eine Magie, die nur wenigen Spielen vergönnt ist: Je öfter ich es spiele, desto besser wird es. Die zehn Euro Einsatz bereue ich keine Sekunde.

86 Spieletipps-Award

meint: Erwartet alles, nur kein Rennspiel. Burnout Crash saugt euch in ein taktisches Verkehrschaos, das ihr fünf Minuten oder fünf Stunden spielen könnt.

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