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Cold War (PC)

Artikel veröffentlicht am 16.11.2005

Spannende Stealth- Action in der späten Phase des Kalten Kriegs: Dreamcatchers "Cold War" schickt dich als amerikanischen Journalist in die von Verschwörungstheorien und Spionagenetzen geprägte UdSSR der 80er Jahre; zunächst völlig unwissend, welch Überlebenskampf hier auf dich wartet. In unserem Test erfährst du, ob das Schleichspiel hält, was es verspricht, und ob die virtuelle Reise gen Osten lohnt. Von Dominik Köppl

Hinter dem eisernen Vorhang

Nase zu und durch!

Dass die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen USA und UdSSR auch Anfang der 80er Jahre noch nicht die besten waren, hindert dich im Spiel als Matt Carter, freiberuflicher Journalist und US- Bürger nicht, das ferne Moskau zwecks Story- Recherche zu besuchen; was zunächst jedoch als harmloser Trip beginnt, entwickelt sich schnell zum erbitterten Überlebenskampf: So erwacht Carter 12 Stunden nach Ankunft in Moskau völlig isoliert und zunächst hilflos im KGB- Gefängnis- völlig auf sich gestellt und orientierungslos beginnt nun dein Kampf gegen die Elite- Truppen der sowjetischen Armee mit dem Ziel, deine Freiheit wiederzuerlangen und den Grund für deine Gefangennahme zu finden- was dich wiederum auf eine tiefgreifende politische Verschwörung stoßen lässt... . Die 23 linearen Missionen orientieren sich hierbei an historischen Schauplätzen, etwa dem Mausoleum Lenins, Tschernobyl oder dem berüchtigten KGB- Gefängnis Ljubljana.

Matt Carter alias MacGyver

Überraschung!

Im Kampf gegen die Sowjets hilft Carter vor allem seine technische Kreativität- so kombiniert er Waffen, Material und Gadgets, baut Fallen und steigert durch Blaupausen seine technischen Fähigkeiten, um später im Spiel zu immer nützlicheren Erfindungen (etwa die Ätherfalle, mit der mehrere Gegner zugleich ausgeschaltet werden können) imstande zu sein. Auch die gut animierte Röntgen- Kamera, die das Erspähen von Feinden durch Wände möglich macht, ist eines der Highlights von "Cold War" und erleichtert deinen Überlebenskampf im Feindgebiet deutlich- was auch nötig ist angesichts der gegnerischen Überzahl.

Achtung, Scharfschützen!

Das gibt eine dicke Beule!

Wie es sich für ein Stealth- Abenteuer gehört, bist du die meiste Zeit im Spiel damit beschäftigt, möglichst unentdeckt zu bleiben und Feinde unauffällig oder aber schnell zu töten. Dass dies nicht immer möglich ist, fällt spätestens beim ersten Schusswechsel auf- welche jedoch meist nicht lange dauern und größtenteils mit dem Tod Carters enden. Grund hierfür ist nicht etwa mangelndes Waffentraining des Journalisten, sondern die meisterhafte KI der Feinde, die schlichtweg zu schnelle und nahezu unrealistische Reaktionen der gegnerischen Einheiten zulässt. Zwar sollte der Spieler generell auf direkte Konfrontationen mit diesen verzichten, aber auch kleinere Gefechte, die ab und an erforderlich sind und außerdem einen guten Kontrast zu den gewöhnlichen, wenn auch spannenden, Schleicheinlagen bieten, werden durch die Gegner- KI erschwert.

Solide Grafik und Spielwelt

Grafisch gesehen ist "Cold War" Mittelmaß: So stehen schön animierten, aber dennoch etwas kantig wirkenden, Models und Waffen eine durchweg pickselige und recht detaillose und triste Umwelt gegenüber, an der man wohl deutlich die gleichzeitige Entwicklung der X- Box Version von "Cold War" erkennen kann. Zwar wird die Atmosphäre durch diese detailarme Spielwelt bewahrt, auch aufgrund der überzeugenden Sounduntermalung, gleichzeitig fehlt jedoch weitgehend spielerische Interaktivität mit der Umwelt, so dass das Gameplay recht einseitig bleibt: Carter kann so lediglich in gebückter Haltung durch die Levels huschen, aber kaum dynamisch vorgehen, etwa klettern oder gar hangeln. Die Motivation in den einzelnen Levels nimmt somit etwas ab, auch wenn durch unterschiedliche Aufgaben (mal lauscht Carter geheimen Besprechungen oder verhört Gegner, mal ist er auf der Flucht vor den erbitterten Soldaten der Sowjets) eine gewisse Abwechslung vorhanden ist, ebenso durch einige Geheimgänge in manchen Levels, die jedoch kein alternatives Lösen dieser ermöglichen, sondern statt dessen neue Gegenstände bereit halten.

Fazit

von Dominik Köppl

"Cold War" ist ein solides Stealth- Actionspiel mit einigen sinnvollen Innovationen, besonders der Kombination von Waffen und dem Einsatz der Röntgenkamera, grafisch und spielerisch aber eher Mittelmaß. Auch die Story erscheint recht altbacken und weist kaum Neuerungen auf, die Atmosphäre des Spiels ist aber aufgrund des historischen Kontexts durchaus überzeugend. Ärgerlich ist vor allem die extrem starke und unrealistische KI der virtuellen Gegner, die den Spielspaß in Gefechten deutlich einschränkt und den Schwierigkeitsgrad stark anhebt. Reine Action- Fans sollten sich daher einen Kauf noch einmal überlegen, während Fans von Stealth- Action auch aufgrund des niedrigen Preises von 29,95 Euro durchaus zugreifen können- Neulinge des Genres empfiehlt sich die Splinter Cell Reihe, in der neben der typischen Schleich- Atmosphäre auch dynamisches Interagieren mit der Spielewelt möglich ist.

spieletipps meint:
71

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